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Collection Fehrmann Jules Verne im Theater- Vorstellung der Theater in Paris, in denen die Stücke Vernes aufgeführt wurden - |
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Quellenangaben und Hinweise zu den verarbeiteten Informationen und dem verwendeten Bildmaterial: /1/ Bearbeitetes Motiv nach einem alten Stich: Théâtre Lyrique in der Zeit von 1847 bis 1862 /2/ Bild Crime sur le boulevard du Temple präsentiert auf einer Ausstellung 1998/99 der Bibliothèque de Lyon. Originalquelle: Progès Illustré vom 13. Dezember 1891 /3/ Bildmotiv aus Collection Siege / Paris by Northwestern University Library. Foto wahrscheinlich von Eugéne Fabius 1870 (von mir aufbereitet und optimiert) /4/ Bearbeitetes Motiv nach: Jean Demerliac: L'Odyssée Jules Verne Albin Michel – Arte éditons 2005, Paris, ISBN 2-2-226-14552-4 – Bildzitat von Seite 142 (Registratur Collection Fehrmann /5713/) /5/ Die Jahreszahlen und die Namen wurden u.a. dem Carthalia-Projekt von Andreas Praefcke entnommen (www.andreas-praefcke.de) /6/ Bildmotive nach zeitgenössischen Postkarten, durch mich bearbeitet und teilweise beschnitten. /7/ Informationen zu Verne aus: Revue Jules Verne (Amiens) Nr. 11 (2001) Seite 35 bis 94) /8/ Otto Schneidereit Operette A – Z Henschelverlag Berlin 1978 10. Auflage; L-Nr. 414.235/22/78; Zitat von Seite 259 /9/ ebenda, Seite 260 /10/ Theaterplakat von Bouffes-Parisiens unbekannter Herkunft von 1895 /11/ Bearbeitetes Motiv nach einem alten Stich: Le nouveau theâtre de la Porte-Saint-Martin 1873 /12/ Fakten zum Théâtre Cluny aus: Nicole Wild: Dictionnaire des théâtres parisiens; Paris: Aux Amateurs du livre 1989, S. 69-71 /13/ Bearbeitetes Motiv nach: Paul Larochelle: Trois hommes de théatre – 1782-1930, Edition du Centre 1930 / 1960; Bildzitat von Seite 169 /14/ Dieses Bild ist nicht historisch verbürgt. Ich nahm eine aktuelle Aufnahme, veränderte Bildinhalte und versuchte das Flair vergangener Tage nachzuempfinden. /15/ Bearbeitetes Motiv nach: Olivier & Patrick Poivre D'Arvour: Le monde selon Jules Verne; Éditions France Loisirs / Éditions Mengés, Paris 2004; ISBN 2-7441-7920-5; Bildzitat von Seite 111 (Registratur Collection Fehrmann /5518/) /16/ Bildmotiv nach einer zeitgenössischen stereoskopischen Aufnahme, durch mich stark bearbeitet /17/ Fakten zu den Architekten aus: Kölner Universitäts-Journal 3-2005; Architekturen, Skizzen und Visionen von Eva Faresin, Seite 15 /18/ Collection Fehrmann /19/ Fotos © Fehrmann 4/2011 /20/ Bildmotiv überarbeitet aus Quelle: P. Loiseau-Rousseau: Les théâtres de Paris: Eaux-fortes (Paris: Deviers, 1878; Seite 400)
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Als Jules Verne 1848 nach Paris kam, hatte die französische Metropole gerade die Größe einer Millionenstadt erreicht. Trotz der Revolutionswirren war es eine berauschende und pulsierende Stadt, eine Stadt geprägt von Kultur und dem bürgerlichen Leben. Zu den schon existierenden Theatern kamen dann in den 60er und 70er Jahren viele Neubauten dazu. Paris entwickelte sich immer mehr zum kulturellen Zentrum Europas. Aus der Vielfalt der Theater und Bühnen möchte ich nun die Häuser vorstellen, die im direkten Zusammenhang mit der Aufführung der Stücke von Jules Verne standen: Théâtre Historique, Théâtre Lyrique, Théâtre du Gymnase dramatique, Les Bouffes-Parisiens, Théâtre du Vaudeville, Théâtre de la Porte Saint-Martin, Théâtre Cluny, Théâtre du Chatelet, Théâtre de la Gaîté-Lyrique und das Théâtre de l'Ambigu-Comique Théâtre Historique / Théâtre Lyrique
Kurz darauf, in den Jahren 1860 bis 1862, wurde ein neues Gebäude an anderer Stelle von Gabriel Davioud gebaut. Dieses neue „Théâtre Lyrique“ wurde im Krieg 1871 durch Feuer zerstört. Es konnte aber nach Rekonstruktion 1875 wieder eröffnet werden, verwirrender Weise diesmal wieder als "Théâtre Historique" (siehe Bilder unten: außen /3/, innen /4/). 1879 erfolgte eine erneute Umbenennung in "Théâtre des Nations", dann 1883 in "Théâtre Italien", 1885 zu „Théâtre de Paris". In der Zeit von 1887 bis 1898 gehörte es zur "Opéra-Comique" und wurde dann 1898 in das Theater "Théâtre Sarah-Bernhardt" umbenannt. Wem das noch nicht verwirrend genug ist: 1936 erfolgte die Umbenennung zu "Théâtre du Peuple" um schon 1942 den Namen "Théâtre de la Cité" zu erhalten. Aber die Geschichte der Namensfindungen geht noch weiter: 1949 erfolgte eine erneute Rückbenennung zu "Théâtre Sarah-Bernhardt". Um der Geschichte treu zu bleiben gab man dem Theater 1957 den Namen "Théâtre des Nations" um es dann 1968 "Théâtre de la Ville" zu nennen (siehe /5/). Es ist am Place du Chatelet Nr. 2 noch heute unter diesem Namen zu finden. Spätestens nach dieser Listung der verwirrenden Namensgebung dürfte jedem klar sein, wie kompliziert es ist, kulturgeschichtliche Puzzlesteine richtig zusammen zu setzen. (Farbfoto /19/ - Das Theater zur Jetztzeit)
Das „Théâtre du Gymnase
dramatique“, die übliche Kurzbezeichnung war „Gymnase“, wurde am 23.
Dezember 1820 am Boulevard Bonne-Nouvelle Nr. 38 eröffnet (historische Aufnahme Bild /6/).
Es wurde von Rougevin und Guerchy gebaut. Die damals üblichen
indirekten Kerzenleuchter wurden 1823 durch Gaslicht ersetzt, eine
damals moderne Lösung, die erst kurz vorher, nämlich 1817, erstmalig
eingesetzt wurde. 1824 wurde das Theater kurzzeitig in "Théâtre de
Madame" unbenannt, erhielt aber 1830 seinen Namen wieder zurück. Es war
auf Komödien und Vaudevilles spezialisiert. Für Jules Verne gab es auch
hier Hilfe durch die Dumas', diesmal jedoch von Dumas fils. Von Mitte
der 50er an hatte Dumas der Jüngere gute Verbindungen zu dieser Bühne
und er vermittelte vermutlich die zwei Wiederaufnahmen des
Verne-Stückes
Der eigentlich als Cellist und als Komponist tätige Jacques Offenbach (1819 bis 1880, siehe links Bild /18/ und sein Grab rechts /19/ auf dem Pariser Friedhof Montmartre) versuchte mit der Gründung der "Bouffes Parisiens" 1855 eine zweite Karriere zu beginnen. Sein Freund Hervé hatte vorher sein kleines Theater „Les Folies Concertantes“ eröffnet. Offenbach komponierte Stücke für dieses Haus. Da die Weltausstellung nahte (1. Mai bis 31. Oktober 1855), kam er auf die Idee von diesem Besucherstrom zu profitieren. „Am 4. Juni 1855 erhielt er ein Theaterprivileg, das ihm die Aufführung von Pantomimen und musikalischen Szenen mit höchstens drei Mitwirkenden erlaubte. Es gelang ihm, in einem Holzbau an den Champs Elysees unterzukommen. Er stand unweit des Weltausstellungsgeländes und war 1849 erbaut worden. Offenbach eröffnete sein kleines Theater, das er „Bouffes-Parisiens“ nannte, am 5. Juli 1855. Der zentrale Einakter des Eröffnungsabends hieß Die beiden Blinden (Les Deux Aveugles- Anmerkung A.F.) und sein enormer Erfolg entschied über die Zukunft von Offenbachs Unternehmung und auch über die künftige Richtung seiner künstlerischen Tätigkeit.“ /8/ Er schuf im Laufe der Zeit über einhundert Bühnenwerke, meist Vaudevilles und Einakter. Diese sind aber heute nicht mehr so bekannt. In Erinnerung bleiben vor allem seine Operetten, die als Synonym für lockere und unbeschwerte Unterhaltung stehen und die später seine eigentliche historische Bedeutung ausmachten. Sein zur Eröffnung gespieltes Stück gilt heute als die Geburtsstunde der Operette. Sein Haus, benannt nach „Opéra-bouffe“ (Komische Oper), wurde also gleichzeitig sein „Lebensprogramm“. „In den folgenden drei Jahren nahm seine kleine Bühne, die im Winter des ersten Jahres ihres Bestehens in das innere der Stadt umgezogen war, einen ununterbrochenen Aufschwung.“/9/. Vernes Monsieur de Chimpanzé wurde 1858 hier uraufgeführt. Im Jahre 1862 gab Offenbach die Leitung des Theaters aus finanziellen Gründen ab, es diente ihm aber weiterhin als Plattform für seine Stücke (Bild rechts /10/). Das noch heute existente Theater befindet in der Rue du Monsigny 4 in Paris. Bilder unten: Das historische Bouffes-Parisiens /20/, ein zeitgenössisches Plakat /10/ und das Theater zur Jetztzeit /19/.
Théâtre du Vaudeville Bevor das „Théâtre du Vaudeville“
im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts zum „Boulevard des Capucines“
kam, hatte es bereits zwei andere Standorte, einer davon war in der
Nähe der Börse. Das erste Haus wurde bereits 1792 gegründet. Im Jahre
1861 wurde auf dieser Bühne das erste Mal Verne
Kurz darauf, im Jahre 1874 wurde
hier Vernes
![]() Théâtre
Cluny
Dieses Theater wurde zunächst als Konzertsaal am 17. Januar 1864 unter der Bezeichnung „Athénée musical“ in der Nähe zum „Hôtel de Cluny“ am Boulevard Saint-Germain 71 gegründet. Das Hotel ist seit über hundert Jahren das „Musée de Cluny“, ein historisches Musum. Beide Gebäude stehen am Boulevard Saint-Germain in Nachbarschaft, nur getrennt durch die einmündende Straße „Rue de Cluny“ Doch schon kurz nach seiner
Eröffnung wurde das „Athénée musical“ zu einem Theater mit 1000 Plätzen
umfunktioniert, das "Théâtre Cluny“ war geboren. Nach Bankrott des
Hauses wurde das Theaterunternehmen im August-September 1867 durch
Henry-J. Boulanger (genannt Larochelle; 1827-1884) übernommen. Dieser
leitete es bis 1874 weiter /12/. Die oben dargestellte Plakette von
Henri Larochelle zierte den Eingang des Theaters, gestiftet von
Verehrern nach seinem Tode (Bild /13/). Im Jahre 1873 wurde in diesem
Hause die Verne-Komödie
Théâtre du Chatelet
Théâtre de la Gaîté-Lyrique Dieses Theater wurde 1861 von
Alphonse Cusin als "Théâtre du Prince impérial" gebaut. Später wurde es
dann in "Théâtre Lyrique municipal de la Gaîté" und danach in „Théâtre
de la Gaîté-Lyrique” umbenannt. In dieser Zeit fanden auch ab 1883 die
50 Aufführungen von Vernes Kéraban-le-tétu statt (Bild rechts: Das
Theater um 1905 /6/). Nach mehrfach wechselnden Besitzern wurde das
Haus als Theater im Jahre 1989 geschlossen und durch eine Entkernung
und einem rigorosem Umbau ist die ehemalige Nutzung heute kaum
erkennbar. Nur die prunkvolle Fassade erinnert noch an seine
Geschichte. Der Gebäudekomplex, die Anschrift lautet Rue Papin Nr. 3
bis 5, wird heute privat genutzt.
Die Architekten Jacques Ignace Hittorff und Jean-François-Joseph Lecointe bauten das „Theatre de l'Ambigu-Comique“, welches 1827 fertig gestellt wurde. Hier arbeitete unter anderem der schon oben erwähnte Jacques Offenbach als Cellist (dort noch unser seinem Geburtsnamen Jakob), bevor er seinen Siegeszug durch die Boulevardtheater von Paris antrat. Das Theater galt als beliebte Spielstätte der leichten Unterhaltung. Im Jahre 1887 fand hier die Uraufführung von Vernes Mathias Sandorf statt (Bild links /16/). Die beiden Architekten Hittorff und Lecointe hinterließen aber keine bleibenden Spuren: Das von ihnen gebaute „Theatre Royal Italien“ brannte 1838 nieder und das „Theatre de l'Ambigu-Comique“ wurde im Jahre 1966 abgerissen. /17/ Das „Theatre de l'Ambigu-Comique“befand sich wie das alte „Théâtre Historique“ am Boulevard du Temple. |
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Copyright © Andreas Fehrmann – 02/06, update 25. April 2011