Eberhard Binder-Staßfurt – Ein Illustrator der Voyages Extraordinaires

The German illustrator Eberhard Binder-Staßfurt – best known for his book illustrations of children's and adventure books, among other things Verne's Extraordinary Journeys / Le Illustrateur des Voyages Extraordinaires







Eberhard Binder-Staßfurt: Geboren am 02.05.1924 in Staßfurt, gestorben 2001 (?) in Magdeburg.





Bild oben und rechts: Selbstbildnis des Künstlers aus /2/


QUELLVERWEISE und weiterführende / genutze Literatur- und Recherchehinweise:

/1/ SAUR Allgemeines Künstlerlexikon, München. Leipzig -1995, ISBN 3-598-22751-5, Band 11, Seite 76 und 77

/2/ Autorenkollektiv: Für Kinder gemalt – 93 Buchillustratoren der DDR 1975, 1. Auflage LSV 8086, Best.-Nr. 6301140, Druck: Sachsendruck Plauen

/3/ Eberhard Binder-Staßfurt: Gedanken eines Illustrators, in Börsenblatt (bbb) 142 (1975) Heft 20, Seite 334 und 335 (Zur Eröffnung des Illustratorenforums zu den 13. Tagen der Kinder- und Jugendliteratur am 02.04.1975 in Magdeburg)

Eberhard Binder (auch Eberhard Binder-Staßfurt)

Grafiker, Illustrator und Buchgestalter

Eberhard Binder wurde am 2. Mai 1924 in Staßfurt geboren. Von 1941 bis 1942 besuchte er die Meisterschule des Deutschen Handwerks (Werkkunstschule) in Hildesheim und von 1949 bis 1952 die Fachschule für angewandte Kunst in Magdeburg. Magdeburg sollte auch der Ort seines Lebens und Schaffens werden. Dort begann er auch nach seiner Ausbildung als Werbegrafiker zu arbeiten um dann ab 1955 als Buchillustrator und –Gestalter tätig zu sein. Sein Schaffen umfasst die immense Anzahl von 800 Büchern, die er illustriert und gestaltet hat, einige davon auch gemeinsam mit seiner Frau Elfriede Binder, die ebenfalls als Grafikerin arbeitete.

Er begann als Illustrator mit Federzeichnungen zu Mark Twains Tom Sawyers Abenteuer (1954). Bei Kinder- und Jugendbüchern interessierte ihn besonders die Vielfalt der Handlungsmomente und die Bildhaftigkeit der Vorlage. Binder strebte die emotionale Übereinstimmung von Text und Bild an und setzt sowohl reale als auch phantastische Stoffe um. Die Wahl der bildnerischen Mittel trifft er nach Gehalt und Stimmung des Werkes. Charakteristisch sind für seinen Illustrationsstil bewegte, vielfigurige Szenen in meist heiterer Grundstimmung.“ /1/. Eberhard Binder-Staßfurt verstarb 2001 in Magdeburg (ein genaueres Datum konnte ich leider nicht ermitteln).

Die Recherche nach Titeln der von ihm illustrierten Bücher gestaltete sich schwierig, da mir trotz intensivster Recherche Buchlistungen nur bruchstückhaft vorlagen. Neben diesem Stückwerk habe ich daher vor allem auf Bücher meiner Collection zurückgegriffen. So habe ich folgende Werke Jules Verne in Ausgaben mit Illustrationen von Eberhard Binder-Staßfurt gefunden:

Eine Winterkampagne im Eise - Verlag Neues Leben Berlin, 1956 (aus der Reihe Abenteuer aus weiter Welt, Heft 11)

Ein Kapitän von 15 Jahren - Der Kinderbuchverlag Berlin, 1958

Die Reise um den Mond – Der Kinderbuchverlag Berlin, 1961

Der Archipel in Flammen – Verlag Neues Leben Berlin, 2. Auflage 1969 (die 1. Auflage 1958 auch schon?)

Die Familie ohne Namen – Verlag Neues Leben Berlin, 1985

WinterkampagneKapitänum den MondArchipelFamilie ohne Namen

Aus diesen Ausgaben möchte ich nachfolgend Bildbeispiele geben, um den Stil und die Umsetzung der Gedanken des Autors deutlich zu machen. In früheren Ausgaben dominiert die Klarheit der Bildkompositionen und die Dynamik der Bilder durch wenige, aber kraftvolle Linien und Pinselstriche. Im Laufe der Zeit veränderte sich aber der Stil des Künstlers bei seinen Buchillustrationen: Der Bildaufbau wird aufwendiger gestaltet, die Hintergründe erscheinen kompletter und die offensichtliche Liebe zum Details tritt hervor. Dazu bitte ich vergleichend auch den Link zur eingebundenen Bildergalerie zu nutzen.

Bild links: Hadjine Elizundo und ihr ergebener Milchbruder, der Grieche Xaris aus Der Archipel in Flammen. Bild mittig: Die Mondreisenden Barbicane (oben), Kapitän Nicholl und unten Michel Ardan auf ihren Polsterbetten des Geschosses in Die Reise um den Mond. Bild rechts: Doppelseitige Illustration der Buchdecke innen-vorn aus Familie ohne Namen

Diese Detailverliebtheit zeigt sich auch in den Büchern anderer von ihm illustrierter Bücher der Kinder- und Abenteuerliteratur, beginnend in Ausgaben ab Mitte der 60er Jahre. Beispielhaft möchte ich von den vielen Büchern hier nur Alexandre Dumas' Die vier Musketiere, Mark Twains Tom Sawyer & Huckleberry Finn (besonders auch die Versionen der 70er Jahre) oder Kurt Helds Die rote Zora und ihre Bande erwähnen. Diese Ausgaben zählten zu meinen Lieblingsbüchern. Gerade dieser Stilwandel der mit einer Erhöhung der Anschaulichkeit einherging, prädestinierte ihn auch als Sachbuchillustrator – einem weiteren Arbeitsgebiet auf dem er auch erfolgreich tätig war.

Wie er selbst die Aufgabe eines Buchillustrators sah, möchte ich durch ein Zitat veranschaulichen: „Um das verständlich zu machen, muß ich Ihnen kurz die Art und Weise unserer Tätigkeit erläutern, die mit Illustrieren etwas unvollkommen definiert ist. Wir sind ja an der „Mache“ des ganzen Buches beteiligt, weshalb wir unser Metier auch gern und zweideutig als Büchermachen bezeichnen. Etwas drastisch zwar, aber nicht weniger zutreffend, nennen wir uns auch „Literaturverpacker“. Diesem Wort haftet etwas von Packen und Placken an, also von Plagen, und das trifft durchaus zu, obwohl das Plagen hier mehr vom Kopf ausgeht.“ /3/ Wie dieses „Literaturverpacken“ in der Praxis aussah, möchte ich noch durch ein paar Impressionen in der nachfolgenden Bildergalerie aus Die Familie ohne Namen zeigen, dessen Umsetzung ich für sehr gelungen halte.

Aus der 1985er Auflage des Verlages Neues Leben Berlin nun einige Bildbeispiele unter diesem Link:  Eberhard Binder-Staßfurt Illustrationen des Buches FAMILIE OHNE NAMEN

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Copyright © Andreas Fehrmann – 04/03, letzte Aktualisierung 28. Januar 2016