Collection Fehrmann

Jules Vernes „Voyages extraordinaires*"

Jules Verne - Short Stories (* Dieser Band ist nicht offizieller Bestandteil der VE)

Das Original in Buchform /1/:

Ox Sammlung



Quellen:

/1/ Jules Verne: Le Docteur Ox bei J. Hetzel et Cie, Rue Jacob Paris 1874; CF /K0205/; Bildzitat von Seite 189

/2/ Julius Verne: Eine Idee des Doctor Ox; A. Hartleben’s Verlag Wien, Pest, Leipzig 1877; Zitat von Seite 253; CF /K0211/

/3/ ebenda, Seite 254

/4/ ebenda, Seite 279

/5/ PK links im Hochfomat: CHARMONIX-MONT-BLANC ASCENSION DE LA DENT DU REQUIN (3422 M); Photo: Monnier; ca. 1919; CF /21305/

/6/ PK im Querformat: AIX-LES-BAINS et MONT BLANC (4810 m), ca. 1910; CF /21306/
Eine Mont-Blanc-Besteigung (von 1871, 1874 in Buchform veröffentlicht) von Paul Verne

Besteigung in OxDie Kurzgeschichte wurde von Paul Verne unter dem Titel Quarantième ascension française au Mont-Blanc (40. französischer Aufstieg zum Mont Blanc) geschrieben. Sie erschien zum ersten Male im Magasin d’Éducation et de Recréation (Paris, Hetzel), im Band 14, Lieferung 166 am 6. Dezember 1871 auf den Seiten 294 bis 303 und in der Lieferung 167 am 20. Dezember 1871 auf den Seiten 327 bis 334. Sie hatte 12 kleinformatige Holzstiche von Edmond Yon als Illustrationen. In Buchform war sie zum ersten Male in der Kurzgeschichtensammlung Le Docteur Ox, 1874 enthalten, klar ausgewiesen aber mit der Urheberschaft von Paul. Diese Werk ist in der  Complete Jules Verne Bibliography by Volker Dehs, Zvi Har'El & Jean Michel Margot   unter II-4. Short apocrypha Nr. 2 erfasst.

Diese recht sachlich geschriebene Erzählung beschreibt in der Ich-Form die Erlebnisse des Bruders von Jules Verne bei der Besteigung des imposanten Bergmassivs. „Am 18. August 1871 kam ich in Chamouni mit dem festen Entschluß an, die Besteigung des Mont-Blanc um jeden Preis durchzuführen. Mein erster Versuch dazu im August 1869 war mißlungen, weil das ungünstige Wetter mich verhindert hatte, weiter als bis zu den Grands-Mulets zu kommen.“ /2/ Als er seinen Landsmann und Freund Donatien Levesque trifft, der kurzfristig eine Reise nach Amerika abbrechen musste, sieht Paul die Chance mit diesem Routinier den Versuch erneut zu wagen und so beginnt die 1871er Bergtour. /2/ „Wir hatten uns in Aix-les-Bains getroffen und dort den Entschluß gefaßt, nach Beendigung unserer Cur eine gemeinschaftliche Excursion nach Savoyen und der Schweiz zu unternehmen.“/3/
Die dann folgende Erzählung zeigt, dass die nicht unbedingt hochalpin ausgebildeten Franzosen ein größeres Wagnis eingingen. Zwar schlossen sie sich einheimischen Bergführern an, aber rein körperlich war es eine große Anstrengung. Sie konnten nur als Seilschaft agieren, mussten Gletscherspalten umgehen oder Schneebrücken zweifelhafter Festigkeit mit Leitern überschreiten. Während der Tour philosophiert Paul über den Sinn von Bergtouren und extremen Herausforderungen, ständig kämpft er gegen sich selbst an. Als man nach den Strapazen des Aufstiegs den mühevollen Rückweg antritt, bemerken die Alpinisten, dass sie nur durch Glück einer riesigen Lawine entgangen waren, die eine Schneise in ihre Aufstiegsspuren geschlagen hatte. Diese umgehend, gelangen sie dann völlig erschöpft zum Basislager. Resümierend stellt Paul fest: „Was man auch darüber sagen mag (…), ich würde nie Jemandem zu einer Bergbesteigung rathen, deren Erfolge immer nur verhältnißmäßig gering sein können, wenn man sie mit den Gefahren zusammenhält, in die man sich und Andere damit bringt.“/4/


Chamonix Mont BlancAix Les Bains


Nachbetrachtung:

 
Ich habe aus der Beschreibung der Bergbesteigung herausgelesen, dass Paul die Strapazen des Aufstiegs offenbar unterschätzt hatte. Sichtbar froh beendete er die Tour. Jules der seinem Bruder sehr zugetan war, verschaffte ihn mit dem Druck im Magasin und als Ergänzung in seiner eigenen Kurzgeschichtensammlung Le Docteur Ox eine Plattform zur Publikation. Die in diesen Wiedergaben vorhandenen Originalstiche von Edmond Yon sind ziemlich neutral in ihren Aussagen. Dies ist auch nicht verwunderlich, gab es doch zu dieser Zeit noch keine handlichen Reisekameras, die eine Motivvorlage erstellen konnten. Siehe dazu die Ausführungen der ab 1890 bis 1893 durch Nadar verfügbaren Kodak-Box im Verne-Roman  Claudius Bomarnac. Aus diesen Gründen habe ich aus meiner Sammlung alter Postkarten mit einen Zeitversatz um 1910  /5/ /6/ präzisere Motive aus der dortigen Bergwelt und den beschriebenen Orten herausgesucht und dargestellt.

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Hinweis: Beschrieben werden nur in meiner Sammlung befindliche Bücher und Verfilmungen. Dargestellte Bücher sind Beispiele daraus.

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© Andreas Fehrmann 03/2013, letzte Aktualisierung 14. Dezember 2017