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Collection Fehrmann Bühnenwerkevon und nach Jules Verne- Jules Verne im Theater / Les pièces de théâtre / Plays - |
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Hinweise zu Quellen und zum Bildmaterial: /1/ Noël et Stoullig: „Les annales du Théâtre“, Paris 1875, Seite 307 aus /2/ Seite 10
/2/ Robert Pourvoyeur: „Jaques Offenbach und Jules Verne“; Bad Emser Hefte Nr. 193 (basierend auf Ausgabe 104); Bad Ems 2002; ISSN 1436-459x
/3/ ebenda, Seite 36
/4/ Brief Dehs an Fehrmann, 22. Juni 2006
/5/ Anna Judic in Le Docteur Ox, Théâtre des Variétés Paris am 26. Januar 1877; Foto: Gaston & Mathieu, Paris, zirka 1875. Anna Judic lebte von 1850 bis 1911, sie war Schauspielerin und Sängerin
/6/ Zeitschrift „The Era“, London, Sonntag, 4. Februar 1877, Seite 7
/7/ „Le Docteur Ox“, produziert 2004 von Amiral LDA, Erstausstrahlung am 20. März 2005 bei TV5 Europe. Eine weitere Ausstrahlung erfolgte am 17.12.2005 bei ARTE.
/8/ zeitgenössische Stiche und Fotos, von mir im Format beschnitten und bearbeitet |
Le Docteur Ox (Doktor Ox) Operette 1877
Die Frage, ob diese Operette in die Liste der Verne Werke aufgenommen werden sollte, wurde erst vor kurzem endgültig geklärt. Bis dato stand die Annahme, dass Offenbach sich, ähnlich wie bei den Mondromanen, nur von Verne inspirieren ließ. Die Textvorlage wurde von den Librettisten Mortier und M. Philippe Gille (1831 bis 1901, Bild rechts oben /8/) geschrieben. Nach Robert Pourvoyeur /2/ lag die Anregung zur Bühnenumsetzung unter anderem im Inhalt der Erzählung begründet, da dort die Wirkung von Sauerstoff auf eine beschleunigten Umsetzung eines Bühnenstücks erzählt wird. Der Stoff drängte sich Offenbach regelrecht auf. Das die Bühnenumsetzung damals nicht ganz ohne Verne ging, erkannte auch Pourvoyeur: „Im Textbuch zu „Le Docteur Ox“ findet sich denn auch der Vermerk, dieses sei >mit ausdrücklicher Bewilligung des Autors und des Verlegers J. Hetzel publiziert< worden.“ /3/ Endgültige Klarheit brachten die Erkenntnisse von Volker Dehs in Auswertung des Schriftverkehrs zwischen Verne und Gille. Daraus geht hervor, dass Verne zwar nicht am Text mitgearbeitet hat, die textliche Erstellung des Librettos aber von ihm überwacht wurde. Gleichzeitig stand er seinem Freund Gille beratend zur Seite. Im Ergebnis erhielt er dann für die textliche Vorlage und die Beratung eben soviel Tantiemen wie Mortier und Gille. /4/ Es ist also durchaus legitim, diese Operette den Bühnenwerken Vernes zu zuordnen.
Aber Ox wird von der Prinzessin von Astrakan, die schöne Prascovia, verfolgt (Siehe Bild links: Anna Judic die die Prinzessin spielte /5/). Vor einiger Zeit flüchtete er vor der Hochzeit, nun kreuzt seine verlassene Verlobte wieder die Wege des Chemikers. Verkleidet als Zigeunerin und später als flämisches Dienstmädchen umgarnt sie Ox. Die hartnäckige und gerissene Prascovia kommt zu ihrem Ziel, als er angelockt durch ihre sirenenhafte süße Stimme seinen sicheren Ort verlässt (siehe auch Szenenbild weiter unten). So kommt er in den Bereich des Sauerstoffes und betört fällt er vor die Füße Prascovias, um ihr dann einen Hochzeitsantrag zu machen. Die Situation läuft jetzt aber in Gefahr zu eskalieren, als Ox die Wut der Quiquendonier spüren muss. Denen wurde bewusst, dass er es war, der ihr Temperament geändert hatte. Erst als die Gasfabrik explodiert, beruhigen sich wieder alle in Quiquendone.
Das Stück wurde zwar vom Publikum und der Presse freundlich aufgenommen, aber ein nachhaltiger Erfolg wollte sich nicht einstellen. Als Beispiel soll eine Stimme aus einem Blatt der britischen Presse dienen: „Die Story ist von einer der von Mr. Jules Vernes amüsanten wissenschaftlichen Geschichten übernommen worden. Sie wurde gescheit von den Autoren bearbeitet, indem sie eine Liebesgeschichte vorstellen, ohne die keine Operette ansehnlich sein würde.“ /6/ Weiter im Artikel wurde dann die Operette und ihre Ausstattung in sympathischer Weise beschrieben. Zwar war das Stück locker und leicht inszeniert, die Bühnengestaltung und die Kostüme wurden als prächtig und verschwenderisch bezeichnet, selbst die optisch reizvolle Ausschüttung des Gases wurde anerkannt, aber schon bald erlahmte das Interesse der Besucher und nach 42 Aufführungen wurde das Stück abgesetzt.
Details zur Buchvorlage von
Jules Verne sind unter
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Copyright © Andreas Fehrmann - 10/06, update 1. März 2006