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Collection Fehrmann Jules Vernes „Voyages extraordinaires"- Band VE 32: Zwei Jahre Ferien - VERFILMUNGEN Alle Bilder: © Tele München ZDF O.R.T.F. ORF |
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FILM
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Die nachfolgenden Angaben beziehen sich auf die TV-Ausstrahlungen: Teile / Längen: 1. Teil: 79'08 min 2. Teil: 84'27 min 3. Teil: 87'31 min 4. Teil: 85'13 min In diesen Angaben ist ab dem 2. Teil eine anfängliche Zusammenfassung enthalten, die sich auf bis zu 7 Minuten kumuliert.
TV Sendetermine als Orientierung: ZDF: 8.12.74 – 29.12.74 und 27.12.76 – 30.12.76; ORF1: 8.12.74 – 29.12.74; DDR1: 11.11.77 – 25.11.77; DDR2: 3.12.78 ff.; DDR2: 8.7.80 ff.; 3sat: 25.12.91 – 28.12.91
Ich danke an dieser Stelle Thomas Kluba, der mir diese Filme als VHS-Version schenkte. So konnte ich lange vor dem Erscheinen der DVD ausführlich über diesen Film schreiben. |
Zwei Jahre Ferien: Verfilmung D/F/RO 1974, TV 4-Teiler Originaltitel BRD: Zwei Jahre Ferien, DDR-TV: Piraten des Pazifiks; in Frankreich: Deux Ans de Vacances Regie: Sergiu Nicolaescu und Gilles Grangier; Produktion: ZDF/ORTF/Rumänien; Darsteller: Franz Seidenschwan (Dick Sand), Marc di Napoli (Doniphan), Dominique (Gordon), Didier Gaudron (Bryan), Christian Sofron (Service), Rainer Basedow (Pike), Werner Pochat (Forbes), Horia Pavel (Morris), Constantin Nedelcu (Jimmy), Nucu Paunescu (Walston) u.v.a. Im Rahmen der so genannten Adventsvierteiler produzierte das ZDF in den Siebzigern / Achtzigern gemeinsam mit anderen Anstalten erfolgreiche Abenteuerfilme. Dazu gehörten unter anderem die Jules Verne Verfilmungen “Zwei Jahre Ferien”, “Michael Strogoff” und “Mathias Sandorf”. Das Sendeformat in vier Teilen lässt umfangreiche Darstellung der Stoffe zu, verleitet aber auch, eigene Adaptionen unterzubringen. Um es gleich vorab zu sagen: Es handelt sich nicht um eine werkgetreue Umsetzung des Verne-Stoffes. Aber wäre das Original ohne Abstriche in solch ein Format pressbar? Die Authentizität filmischer Umsetzungen ist jeweils eine Frage der Anschauung – darüber möchte ich an dieser Stelle nicht philosophieren. Eine Einschätzung überlasse ich dem jeweiligen Betrachter. Was man den Machern unbedingt bescheinigen muss: Die packende Grundidee des Buches, die maritime Atmosphäre und alle Zutaten die man von einem begeisterungsfähigen jugendlichen Publikum von einem Abenteuerfilm erwartet, dies findet der Zuschauer auf jeden Fall wieder. Dadurch hat dieser Film für die Generation der Jugendlichen der 70er Jahre einen hohen (angenehmen) Erinnerungswert. Die eigentliche Fabel des Buches hat man geschickt in eine Rahmenhandlung eingewoben, die ich gemeinsam mit dem groben Handlungsablauf in den nachfolgenden Teilen des Films beschreiben möchte. Stilistisch hat man sich erweiternd dazu noch etwas Besonderes einfallen lassen: Um Überleitungen elegant zu meistern, oder um nicht darzustellende Erläuterungen oder Hintergründe an den Zuschauer weiterzugeben, hat man einen Erzähler der Geschichte geschaffen. Dies ist der Schiffsjunge Dick Sand. Warum man den Namen des Schiffsjungen des Verne-Romans “Ein Kapitän von 15 Jahren” gewählt hat und nicht den des im Buch vorhandenen Schiffsjungen und Kochgehilfen Moko, wird wohl für immer ein Geheimnis der Filmemacher bleiben. Da sich diese Verfilmung großer Beliebtheit erfreut, werde ich zur Erinnerung an spannende Fernsehminuten den Inhalt etwas ausführlicher wiedergeben. Anleihen aus anderen Büchern oder bestimmte Querverweise zum Buch werde ich dabei stetig einflechten. 1. Teil: Die Flaschenpost Revolution im ausgehenden 19. Jahrhundert in Südamerika! Zur Finanzierung der kämpfende Truppe lässt die Peruanische Militärregierung die Kriegskasse nach Calao bringen. Dieses streng geheime Vorhaben ist aber durchgesickert und es weckt die Begehrlichkeit abtrünniger Offiziere und Gauner. Die Kasse wird unterwegs durch die Bande Jose de la Cernas überfallen. Beim Gemetzel stirbt dieser, aber der Schatz kann trotzdem noch verbracht werden. In den nachfolgenden Suchaktionen und den Wirren des Krieges werden die meisten der Räuber gefasst, nur einer kann mit der “Schatzkarte” entkommen und der sichere Aufbewahrungsort bleibt damit im Verborgenen. Der letzte am Überfall Beteiligte wird rein zufällig durch einen Straßenräuber in einsamen Gassen eines Hafens überfallen und ohne Skrupel erstochen. Dabei gerät die Karte, eher zufällig, da ohne Erläuterung und ergänzende Angaben unnütz, in die Hände des Gauners. Dieser wird später wegen anderer Delikte in eine neuseeländische Strafkolonie verschickt. Dort gelangt die Karte an die Mithäftlinge Forbes und Pike. Nachdem der clevere Forbes erkannt hat, dass offensichtlich hinter dem Geheimnis der Karte (denn die Längenangabe der Koordinaten fehlt) viel Geld steckt, ermuntert er den eher trägen Pike zur Flucht.
Während alles voller Mitleid ist, werden nur wenige stutzig. Dazu gehört der Schiffsjunge Dick Sand und ein Matrose der sich fast sicher ist, dass die Beiden Verbrecher sind. Während er noch nach Beweisen sucht wird er von den Beiden kaltblütig erstochen. Als man den Mörder sucht, wird der Freund des Toten, der Matrose O’Brian irrtümlich als Mörder überführt. Jetzt bricht auch noch Feuer aus! Die Takelage wird in Mitleidenschaft gezogen und die Reservesegel unter Deck verbrennen ebenfalls. Das Schiff muss im nächsten Hafen anlegen, um eine neue Takelage zu erwerben. 2. Teil: Die Meuterei Der Besuch im Hafen dient Forbes, der vorgibt einen guten Händler für Segelzeug zu kennen, zur Rekrutierung ehemaliger Spießgesellen. Das Ergebnis lässt nicht lange auf sich warten: Diese meutern und setzen Kapitän und Mannschaft im Beiboot aus. Der gefangen gehaltene O’Brian fühlte sich durch den Kapitän missverstanden. Er schätzte ein, dass im nach einer schuldlosen Verurteilung der Galgen erwartet und so schließt er sich den Meuterern an. Aber die Jungs müssen an Bord bleiben! Sie sollen als Geiseln dienen um von den reichen Eltern Lösegeld zu erpressen – damit soll die Schatzsuche finanziert werden. Um die Fleißarbeit unter Deck in der Kombüse nicht allein machen zu müssen, wird auch Dick Sand eingebunden.
Dann soll es per Schiff entlang des 42. Breitengrades gehen, denn eine andere Positionsangabe ist nicht auf der Karte eingezeichnet (wie war das noch mit dem fehlenden Längengrad in “Die Kinder des Kapitän Grant”?). Für die zu erwartende Expedition soll vorher jedoch das notwendige “Kleingeld” organisiert werden.
Forbes fährt jetzt ganz dreist mit der Sloughi nach Aukland um die Eltern zu erpressen. Er taucht zwar als Schiff “Birdeye” im Hafen auf, spielt aber mit dem Gedanken, dass alle die Sloughi dahinter vermuten. Mit den fehlenden Kindern als Pfand verhandelt er um das Lösegeld und er kann sich danach ungeschoren wieder auf See begeben. Der erfolgreiche Ausgang dieses Schrittes wird nach Rückkehr auf der Farm gefeiert. Die Jungs sind deprimiert. Aber O’Brian und der Schiffsjunge Sand sind mit den Herzen bei den Jungs. Sie sorgen dafür, dass alle Meuterer reichlich zu Trinken bekommen. So können die Gefangenen sich unbemerkt nach hinten durch die Fundamente der Scheune graben. Die Sloughi ist ohne Bewachung! Also alle an Bord. Gerade als man ablegen will, bemerken die Töchter des Farmers die fehlenden Jungs. Alarm! Zur Küste! Die noch reichlich verkaterten Meuterer nehmen während des Ablegemanövers und dem Segel setzen das Schiff unter reichlich Gewehrfeuer. Dabei wird der sich gerade in den Wanten befindliche neue Verbündete O’Brian tödlich getroffen. Trotzdem schafft es das Schiff den Liegeplatz zu verlassen. 3. Teil: Eine Küste ohne Namen
Wieder auf hoher See: Spät am Abends verkünden Mövenschreie das Nahen einer Küste. Kurz darauf strandet die Sloughi in Reichweite eines Strandes. Ist der Sturm vorbei? Man entscheidet sich das Schiff zu verlassen. Dazu wird ein Floss aus Brettern und Kisten gebaut. Aber wie kommt man sicher zur Küste? Brian schwimmt mit einem Seil zum Ufer, dann wird daran ein Tau gebunden und die Jungs treideln das Floss zum Strand. Sie verbringen die erste Nacht unter der Persenning an einem Steilufer – natürlich mit Regen! Aber der hat den Sturm einschlafen lassen. Einen Tag später strandet die Sloughi und man kommt erst einmal wieder auf dem Schiff unter. Jetzt sind sich die Jungen uneins. Was soll getan werden? Wo befindet man sich? Einer ermittelt dilettantisch mit dem Sextanten die Position. Ergebnis: Man ist in Neuseeland! Brian zweifelt das an. Nach fast vier Wochen Segelei soll man an der Küste der Heimatinsel sein? Aber Doniphan zeigt Aktionismus. Er will den Weg nach Aukland suchen. Dazu nimmt er Service und Dick Sand mit. Die Drei-Mann-Expedition sieht unterwegs eine reiche Tierwelt (nicht passfähig für eine Insel – viele Arten schließen sich territorial aus – aber ähnliche Bilder und Zusammenstellungen sahen wir schon in Versionen vom Film “Die geheimnisvolle Insel”). Die Gruppe findet einen großen Fluss mit einem Delta und vielen Wasservögeln im Ried. Der Fluss wird aus einem Binnensee gespeist. Am Ufer des Sees ist ein Bootssteg vorhanden! Nähert man sich einer Ortschaft? Vom Steg führt eine fast zugewachsener Weg vom See weg. Diesen verfolgt man weiter. Kurz darauf findet man eine verlassene Einfriedung und dahinter eine Höhle die als Wohnstatt primitiv umgebaut wurde. Vereinzelt werden verrottete Ausrüstungsteile gefunden. Aber die eigentliche Überraschung kommt noch: In der Ecke liegt das Skelett eines Schiffbrüchigen, denn um einen solchen muss es sich handeln. Dafür spricht die primitive Ausstattung und der offensichtlich trostlose Tod in der Einsamkeit. 4. Teil: Die vergessene Insel
Wieder ein Blick zu Forbes & Co.: Die Piraten sind immer noch auf der Suche nach dem Schatz, man versucht krampfhaft wieder auf See zu kommen. Für mich ergab sich die Frage: Was ist mit dem vielen Lösegeld passiert? Aber beobachten wir wieder unsere Freunde: Inzwischen ist es Winter geworden. Service geht auf eigene Faust auf Entdeckung. Er findet ein etwas verrottetes Boot umgedreht am Strand liegen. Dann wird auch noch ein frisches Fangeisen gefunden. Wer hat es ausgelegt? Doniphan beschließt Jagd auf das Phantom zu machen, denn inzwischen lässt sich die Existenz eines Fremden nicht mehr abstreiten. Als Höhepunkt der Rätselei verschwindet auch noch mitten aus der Höhle der Jungen eines von Doniphans Gewehren. Dies ist gleichzeitig auch Anlass für einen erneuten Streit. Jetzt will Doniphan weg und Service und Brian gehen mit.
Zum Glück haben die Jungs mit einem Fernrohr das Boot betrachtet und mit Schrecken erkannten sie ihre alten Widersacher. Schnell zurück zur Höhle. Hier muss alles getarnt werden, aber dies ist eine ziemlich geringe Chance. Inzwischen findet Doniphan und die beiden anderen, die von all dem ja keine Ahnung haben, eine frische Fallgrube und ihre Streifzüge gehen weiter. Die Höhlenbesatzung hat das Risiko der Trennung erkannt. Dick Sand will die drei Abtrünnigen vor den Piraten warnen. Er macht sich auf die Socken, läuft aber den Piraten in die Hände. Eine Wache am Lagerfeuer der schlafenden Gauner will Dick stellen. Dabei wird die Wache aber von einem Pfeil tödlich getroffen und Dick kann zu Doniphan entkommen. Hat das Phantom geschossen? Inzwischen finden die Piraten nach dem Erwachen ihre tote Wache. Wer war das? Die ganze Insel soll auf den Kopf gestellt werden. Dabei ging mir durch den Kopf, dass die durch das Drehbuch festgelegte Größe von fast fast 3200 Quadratkilometern (siehe weiter oben) eigentlich von vorn herein eine gute Chance für die Jungs bedeuten müsste. Aber die Gauner haben den richtigen Riecher, man kommt bis kurz vor die Höhle der Jungs. Da wird die Aktion unterbrochen – man hat eine andere Höhle gefunden! Dort gibt es Goldschätze (aussehend wie Inkagold) und jede Menge Münzgold, zwar nicht die gesuchte Kriegskasse – aber immerhin – man hat ausgesorgt. Was die Piraten nicht sehen, in der Höhle ist eine Falle eingebaut, denn die Höhlendecke besteht aus geschickt gestapelten Gesteinbrocken (like Schatz am Silbersee). Ein bzw. der Unbekannte macht sich in der Nähe zu schaffen! Schnitt zu den Jungs: Diese werden von einem Geräusch aufgeschreckt. Donner und Rauch kommen aus der Nähe des Felsens! Man entschließt sich dort hin zu gehen. Unsere Freunden finden unter eingestürztem Geröll den gerade sterbenden Unbekannten, dessen Identität aber nicht mehr geklärt werden kann. Mit der Erklärung, dass man nichts Genaues vom Verbleib der Piraten weiß, setzen sich völlig unlogisch die Jungs mit der kleinen Schaluppe der Piraten in Richtung hoher See in Bewegung. Nach nur drei Tagen werden sie von einem Salpetersegler aufnommen. Von diesen Schiffen gibt es hier viele, denn die Insel ist nur 80 Meilen von Chile entfernt aber 1800 von Neuseeland! Nach der telegraphischen Anweisung von Geld können alle wieder nach Hause zurück. Doniphan wird mit Vortragsreisen des Erlebten berühmt und Dick Sand? Der geht wieder zur See. Resümee: Es hat mir großen Spaß gemacht die vier Teile zu verfolgen. Man konnte in die abenteuerliche Welt des Pazifiks eintauchen und ich fieberte mit den Jungs. Die Detailliebe der Filmemacher bereicherten das Werk. Ein Wermutstropfen ist der abrupte und unlogische Schluss, der bei mir den Eindruck einer “heißen Feder” hinterließ. Aber was bleibt, ist trotzdem ein angenehmes Erinnern. Trifft nicht die umfangreiche filmische Umsetzung mit den freizügigen Ergänzungen des Verne-Stoffes auch die Idee der Voyages Extraordinaires? |
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Hinweis: Beschrieben werden nur in meiner Sammlung befindliche Bücher und Verfilmungen. |
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Copyright © Andreas Fehrmann - 08/00, letzte Aktualisierung 5. März 2011