Collection Fehrmann

Jules Vernes „Voyages extraordinaires"

- Band VE 1: Fünf Wochen im Ballon -

VERFILMUNGEN

Film & Bildmaterial © Manfred Durniok Produktion

FILM 3



DVD 2011

Beispiel-DVD, erschienen 2011 bei © ICESTORM


Fünf Wochen im Ballon als Animationsfilm D / China 2001

FergussonRegisseur: Hu Zhao Hong & Manfred Durniok; Drehbuch: Günter Rätz, Sibille Rätz, Manfred Durniok, Hu Zhao Hong ; Kamera: Hu Zhao Hong, Ling Ji De ; Schnitt: Gong Li Min

In dieser Umsetzung arbeitet Doktor Samuel Fergusson als Einzelforscher, völlig aufgehend in der Suche nach einer technisch machbaren Steuerung eines Ballons. Als er die Lösung findet, bricht er mit seinen Diener Joe und seinem Freund, dem Abenteurer Dick Kenndy zu einer Afrikaüberquerung auf. Während Fergusson vor allem neue wisschenschaftliche Erkenntnisse sucht, hat Kennedy noch anderes im Sinn: In einem Buch des Forschungsreisenden Lucian (?) ist er auf die sogenannten "magischen Steine" aufmerksam geworden. 

Während der gesamten Reise werden die drei Ballonfahrer argwöhnisch von den Einheimischen beobachtet und via Trommel-Funk wird die Information der baldigen Ankunft von Etappe zu Etappe jeweils als Vorwarnung weitergegeben. (Szenenbild links: Fergusson im Ballon © Manfred Durniok Produktion).Der Argwohn der Schwarzen, später auch der Berber ist nicht ohne Grund: Nachdem die Spur des Lucian aufgenommen wurde, der zufälliger Weise die jetzige Reiseroute kreutzte, ist Kennedy nicht mehr zu halten: Er will die magischen Steine. Er macht auch kein Hehl aus seiner Motivation: Er will seine Schulden bezahlen und ein reicher Mann werden. Zwischenzeitlich gibt es einen Überfall durch eine Pavianaffenherde bei einer Rast, ein weiterer Stopp bietet einen Kampf mit Löwe und Krodil - und durch Missverständnisse oder Fehlverhalten gibt es so manchen Disput oder sogar Handgreiflichkeiten mit den Eingeborenen. Als dann im (Film-) legendären Arlit wirklich in einer alten Mine die gesuchten Steine gefunden werden, verstehen die Afrikaner keinen Spaß mehr. Die weitere Reise wird zur Flucht, wobei Kennedy auch noch zeitweilig in Gefangenschaft gerät. Zwar müssen die Ballonfahrer die gefundenen Steine als Ballast wieder abwerfen, aber erst in den Schlußszenen im Senegal werden die Missverständnisse ausgeräumt  und man verbrüdert sich.

OriginalrouteDurnioks ReiserouteNachbemerkung: Das Drehbuch hatte es nicht nicht leicht: Wie bringt man in einem Roman der als Forschungsreise angelegt war die notwendige Dramatik hinein? Wie setzt man das Ganze dann auch noch kindgerecht um? Es waren also durchaus neue Ideen gefragt, die dann von den Machern auch prompt kamen. Nicht ganz so nachvollziehbar sind die völlig von der Romanvorlage abweichenden Drehbuchideen die unlogisch erscheinen. Warum wurde die Reiseroute geändert? Im Roman wird in Sansibar gestartet (Karte links), in dieser Verfilmung am Horn von Afrika (siehe Karte rechts, direkt aus dem FIlm © Manfred Durniok Produktion). Daraus begründete sich keine Änderung der Handlung. Technischer Hintergrund: Die von Fergusson "erfundene" höhenregulierende Ballonsteurung wird zwar zu Beginn des FIlmes richtig dargestellt, aber im Verlaufe der Handlung wird daraus in der bildlichen Darstellung ein normaler Heissluftballon - ständig zündeln irgendwelche Flammen am Ballon. Genau diesen Energieverlust wollte ja sein Erfinder  vermeiden. Mit einem Heissluftballon währe die Reise schon nach der ersten Etappe beendet gewesen.

Weitere Flüchtigkeitsfehler leistete sich der Verleiher ICESTORM. Der Schöpfer des DVD-Covers hatte sich weder den FIlm richtig angesehen, noch die Hintergründe recherchiert. Ansonsten hätte er nicht auf dem Booklet getextet das drei Engländer eine Ballonreise machen, denn Dick Kennedy war Schotte. Das dort dann auch zu lesen ist  "Im Jahre 1862 brechen ... auf", wird schon in der ersten Kameraeinstellung widerlegt, dort wird ein Kalender von 1899 gezeigt - und richtig: Die Reisenden wollen ihr Ziel genau zur Jahrhundertwende 1899/1900 erreichen - wie mehrfach in den Dialogen zu hören ist. Diese Details können aber nicht den Gesamteindruck schmälern. Der Film ist Locker inszeniert mit bildlich gut umgesetzten Einzelepisoden, da der Kulissenbau wieder ganze Arbeit geleistet hat. Die Kameraführung trug das ihrige dazu bei. Aufnahmen aus der Totalen, Blickwinkel aus der Froschperspektive oder Kamerafahrten durch die Kulissen belebten den Film und ließen teiweise vergessen, dass es sich um einen Animationsfilm handelte. Die Musik von Christian Bruhn und die Umsetzung durch das Berliner Film Orchester war schwungvoll und einfühlsam, sie hätte einem Real-Spielfilm zur Ehre gereicht.  Wie auch schon die anderen Durniok Verne-Adaptionen ist dies ein gelungener Kinderfilm, der aber durchaus gesamt-Familien-tauglich ist.

Buch

Fünf Wochen im Ballon - Buch und Übersicht der Verfilmungen


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Hinweis: Beschrieben werden nur in meiner Sammlung befindliche Bücher und Verfilmungen. Copyright © Andreas Fehrmann – 08/11, letzte Aktualisierung 24. Januar 2016

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