|
|
Collection Fehrmann Jules Vernes „Voyages extraordinaires"- Band VE 46 - |
|
Bilder im Text: /1/ Magasin d'Éducation et de Récréation Bd. 10 der neuen Serie, 2. Halbjahr 1899, 35. Jahrgang, 70ster Band tota; CF /6626/. Die Karte ohne Erläuterungen, daneben eine Detailvergrößerung, im Original ist die Karte (nicht die Seitengröße) ca. 32 x 23 cm groß. Bildzitat von Seite 102/103 /2/ Kein Bild aus dem Roman, sondern passend dazu: Amerikanische Schnellzuglokomotive auf der Weltausstellung in Chicago 1893 aus: Der Weltverkehr und seine Mittel; Verlag Otto Spamer Leipzig 1901; Bild von Seite 210 (Collection Fehrmann) /3/ Bidlzitat aus /1/ von Seite 327 /4/ Jules Verne: Das Testament eines Excentrischen; A. Hartleben's Verlag Wien Pest Leizig; Erstausgabe 1900 mit 480 Seiten; CF /4603/. /5/ Jules Verne: Le Testament d'un excentrique; J. Hetzel et Cie; Paris; 27. Nov. 1899; 480 Seiten, mit 12 Chromotyphographien; CF /4604/ - siehe unten - Bildbeispiel im Text ist eine Ganztafel zwischen Seite 32 und 33
|
Die Originalausgaben erschienen im Jahre 1899; Band I am 3. August und Band II am 20. November , beide unter dem Titel Le Testament d'un excentrique bei Pierre-Jules Hetzel in Paris. Die Bände wurden mit 61 Grafiken von George Roux illustriert und sind umfangreich mit Fotografien von Sehenswürdigkeiten der USA ergänzt (35 Stück). Die Ausgabe vom 27. November 1899 mit beiden Bänden in einem Buch enthält einen Teil der Illustrationen als Chromotypographien in Farbe (siehe /5/). Die alten französischen Ausgaben haben als Beilage Kartenmaterial in Form der Spielfelder, also dem eigentlichen Dreh- und Angelpunkt des Romans (Bilder siehe weiter unten /1/). Selbst in meiner Hartleben-Ausgabe von 1900 (mit 81 Illustrationen) konnte ich diese nicht finden (Siehe Titelei mit Frontispiz rechts /4/)
Endlich ist es soweit: Im größten Saale der Stadt wird vor erwartungsvollem Publikum des Testament verlesen. Seinem Ruf als Mitglied des Excentric Clubs wird der Verstorbene voll gerecht. Hat er doch als Verfechter des „Edlen Gänsespiels“ (welches vor allem in England und Frankreich bekannt ist) verfügt, dieses in überdimensionaler Weise mit den ausgelosten Teilnehmern quer durch die Staaten der Union zu spielen. Die einzelnen US-Staaten sind die Spielfelder und die Spielfiguren sind die ausgelosten Chicagoer. Je nach Würfelfall, der regelmäßig durch seinen Notar zu ermitteln war, hatten sich die Teilnehmer zwischen den Staaten zu bewegen. Dabei waren auch Staaten definiert worden, die als „Gefängnis“ (Aussetzen eines Spielzuges), als Labyrinth (Rücksetzen auf ein bestimmtes Vorfeld) oder als „Totenkopf“ (Zurück zum Spielbeginn) bezeichnet waren. Gleichzeitig mussten an bestimmten Stellen „Strafeinzahlungen“ in die Spielkasse geleistet werden. Dieses Spiel, dass in der Bewegung über die Spielfelder in etwa an das von Kindern in Deutschland gespielte „Leiterspiel“ erinnert, sollte von dem gewonnen sein, der als erster im dreiundsechzigsten Feld (wieder in Chicago) erscheint. In seinem Testament nannte er seine Spielidee „Edles Vereinigte Staatenspiel“ (Bild links /5/ und rechts: /2/)
Kurz darauf beginnt das Spiel und eine Reise aller Beteiligten quer durch die Staaten folgt. Diese Verfahrensweise dient Jules Verne als Aufhänger, sein umfassendes geografisches Wissen detailliert an den Leser zu bringen. Gemeinsam mit den Spielern werden die bekanntesten Sehenswürdigkeiten der USA aufgesucht, wobei die Willkür des Würfelns, mit den daran geknüpften Abhängigkeiten des Spielverlaufs, nur bedingt eine gewisse Spannung aufkommen lässt. Wie der Leser schon recht zeitig vermutet, wird das Spiel vom großen Unbekannten gewonnen, der sich (auch wie erwartet) als der „Verstorbene“ entpuppt. (Bild rechts: Der Zieleinlauf /3/) Nach der Beerdigungszeremonie im Mausoleum aus einer kataleptischen Starre erwacht, nahm er mit Hilfe seines Anwalts die Chance war, selbst als großer Unbekannter an seinem Lieblingsspiel teilzuhaben. Dabei ging er als echter Spieler auch das Risiko ein, all sein Vermögen zu verlieren. Zum Abschluss gab es noch ein großes Happyend: Hypperbone ehelicht Jovita Foley, die Freundin der zweitplazierten Lissy Wag, diese wiederum den männlichen Sympathieträger des Romans Max Real, der (bei Verne nicht sehr überraschend), französische Wurzeln in seinem Blut hatte. Wieder geht es in einem Roman
Vernes um ein riesiges Vermögen, geknüpft an eine seltsame Erbschaft.
Die Idee wurde ja von ihm schon in anderer Ausprägung in:
|
|
|
![]()
|
|
Hinweis: Beschrieben werden nur in meiner Sammlung befindliche Bücher und Filme. Dargestellte Bücher sind Beispiele daraus. |
©
Fehrmann 03/01, letzte Aktualsierung 8. Sept. 2011