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Collection Fehrmann Jules Vernes „Voyages extraordinaires"- Band VE 37 - |
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/1/ Das Karpathenschloß bei A. Hartleben's Verlag Wien Pest Leipzig, 1894; 204 Seiten (CF /3706/) /2/ ebenda, Bildzitat von Seite 185 |
Die Originalausgabe erschien am 20. Oktober 1892 unter dem Titel Le Château des Carpathes bei Pierre-Jules Hetzel in Paris. Rechts eine deutschsprachige Ausgabe bei A. Hartleben von 1894 /1/. Lassen wir den Autor sprechen: „Die folgende Erzählung ist nicht phantastisch, sie ist nur romantisch. Welch ein Irrtum, sie wegen ihrer Unwahrscheinlichkeit für unwahr zu halten, leben wir doch in einer Epoche, wo alles möglich ist, man muss fast sagen: wo alles bereits einmal vorgekommen ist!“ Was war passiert? Die sehr abergläubischen Bewohner eines kleinen Karpatendorfes geraten in Angst und Schrecken, als von dem über dem Ort liegenden verlassenen und düsteren Schloss auf einmal wieder Lebenszeichen zu sehen sind. Es steigt Rauch auf und Abends sind geheimnisvolle Lichter zu sehen. Dort können doch nur Geister und Dämonen hausen! Trotzdem finden sich Mutige, die sich auf den Weg machen. Dies ist der Förster Dick Neck und der „Doktor“ Patak, der Dorfquacksalber. Vorher wird noch im Wirtshaus gerätselt: Ist der Erbe des Schlosses wieder zurückgekehrt? ....
Diese „Geschichten“ erfährt der Reisende Franz von Telek und seine Neugier ist ebenfalls erwacht. Aber sein Interesse gilt noch einem anderen Fakt der Erzählung Dicks. Es zieht in unwiderstehlich zum Schloss. Hinter der Spukfassade hat sich der kauzige Rudolph von Gortz mit seinem „technischen Gehirn“ Orfanik zurück gezogen. Er ist ein fast krankhafter Verehrer der Oper und ganz besonders einer bestimmten Künstlerin. Denn der eigentliche Dreh- und Angelpunkt der Geschichte ist die Verehrung der Diva „La Stilla“. Diese war aber eigentlich Franz von Telek versprochen, verstarb aber auf tragische Weise. Jetzt auf dem Schloss hört und sieht er seine Liebe. Er kann es nicht fassen. Sie ist in der Gewalt von Rudolph von Gortz, seinem alten Widersacher. Als er Stilla „befreien“ will, muss er feststellen, dass er einer Illusion aufgesessen ist: Mit Hilfe Orfaniks hatte sich Gortz die Stimme La Stillas auf eine Walze konserviert und die kinematografischen Aufnahmen ergänzten das Scheinbild (siehe Illustration links im Text /2/). Die Geschichte wird dann ziemlich geradlinig zum tragischen Ende weiter erzählt, man kann sich den Rest fast selbst erzählen.... Im Roman wird eine Geschichte a la E.T.A. Hoffmann oder Bram Stoker erzählt. Ranken sich doch um den Mythos Karpatenschloss solche Assoziationen wie Vampirismus und Totenkult. Dieses „Umfeld“ hat Jules Verne noch mit ein paar technischen Zugaben versehen, und schon war die Story fertig. Gerade diese „Zugaben“ stellen die eigentliche Bedrohung im Roman dar. In der Wertung der Kritik wird das Werk unterschiedlich gesehen. Zu Zeiten des Erscheinens, wurde das Buch von der Kritik kaum beachtet. Betrachtungen der Gegenwart sprechen von einem seiner „bedeutendsten Spätwerke“. Ich persönlich hatte beim Lesen den Eindruck, dass der Roman zu gradlinig und vorhersehbar war. Ein Spannungsbogen wie in den Erstwerken konnte nicht mehr aufgebaut werden, vielleicht sehe ich das aber auch zu nüchtern. Auf jeden Fall aber ein Verne-Geheimtipp für Leser, die abseits der Hauptromane Lesevergnügen suchen. Eine
interessante Parallele zur Person des Rudolph von Gortz gibt es
zum realen Leben. Den Versuch einer
Antwort auf die Frage nach den Querverbindungen zu finden,
versuche ich auch meiner Seite:
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Hinweis: Beschrieben werden nur in meiner Sammlung befindliche Bücher und Verfilmungen. Dargestellte Bücher sind Beispiele daraus. |
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© Andreas Fehrmann 10/00, letzte Aktualisierung 10. November 2009