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Collection Fehrmann Jules Vernes „Voyages extraordinaires*"Jules Verne - Short Stories (* Dieser Band ist nicht offizieller Bestandteil der VE) |
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Im deutschsprachigen Raum erschien die Kurzgeschichte unter anderem in diesen Büchern:
/1/ „Hier et Demain“, mit den Kurzgeschichten: La Famille Raton. M. Ré-Dièze et Mlle Mi-Bémol. La Destinée de Jean Morénas. Le Humbug. Au XXXIXe siècle: La Journée d’un journaliste américain en 2889. L’Éternel Adam; Collection Hetzel, Paris im Dezember 1910 Illustrationen von: Léon Benett, Félicien de Myrbach und Georges Roux; 248 Seiten - Doppelausgabe mit „Le Secret de Wilhelm Storitz“ (+220 Seiten) – CF /K0101/ und /8903/
Quellen aus „Drama in den Lüften“ - CF /K0401/: /2/ ebenda, Seite 9 /3/ ebenda, Seite 10 /4/ ebenda, Seite 17 /5/ ebenda, Seite 18
/6/ Bildzitat aus /1/ Seite 177 /7/ Bildzitat aus /1/ Seite 184 /8/ Bildzitat aus /1/ Seite 193
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„Im XXIX. Jahrhundert - Ein Tag aus dem Leben eines amerikanischen Journalisten im Jahre 2889“ (1889 USA, 1891/1910 Frankreich)
Diese
Kurzgeschichte ist eine würdige Fortsetzung kühner und
wirklich utopischen Gedanken Vernes die er schon im Roman
Verne beschreibt revolutionäre technische Veränderungen im Nachrichtenwesen (Fernseh-Telefone), im interkontinentalen Verkehr (unterirdische Hochgeschwindigkeitszüge und diverse Luftfahrzeuge) und in vielen anderen Lebensbereichen. Grundlage der größten Umwälzungen war die Lösung des energetischen Problems. Dies geschah durch Erfindungen zur Umwandlung verschiedener Energieformen. So nutzte man „... neue Akkumulatoren, von denen die einen die Sonnenenergie, die anderen die in unserer Erdkugel enthaltenen elektrischen Kräfte zu speichern vermögen ...“ /3/ ist, wurden in Folge gigantische Veränderungen vorgenommen. Inmitten dieser „Wunderwelt“ lebt der Erbe des Gründers des „New York Herald“s, Francis Benett. Seit dreißig Generationen ist dieses Blatt in der Hand dieser Familie, wobei sich daraus inzwischen ein Medienimperium gebildet hat, welches jetzt unter „Earth Herald“ firmiert. Er besitzt quasi das Monopol zur elektronischen Verbreitung der Nachrichten, was durch eine phonografische Verteilung mit Zuschaltung von Fernsehkanälen und der elektrischen Aufzeichnung von Bildern geschieht. Dadurch hat er sich so viel Einfluss verschafft, dass er finanztechnisch völlig unabhängig ist und gleichzeitig soviel Machtpotential besitzt, dass selbst Präsidenten um seine Unterstützung buhlen. Die Vorstellung der Person des „Journalisten“ Benett fließt ein in die Schilderung eines Tagesablaufs dieses mächtigen Medienmannes. Während für ihn ein normaler „Arbeitstag“ beginnt, befindet sich seine Frau Edith in Paris, wo zu Huteinkäufen weilt. Via Bildtelefon können die beiden schon zum Frühstück in Verbindung treten (siehe Bild ganz oben links im Text /6/), die Technik macht es optisch und akustisch möglich. Nach dem privatem Kontakt widmet sich Benett seinem Imperium. Aber er verdient nicht nur mit der Informationsverbreitung Geld, ein anderes Standbein ist die Werbung. Bei einem morgendlichen Rundgang in seiner Machtzentrale besucht Benett auch diese Abteilung. „Der angrenzende Saal ist der Werbung gewidmet. Er misst gut und gern einen halben Kilometer. Man kann sich ja denken, welche Rolle die Werbung für eine Zeitung wie den >Earth Herald< spielt, die im Durchschnitt drei Millionen Dollar pro Tag einträgt.“ /4/
Da der „Journalist“ über riesige Geldmittel verfügt, gibt er sich als Mäzen für Forschung und Entwicklung, nicht ohne an seine eigenen Vorteile zu denken. Da einige Erfinder um an Geld zu kommen um Audienz gebeten haben, kann Verne mit diesem dramaturgischen Einfall eine Reihe von Ideen präsentieren, die sich ansonsten nur schwer in eine Handlung einbauen ließen. Gleichzeitig wird der einflussreiche Medientycoon auch von Botschaftern oder Regierungsvertretern konsultiert. Zur Diskussion steht die aktuelle Aufteilung der Welt, die weitestgehend von Großmächten bestimmt ist. Eine drohende militärische Auseinandersetzung sieht Benett nicht, zumal er sich die Frage stellt: „Ist denn ein Krieg noch möglich bei diesen modernen Erfindungen diesen erstickungsbringenden Geschossen, die man auf eine Distanz von hundert Kilometern abschießen kann (ähnlich Vernes „Gefriergeschossen“ die Schultze in „Die 500 Millionen der Begum“ entwickelt hat); diesen zwanzig Meilen langen elektrischen Entladungen, die mit einem einzigen Schlag ein ganzes Armeekorps vernichten vermögen; diesen Projektilen, die Mikroben angefüllt, Pest, Cholera und Gelbes Fieber verbreiten und innerhalb weniger Stunden eine ganze Nation zu zerstören vermöchten?“ /5/ Diese beklemmende Schilderung geht einher mit solchen Ideen, dass die chinesische Führung seinen Untertanen eine maximale Geburtenzahl vorschreibt während dessen die USA Begehrlichkeiten zur Einverleibung Englands als ihre Kolonie anmeldet. Für den Abend steht ein besonderes wissenschaftliches Ereignis bevor: Ein vor hundert Jahren eingefrorener Wissenschaftler soll wieder aufgetaut werden. An diesem öffentlichen Ereignis will Benett am Abend teilnehmen, die Medien sollen ebenfalls dabei sein. Nachmittags kontrolliert er seine Tageseinnahmen, wobei er diese Arbeit mit Hilfe eine „elektronischen Rechenapparates“ im Nu erledigt. Endlich ist es Abend geworden. Die Fernsehkameras richten sich auf den eingefrorenen Wissenschaftler. Aber alle Versuche mit Wärme, Elektrizität und der Behandlung mit modernsten Elixieren bleiben ohne Erfolg. „Die Mumie ist und bleibt eine Mumie“ stellt man betroffen fest. Offensichtlich ist der Wissenschaftler tot und das schon seit hundert Jahren. Hängenden Kopfes ziehen die Jünger dieser Theorie mit ihrem „unheimlichen Paket“ ab. Als der Hausarzt zum späten Abend rät, Benett soll ein Wannenbad nehmen, lässt dieser sich im Hotelzimmer die automatische Badewanne hereinfahren. Aus der gefüllten Wanne klingen verschämte Schreie – seine Frau liegt schon badend darin! Sie war erst vor wenigen Minuten mit der wahnsinnig schnellen unterseeische Tunnel-Verbindung von Europa zurück gekommen. - Mit Benetts Rückblick auf einen verdienstvollen Tag (er hatte wieder ein erkleckerliches Sümmchen verdient) schließt die Geschichte des „Journalisten im neunundzwanzigsten Jahrhundert“ (Bild links /8/) Bemerkung: Ich
halte diese Geschichte für sehr gelungen, zumal sie neben
dem Versuch der Schilderung technischer Phantasien auch genügend
Denkansätze zu gesellschaftlichen Entwicklungen beinhaltet.
Für Verne-Freunde und für Gegner der These, dass Verne
die Scincefiction mit begründet hat, sollte sie zur
Pflichtlektüre gehören. Hier meine
Hintergrundbetrachtungen zum Thema:
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Hinweis: Beschrieben werden nur in meiner Sammlung befindliche Bücher und Verfilmungen. Dargestellte Bücher sind Beispiele daraus. |
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© Fehrmann 02/04, update 7. Januar 2009