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Jules Verne Bücher in der DDR
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... Impressen auswerten und Preise erkennen Wer nicht mit diesen Büchern aufgewachsen ist, dem erschließen sich nicht immer die Informationen, die im Impressum eines Buches damaliger ostdeutscher Verlage zu finden sind. Daher habe gebe ich an dieser Stelle eine allgemeine Erläuterung, damit diese Bücher besser identifiziert werden können. Denn nicht immer sind alle Angaben die ein Sammler gerne hätte, in den Büchern eingedruckt worden. Oft fehlen die Angaben: Welche Auflage ist es? Oder: Wann wurde das Buch aufgelegt? Die nachfolgenden Erkenntnisse aus der Struktur der Freigaben und Systematisierungen habe ich mir in mühsamer Recherche aus unterschiedlichsten Quellen zusammengesucht. Nicht die Wissenschaftlichkeit steht in meiner Zusammenfassung im Vordergrund, sondern das allgemeine Verständnis dieses Bürokratiemonsters.
Druckfreigaben,
Lizenznummern und Ausgabejahre Wenn sich eine zentrale Administration, ein überbordendes Sicherheitsbedürfnis und eine versteckte Zensur treffen, dann erlebt die sagenumwobene deutsche Bürokratie ihren Höhepunkt. Die junge ostdeutsche Republik schaffte strenge Regeln im Zeituns- und Verlagswesen, ja selbst einfache Seriendrucke von Formularen waren streng geregelt und benötigten eine Druckfreigabe. Dazu eine Hintergrundinformation: Es gab das Regelungssystem der "Ausnahmegenehmigungen" für Druckwaren/Vormulare/Vordrucke, erkenntlich in den Formularen mit einer Nummerierung die mit "Ag" begann. Das Ende dieser Nummer war immer das zweistellige Druckfreigabejahr. Dieses Jahreszahlen-System kam auch bei Büchern zur Anwendung und damit sind wir wieder beim Thema. Schon eine Verlagsgründung bedurfte einer
Verlagslizenz. Diese wurde direkt nachdem Kriege von der sowjetischen
Militäradministration erteilt, anfang der 50er Jahre dann vom Amt für
Literatur und Verlagswesen, welches dann später in das Ministerium für
Kultur aufging. Zeitgleich wurden in den frühen 50er Jahren in der DDR die Druckgenehmigungsverfahren eingeführt. Dazu mussten für die den Druck geplante Bücher zentral eingereicht werden und nach erfolgreicher Bestätigung innerhalb dieses Verfahrens erfolgte eine Druckfreigabe, die durch eine Druckgenehmigungsnummer erteilt wurde. Zusammen mit der Verlagslizenznummer ergab sich daraus für das konkrete Buch eine Lizenznummer. Die gestatteten Ausnahmereglungen für Volksbildung und Militär sind für unsere hier besprochenen Bücher nicht ztreffend. Diese Regelungen galten bis Ende 1989. Bis zu
diesem Zeitpunkt galt die Druckgenehmigungsnummer als
Identifikationsnummer eines Buches. Da aber jede neue Auflage wieder
lizensiert wurde, gab es dann stets eine neue Lizenznummer. Für uns als
Sammler bedeutet das, dass man aufgrund dieser Tatsache die Auflage
eines Buches erkennen kann, selbst wenn die dementsprechende Auflage
(z.B. 3. Auflage) nicht in der Titelei genannt wurde. Ab Beginn der
80er Jahre begann man auch im Osten die international gebräuchliche
ISBN-Nummer einzuführen, wobei schon in den 70er Jahren als
Bestellhilfe des Buchhandels eine Bestellnummer eingeführt wurde. Daher
konnten durchaus unterschiedlichste Nummernsysteme in einem Impressum
eingedruckt worden sein.
Unter der Lizenznummer finden wir die
Bestellnummer, die aber nur für das Warenwirtschaftssystem des
Buchhandels von Bedeutung war. Dann erfolgt die kryptische Zeile "I/II
00760" die ich ganz unten erläutere. Ergänzt wird unten das Impressum
noch durch die schon angewandte ISBN-Nummer.
Preise
Und ganz oben im Beispiel des Impressums der Kinder des Kapitän Grant? Die
Lösung lautet: Die Bände I und II kosteten jeweils 7,60 Mark. Alles
klar? |
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Copyright © Andreas Fehrmann – 2/2026 letzte Aktualisierung 17. Februar 2026