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Collection FehrmannJules Vernes „Voyages extraordinaires"- Band VE 14: Der Kurier des Zaren - VERFILMUNGEN |
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FILM 3
Deutschsprachige alte Filmprogrammhefte:
Bilder rechts unten: Ein deutschsprachiges und zwei französische Filmplakate aus den 50ern. |
Der Kurier des Zaren: Verfilmung D/F/IT/YU 1956 Originaltitel in Frankreich: Michel Strogoff; BRD: Der Kurier des Zaren: USA: Michael Strogoff; Italien: Michele Strogoff - Regie: Carmine Gallone; Produktion: Emile Natan - Laufzeit: 111 Minuten Darsteller: Michail Strogow (Michael Strogoff): Curd Jürgens; Nadja Fedorow (Nadia Fedor): Geneviève Page; Iwan Ogarew (Ivan Ogareff): Henri Nassiet; General Krisloff: Michel Etcheverry; Zar Alexander der II: Louis Arbessier; Der Journalist Alcide Jolivet: Jean Parédès; Der Journalist Henry Blount: Gérard Buhr; Die Zigeunerin Sangarre: Syvia Koscina; Feofor Khan: Valery Inkijinoff Der Zar ist außer sich: Der Emir von Buchara verwüstet das Land und die Tartarenhorden unter Feofor Khan versuchen die sibirischen Teile Russlands zu erobern. Der Zar will seinem Bruder im fernen Irkutsk Unterstützung senden, muss diesen aber darüber informieren. Die Verbindungen sind abgebrochen, zwischen Moskau und Irkutsk befindet sich jetzt Feindesland. Der feindliche Khan hat dabei Unterstützung durch den Verräter Iwan Ogarew erhalten, der nach Spielschulden, Ehrverlust und dem anschließenden Ausschluss aus der Armee, sich auf diese Weise an den Zaren rächen will. Wie aus dem Buch bekannt, wurde die Kurieraufgabe an Rittmeister Michael Strogoff vergeben. Eine Glanzrolle für den Grand Charmeur Curd Jürgens. Als Tarnung soll er sich als Tuchhändler Korparow mit seiner Ehefrau auf Rückreise von Geschäften nach Irkutsk begeben. Der Polizeipräfekt hat ihm dazu die Tochter des Verbannten Proffessors Fedorow als Frau mitgegeben, die so ihren Vater in Irkutsk wiedersehen kann. Anfangs steht die Reise der Beiden durchaus unter einem guten Stern, zumal sie ihre Rolle als Ehepaar zunehmend sichtbar genießen. Ständig mit im Bilde sind die beiden reisenden Reporter Jolivet und Blount, die jeder für sich, für ihre Heimatzeitungen in Paris vom Geschehen im fernen Sibirien berichten wollen. Deshalb haben sie das gleiche Ziel: Das ferne Irkutsk – zu erwartendes Schlachtfeld der Mächte. Der Verräter Ogarew mit seiner Gehilfin, der umtriebigen Zigeunerin Sangarre ist inzwischen auf Erkundung im russischen Gebiet. Hier am Ufer des Flusses Irtysch erwartet er den Kurier des Zaren. Denn eines ist im klar: Der Zar muss Verbindung nach Irkutsk aufnehmen. Beim Übersetzen am Irtysch kann das Pärchen Michael und Nadja Fedorow noch die Tartarenspäher täuschen, aber jetzt wird es langsam eng. Einer Begegnung der unerfreulicheren Art kann Strogoff noch einmal ausweichen, er gerät mit Ogarew in Streit, als sich beide um Wechselpferde ihrer Gespanne bemühen. Beinahe hätte es ein Duell gegeben. Als dann bei der nächsten Flussüberquerung die Fähre mit den Reportern und unserem Pärchen von Tartaren angegriffen wird, trennt sich Strogoff von den Anderen. Kurz darauf werden Nadja und die Reporter von Tartaren gefangen genommen.
Nach Aufbruch der Tartarenhorden gelingt es durch eine alte „Bärenfängerlist“, dass Nadja und Michail unbehelligt zurückbleiben, um dann nach Irkutsk aufzubrechen. Nadja muss den sehbehinderten Michael führen. Sie musste vorher noch im Lager erfahren, dass sich der verbannte Vater freiwillig bei den Zarentruppen gemeldet hatte, aber bei Kampfhandlungen fand er den Tod. Ogarew hat sich inzwischen in Irkutsk als Kurier ausgegeben, um beim Bruder des Zaren Falschinformationen zu streuen und um auf ihn ein Attentat vorzubereiten. Doch Strogoff kommt noch zur rechten Zeit, er kann Ogarew enttarnen. Inzwischen hat er auch seine Sehkraft wiedererlangt. Jetzt sehen wir Strogoff, der die Verteidigung Irkutsk mit leitet. Dies meistert er erfolgreich, er wird ausgezeichnet und landet dann folgerichtig in den Armen Nadjas. Im Nachgang war es überraschend für mich, wie sich die beiden Fedorows entwickelten: Der Vater als Zarengegner in die Verbannung geschickt, wird zarentreuer Freiwilliger und die Tochter, unter Polizeiauflagen dem Kurier des Zaren an die Seite gestellt, wechselt ebenfalls die Fronten. Na ja .... Spätestens in Irkutsk sind die offensichtlichen Fehler der „Filmemacher“ nicht mehr zu übersehen. Abgesehen davon, dass ein Befehlshaber nie das Kommando seiner Truppen an einen Kurieroffizier abgeben würde, so ist es auch unwahrscheinlich, dass dieser in Paradeuniform mit weißen Handschuhen zur Verteidigung antritt. Das die tartarischen Lager mit osmanischen Zelten und nicht mit Jurten ausgerüstet sind, ist dann fast schon so nebensächlich, wie die Auswahl der Drehorte. Offensichtlich hatten die Produzenten keine richtige Vorstellung, welche Dimensionen die riesigen sibirischen Flüssen Irtysch und Angara haben. Ansonsten hätten sie keine Drehorte gewählt, die (bestimmt in Jugoslawien) nur kleinere Gebirgsflüsse boten. Das die mitteleuropäischen Backsteinbauten ebenfalls nicht in die Kulissen passen, sei nur noch am Rande erwähnt. Was bleibt ist ein opulenter Film, der durch den Zeitgeist der 50er Jahre in Ausstattung, Drehbuch und Besetzung geprägt ist. Mein Prädikat insgesamt: Sehenswert!
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Hinweis: Beschrieben werden nur in meiner Sammlung befindliche Bücher und Verfilmungen. |
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Copyright © Andreas Fehrmann - 06/04, letzte Aktualisierung 24. August 2011