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Collection Fehrmann Jules Vernes „Voyages extraordinaires*"(* Dieser Band ist nicht offizieller Bestandteil der VE) Postum veröffentlicht |
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Buch unten: © 1984 Pawlak Taschenbuchverlag, Berlin, Herrsching. - Nachdruck v. Verlag A. Hartleben, Inh. Dr. W. Rob, Wien I. Ungekürzte, Pawlaks Collection Jules Verne Band 90 (ISBN 3-8224-1090-x – CF /8401/).
Quellen: /1/ Robert Wallace: The Miners; Time-Life-Books Inc. / Alexandria Virginia USA 1976. Kapitel: Long trail to Klondike, Bildzitat von Seite 201. Übersetzung der Bildunterschrift:: Eine Schiffsladung Bergarbeiter bei der Abfahrt der QUEEN von Seattle nach Skagway. Die 6-Tagereise kostete 1.000 $ und mehr für jeden Reisenden! Siehe dazu auch die Karte /3/ zur Orientierung. /2/ Eric Hegg (Fotograf) 1898: Five men at mining operation, No. 5 below Bonanza Creek, Yukon Territory © University of Washington Libraries - Digital Collections /3/ Klondike Gold Rush Routes Map © The National Park Service Klondike (2005). /4/ Der Goldvulkan Bekannte und unbekannte Welten Band 89 und 90 v. A. Hartleben's Verlag Wien und Leipzig 1907; 63 Abb. v. Roux; 472 Seiten – CF /8404/ /5/ Bildzitat aus /4/ von Seite 225
Zum Kartenmaterial rechts unten im Text: Es ist erstaunlich: Dies sind die offiziellen, damals gebräuchlichen Routen während des Goldrausches. Die in der Romanhandlung von den Helden der Handlung diskutierten Weg-Varianten sind alle sichtbar und die dann von Verne bevorzugte Route von Seattle, Vancouver, Skagway nach Dawson City ist genau nachzuvollziehen. Selbst der beschriebene Grenzstreit lässt sich mit der Karte erklären.
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Das Manuskript wurde 1899 bis 1900 geschrieben. Die Originalausgabe erschien im Jahre 1906 unter dem Titel Le Volcan d'or (Le Klondyke) als Vorabdruck im Le Journal (Paris). Der postum veröffentlichte Roman wurde von Michel Verne stark umgearbeitet. Im Manuskript fehlen die Personen Jane und Edith Edgerton und Michel hat gerade im zweiten Teil stark geändert und mehrere Kapitel dazugeschrieben. Dieses Werk ist daher in der Complete Jules Verne Bibliography unter IV, Other Novels Nr. 8 erfasst. Bild rechts: Eine frühe deutschsprachige Version von A. Hartleben's Verlag 1907 /4/. Summy Skim lebt mit sich und der Welt zufrieden in Montreal. Er hat sein Auskommen und kann sich aufgrund seiner Verhältnisse noch ein Landgut leisten, von dem aus er in den Sommermonaten regelmäßig auf die Jagd geht. Sein sein Vetter Ben Raddle, von Hause aus Ingenieur, ist nicht so ausgeglichen. Stets nach Neuem suchend, technische Herausforderungen annehmend und stetig am Gewinn orientiert, kann er nicht die Beschaulichkeit und die innere Ruhe des Vetters teilen. Eines Tages gibt es eine Abwechslung in Summies Leben. Als Ben gerade wieder unterwegs ist, wird Summy zu einem Notar geladen. Dieser eröffnet ihm, dass die Vettern einen Claim am Miles Creek im Norden Kanadas von ihrem Onkel Josias Lacoste geerbt haben. Summy sieht das Ganze völlig emotionslos und als dann auch noch ein Angebot über 5000 Dollar von einer Mining-Gesellschaft den Beiden zugestellt wird, macht er seinem zurückgekehrtem Vetter den Vorschlag, das Erbe zu verkaufen. Doch Ben ist aus anderem Holz geschnitzt. Er wittert die Chance, durch Ausbeutung des Claims zu vielem Geld zu gelangen. Geschickterweise kann er seinen Vetter überzeugen, nicht die „Katze im Sack“ zu verkaufen. So machen sich die Beiden unternehmungslustig auf, um im Hohen Norden ihr Erbe zu besichtigen.
Doch der beschauliche Teil der Reise ist vorbei, denn bald geht es nur noch zu Fuß weiter. Intensivst wird der beschwerliche Weg über dem Chilkoot-Pass in Richtung Klondike geschildert. Aber die Reise verläuft auch ansonsten nicht reibungslos. Ein Grund dafür ist das Auftreten von zwei „Bösewichten“, die schon in der Goldsucherszene eine traurige Berühmtheit erlangt haben. Dies sind die Texaner Hunter und Malone. Ständig provozierend suchen sie die Konfrontation. Als dann einer der Beiden auch noch Jane anpöbelt, greift Summy ein. Natürlich beutet dies, dass er jetzt einen Feind hat. Erfahrene Verne-Leser wissen was es bedeutet, wenn Figuren oder Charaktere überzeichnet werden: So aufgebaut werden sie auch später noch Ärger bringen.
Aber der Erfolg auf den beiden Claims ist gering. Dazu kommt, dass der Claim der Vettern, direkt an einem Fluss gelegen, auch in direkter Nachbarschaft einer Bande von Raufbolden liegt. Und die Besitzer? Es sind natürlich (bei einer Verne-Romanhandlung) die beiden Schufte Hunter und Malone. Pöbeleien und nachfolgende Auseinandersetzungen lassen dann folgerichtig auch nicht lange auf sich warten (siehe dazu Illustration links /5/).
Bei einem Jagdausflug in der Nähe von Dawson rettet Summy einen Goldsucher, der schon völlig ermattet dem Tode nahe ist. In das Krankenhaus gebracht, kann er aber auch dort nicht mehr gerettet werden. In seinen letzten Stunden vertraut er den Freunden ein Geheimnis an: Ganz oben im Norden, noch höher als Kondike gelegen, soll es einen Vulkan geben, dessen innerer Boden mit Gold bedeckt sein soll. Gemeinsam mit einem befreundeten Scout und einigen Helfern beschließen sie, im nächsten Frühjahr dorthin aufzubrechen. Begleitet werden sie dabei auch von einer der Cousinen, eben die, die schon die Sehnsucht von Summy geweckt hat. Aber das Böse schläft nicht: Die Gauner Malone und Hunter haben durch einen Indianer erfahren, dass es im Norden einen Goldvulkan geben soll. Er führt jetzt eine ganze Truppe übelster Gesellen unter Leitung von Malone und Hunter dorthin. Als der Treck der „Guten“ endlich am Vulkan ankommt, erleben sie eine nicht geahnte Überraschung: Der Vulkan ist wieder aktiv. Sein kontinuierliches Brodeln im Inneren Vulkankegel verhindert das Eindringen. Man kommt nicht an das Gold! Ben der Ingenieur hat eine Idee. Könnte man nicht einen künstlichen Ausbruch hervorzurufen? Dann ebbt danach vielleicht die Aktivität ab und der Vulkan muss seine Schätze hergeben. So baut die Gruppe einen Wasserkanal zum Vulkan und eine Aushöhlung an der Kraterbasis, die dann durch Sprengung der letzten Wand im Krater das Wasser in den Kamin einleiten soll. Diese Zuführung müsste eine Eruption hervorrufen. Kurz nach Fertigstellung des Bauvorhabens, die Sprengladungen wurden auch schon eingebracht, gibt es wieder eine Wendung: Die „Bösen“ haben auch den Vulkan erreicht. Nach Belagerung, Schusswechsel und allerlei Kampfgeplänkel wollen die Schurken über den Vulkankegel das Lager der Vettern stürmen. In Bedrängnis geraten, zündet Ben die Lunten.
Nachbemerkungen: Aus den Hinweisen der Sekundärliteratur konnte ich entnehmen das, wie ganz oben schon angesprochen, Michel wesentliche Teile des Romans und dessen Figuren überarbeitet hat. Aber gerade das Einbringen der Frauen hat die Handlung wesentlich belebt. Dabei gibt es auch in der klassischen Rollenverteilung a la Verne einen Wesenswandel: Das emanzipierte Auftreten der Cousinen ist in der Darstellung in einem Roman Vernes neu. Hier wird nicht einfach wie unter Jules Verne üblich, das „heldenmütige“ oder verklärt dargestellte Verhalten von Frauen geschildert, hier sind Ideale der damaligen Frauenbewegung mit in die Geschichte eingeflossen. Ich glaube, dass Michel am katholischen Frauenbild des Vaters erheblich „gerüttelt“ hat. So ist der Heiratsantrag der fast am Ende der Geschichte von den Frauen ausgeht, wie eine Kampfansage an ältere Darstellungen zu sehen. Im ersten Teil des Romans hat mir am besten die Schilderung des beschwerlichen Weges nach Dawson gefallen. Zur grafischen Untermalung habe ich die damals gebräuchlichen Route in das „Goldland“ aus einer moderneren Darstellung beigefügt /3/. Erinnerungen an Jack London wurden wach. Bei der detailreichen Schilderung wird aber auch klar, dass man sich einschlägig in den auch damals schon reich publizierten Darstellungen vom Goldrush in Klondike und Yukon belesen hatte. Selbst die bildhafte Umsetzung der Illustrationen erinnern an fotografische Vorlagen. Aus diesem Grunde habe ich diesen Beitrag ergänzend mit alten Fotos illustriert. Diese geben das ursprüngliche Flair exakt wieder. Die Handlung im Kampf um den Vulkan ist der Höhepunkt des zweiten Teils. Sollten auch diese Kapitel die Handschrift Michels tragen? Die Helden agieren in straffer Abfolge und die Szenerie erinnert an typische „Western“. Insgesamt ein Roman, bei dem auch Liebhaber dieses Genres voll auf ihre Kosten kommen. |
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Hinweis: Beschrieben werden nur in meiner Sammlung befindliche Bücher und Verfilmungen. Dargestellte Bücher sind Beispiele daraus. |
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© Andreas Fehrmann 09/01, update 10. Sept. 2009