Collection Fehrmann

Bühnenwerke

von und nach Jules Verne

- Jules Verne im Theater / Les pièces de théâtre / Plays -

Das Buch zum Theaterstück:

DIe US Ausgabe

/2/

Quellen:

/1/ Adolf Philipp d'Ennery in einer zeitgenössischen Darstellung von 1880 aus Olivier & Patrick Poivre D'Arvour: Le monde selon Jules Verne Éditions Mengés, Paris 12/2004; ISBN 2-7441-7920-5; Bildzitat von Seite 110 (Bild wurde von mir stark nachgearbeitet)

/2/ Jules Verne Journey Through The Impossible © Prometheus Books Amherst NY, USA 2003; ISBN 1-59102-079-4; Übersetzt von Edward Baxter, mit einer Einleitung von Jean-Michel Margot; CF /7002/

/3/ ebenda;Illustrationen von Roger Leyonmark

/4/ Volker Dehs: Jules Verne © Rowohlt Taschenbuch Verlag GmbH 1986, 1988, 2000, 2005, Reinbek bei Hamburg; ISBN 3 499 50358 1 (CF /5501/); Zitat v. Seite 99

/5/ Journal Le Monde Illustre vom 2. Dezember 1882: Das Stück im Théâtre de la Porte Saint-Martin; Titelblatt

/6/ Ebenda; Ausschnitt aus einer Seite; Darstellung des Untergangs des Planeten Altor

Voyage à travers l’impossible (Reise durch das Unmögliche) 1882

Das Theaterstück von 1882 unter dem Titel: Voyage à travers l'impossible schrieb Verne zusammen mit Adolphe d'Ennery ab 1879 (Bild rechts /1/). D'Ennery (1811 – 1899) hatte wie Verne, ebenfalls juristische Wurzeln, war er doch vor seiner Tätigkeit als Journalist und Stückeschreiber, Schreiber bei einem Notar. Durch seine populäre Art des Schreibens wurde er bald zu einem erfolgreichen Bühnendichter. Voyage à travers l'impossible war eigentlich die Fortsetzung einer fruchtbaren Zusammenarbeit, hatte man doch schon zusammen einige Stücke auf die Bühne gebracht. Der gewohnte Erfolg hielt sich aber im Rahmen, das Stück hat seine Zeit nicht überlebt. Die Musik für dieses Libretto wurde von Oscar de Lagoanère geschrieben. Die Erstaufführung war am 25. 11. 1882 in Paris, im Théâtre de la Porte Saint-Martin. Das Stück wurde 97 mal zwischen 1882 und 1883 aufgeführt. Es galt lange als verschollen, erst 1979 ist das verloren geglaubte Manuskript wieder aufgetaucht. Die Erstausgabe in Buchform erfolgte daher erst 1981 durch Jean-Jacques Pauvert.

eine US IllustrationDas Stück ist ein Konglomerat verschiedener Romane und der Helden Jules Vernes. In einer kleinen Stadt in Dänemark lebt Georges Hatteras, Sohn des wahnsinnigen Kapitän Hatteras. Er wird vom berühmten Wissenschaftler Doktor Ox angehalten, die Sache des Vaters fortzuführen. Dabei spielt Ox, ähnlich wir es von Goethes „Faust“ kennen, die Rolle eines „Mephistos“. Der Handlungsfaden des Stückes ist eigentlich eine Reisebeschreibung quer durch Reiseziele der „Außergewöhnlichen Reisen“. Auf ständiger Suche nach immer Neuem, begegnen die Akteure Personen die wir schon kennen. So Lidenbrock im Akt 1: „Der Mittelpunkt der Erde“, Nemo im Akt 2: „Am Grunde des Meeres“ und Ardan (und die Bewohner des Planenten Altor) im Akt 3: „Der Planet Altor“. Alle wollen den jungen Hatteras von seinem Größenwahn abbringen. Denn dieser hat es sich in den Kopf gesetzt, immer weiter vordringen zu wollen.

Die Besprechung in der ZeitungDabei lässt Verne bekannte Schauplätze Revue passieren: Über einen Berggipfel gelangen die Reisenden in das innere der Erde,wo sie von einer phantastischen unterirdischen Vegetation umgeben sind. Später geht es mit Nemo und der Nautilus unter das Meer, die versunkene Stadt Atlantis wird besucht und nach einigen „politischen“ Wirren gelangen die Reisenden wieder auf das Festland, diesmal zum „Gun Club“. Mit Hilfe dieser „Spezialisten“ gelangen die Reisenden mit einem Geschoss zum Planeten Altor. Weil die Bevölkerung von Altor unter Führung von Hatteras zwecks „Fruchtbarmachung“ des Planeten die Meere in das Planeteninnere leiten wollte, kommt es zu einer riesigen Explosion. Schlagartig befinden sich die Reisenden wieder am Ausgangspunkt ihrer Reise, im Schloss Andernak in Dänemark.

Nachtrag: Volker Dehs schreibt in seiner RORORO-Biographie: „Trotz seiner vielen Schwächen erhält das Stück dadurch Bedeutung, daß es Vernes einmaligen Versuch darstellt, durch einen korrektiven Rückbezug auf seine erfolgreichsten Titel Einfluß darauf zu gewinnen, wie das Romanwerk zu verstehen sei. So verwundert es nicht, daß die Verleger das Werk mißbilligen und nicht herausbringen: »Ein einziger Unsinn ist das«, schreibt Louis-Jules Hetzel seinem Vater. »Außergewöhnliches soll er machen, und nicht Unmögliches; es besteht aber keine Aussicht, diesen Bretonen von seinen einmal gefaßten Gedanken wieder abzubringen.« Aus heutiger Sicht läßt sich nur hinzufügen: Zum Glück!“ /4/. Nachfolgende Bilder: /5/ und /6/

 

 NACH OBEN - SEITENANFANG


Zurück zur Startseite (Back To Start)

Zurück zur Theaterübersicht

Zur Seitenübersicht (Site - Map)

Copyright © Andreas Fehrmann - © Fehrmann 08/05, letzte Aktualisierung  11. Januar 2016