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Collection Fehrmann Jules Vernes „Voyages extraordinaires"- Band VE 48 - |
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Quellenangaben der Abbildungen: /1/ Karten aus der Geographisch-artistischen Anstalt von F. A. Brockhaus in: „Brockhaus' kleines Conversations-Lexikon“; Leipzig F. A. Brockhaus 1888 /2/ Bildzitat aus: „Atlas der Expeditionen“ von Karen Farrington © Tosa Verlag Wien 2001 /3/ Bildzitat aus: „Der Nil – Die Geschichte seiner Entdeckung und Eroberung“ von Gianni Guadalupi © Karl Müller Verlag Erlangen 2001 /4/ Le Village aérien – Collection Hetzel Paris 1901; 236 Seiten, Vollillustriert und zusätzlich 6 Chromo-Ganztafeln und eine Karte – CF /4802/ /5/ aus /4/ Bildzitat von Seite 135 Alle Bücher aus Collection Fehrmann. |
Die Originalausgabe erschien am 11. Juli 1901 unter dem Titel „Le Village aérien“ bei Pierre-Jules Hetzel in Paris (Rechts: Titelei mit Frontispiz 1901 /4/) Mitten in Afrika lernen wir eine bunt zusammengewürfelte Reisegesellschaft kennen: Der Franzosen Max Huber hat sich mit dem befreundeten Amerikaner John Cort und ihrem Pflegekind Llanga, einem zehnjährigen Eingeborenenkind, dem Karawanenführer Urdax, einem Portugiesen, angeschlossen. Die Führung der Gruppe unterliegt dem Foreloper Khamis, der aus Kamerun stammt.
Links eine Karte mit Französisch Kongo und im Norden davon, dem Tschadsee (der Ba-har-el-Abiad ist in der unteren rechten Ecke des Sees zu erkennen) . Zur Verdeutlichung der Gesamtlage, ganz Links der Kartenausschnitt, markiert im mittleren Westafrika (Quelle /1/)
Inzwischen befand sich die Reisegesellschaft auf dem Rückweg. Dabei philosophierte Huber über das Fehlen “außergewöhnlicher” Zwischenfälle, die doch erst eine Reise abwechslungsreich und interessant machen.
Zu Abwechslungen sollte es schneller kommen, als es allen lieb war. Man ruhte am Rande eines riesigen Waldgebietes, welches die Gruppe an den Folgetagen umgehen wollte, da der dichte Wald für die Fahrzeuge nicht passierbar war. Da wurde in den Abendstunden das Camp von einer riesigen Herde von Elefanten angegriffen. Das Lager befand sich genau auf der Route, die von den hunderten von Tieren durchkämmt wurde. Es kam wie es kommen musste.
Während beim Erkennen der Gefahr die einheimischen Träger mit Teilen der Ausrüstung das Weite suchten, konnten sich Urdax, Huber, Cort, Llanga und Khamis nur noch auf die ersten vereinzelten Bäume des nahen Waldes retten. Von dort musste Urdax den Untergang seines Transportes mit allen Zugtieren und den Wagen beobachten. Nachdem die Elefanten auch noch die recht schwachen Stämme der Fluchtbäume attackierten, fiel Urdax zwischen die Tiere und er wurde von ihnen zerstampft. Die restliche Gruppe konnte nur noch Hals über Kopf flüchten, da auch ihre Bäume zu schwach waren, um den Angreifern zu wieder stehen. Eine Rettung gab es erst, als die Fliehenden in den dichteren Wald liefen, der von den Riesentieren auf Grund der dicht an dicht stehenden Bäume nicht mehr passiert werden konnte.
Jetzt war guter Rat teuer. Durch die hastige Flucht hatte man gerade 50 Schuss Munition bei sich, alle Transportmittel waren verloren gegangen und das Endziel lag in weiter Ferne. Jetzt stand die Frage der Entscheidung: Zu Fuß den riesigen Wald umrunden, so wie es eigentlich im Tross geplant war – oder die kürzere Route quer durch den Wald. Aber in diesem wurden bereits am Vorabend verdächtige Lichter gesehen, die auf Eingeborene hinzuweisen schienen. Trotzdem beschloss man, den Wald zu durchqueren. In 30 Tagesmärschen sollte es zu schaffen sein und immerhin gab es ja auch noch die Möglichkeit einen Flusslauf zu finden, der in Richtung Ubanghi floss. Konnte man sich diesem anvertrauen, müsste eine Beschleunigung der Rückkehr erreichbar sein, da man diesen dann westwärts in Richtung Libreville verlassen konnte (siehe Karte).
Die gleichen Fragen die sich der Leser stellt, formuliert auch Verne: „ Und der Doktor Johausen ...? Und Ngala, das merkwürdige Dorf in den Lüften, das in Baumkronen des großen Waldes verborgen lag ...? Nun, früher oder später würde schon eine Expedition im Interesse der neueren anthropologischen Wissenschaft mit den seltsamen Wagddis in nähere Verbindung treten. Was den deutschen Doktor angeht, so ist und bleibt dieser dem Wahnsinn verfallen . (....)“ - ENDE ERGÄNZUNG: Zu diesem Werk gibt es eine interessante Passage aus dem Interview Verne / Hutin, welches 1901 stattfand. Folgendes Zitat: „Und welche Frage behandeln Sie darin?“ - „Ich versuche, die Verbindungsart zwischen dem vollkommensten Affen und dem unvollkommensten Menschen wiederherzustellen.“ - „Diesen Versuch hat auch Dr. Garner unternehmen wollen, indem er Affen zum Sprechen brachte.“ - „Mein Held wird der Rivale des Dr. Garner sein. Der hat die Affen nur von Libreville aus an der afrikanischen Küste studiert. Ich gebe mich etwas phantasievoller und werde die Frage auf breiterer Ebene angehen; und auf jeden Fall bin ich weit entfernt davon, zur Schlußfolgerung von Darwin zu gelangen, dessen Gedanken ich nicht im mindesten teile.“ Quelle: „Entretiens avec Jules Verne“ (Bibliographie Bd. 5, Genf 1998), genutzt in Volker Dehs „Jules Verne“ Anmerkung von mir: Verne als überzeugter Katholik trat öfters gegen die Lehren Charles Darwins (1809 – 1882) auf. Dies ist ein weiteres Beispiel dazu. NACHTRAG: Das Lesen dieses Romans hatte einen schalen Nachgeschmack: Erst nach 13 von 18 Kapiteln gelangt man zum eigentlichen Höhepunkt und Namensgeber des Romans: Zum Dorf in den Lüften. Vorher gab es diverse Detailbeschreibungen des Urwalds die so nicht sehr unterhaltsam waren. Leider waren auch alle „überraschenden Wendungen“ vorhersehbar, da der Leser ziemlich deutlich vorbereitet wurde. In den oben angesprochenen Diskussionen ist deutlich die Parteiname Vernes und dessen erhobener Zeigefinger zu spüren. Das Ende der Geschichte (siehe gekürztes Zitat) zeigt dann den nicht sehr gelungenen Schluss eines Romans, der ziemlich seicht ausläuft. Schade – das Thema hätte mehr hergegeben. |
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Hinweis: Beschrieben werden nur in meiner Sammlung befindliche Bücher und Verfilmungen. Dargestellte Bücher sind Beispiele daraus. |
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© Andreas Fehrmann 12/00, update 3. Juni 2009