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Collection Fehrmann

Jules Vernes „Voyages extraordinaires"

- Band VE 6: 20.000 Meilen unter den Meeren -

VERFILMUNGEN

Bildmaterial: © THE ASYLUM Home Entertainment

FILM 10



Oben: DVD © THE ASYLUM Home Entertainment 2007; unten die deutschsprachige Variante, die 2010 von SchröderMedia HandelsGmbH unter dem Titel 30.000 Meilen unter dem Meer auf den Markt kam

DVD dt 30k 

20.000 Meilen unter dem Meer: Verfilmung USA 2007 unter dem Titel: 30.000 Leagues Under The Sea

Originaltitel: 30,000 Leagues Under the Sea - USA TV-Produktion, Erstausstrahlung 9. Sept. 2007; Länge: 90 Minuten; Produziert von Gabriel Bologna; Buch: Eric Forsberg nach Motiven von Jules Verne; DVD Vertrieb in USA von THE ASYLUM Home Entertainment (2007). Schauspieler und Roller: Lorenzo Lamas als Lieutenant Aronnaux; Natalie Stone als Lieutenant Commander Conciel (!) Rollins; Sean Lawlor als Captain Nemo; Kim Little als Specialist Sustin; Declan Joyce als Cooper u.v.a.m. Als Basis der nachfolgenden Betrachtung diente mir die originale US-DVD.

Varianten zu einem Thema: Diesmal angesiedelt im Umfeld der US NAVY zur „fast“ Jetztzeit. Das U-Boot USS >Scotia< gerät bei einer Unterwasserfahrt in Bedrängnis. Blitzartig wird es von einem Riesenkraken geentert und in die Tiefe gezogen. Das oben kreuzende Schlachtschiff USS >Abraham Lincoln< verliert es aus dem Radar. Zur Untersuchung des Vorfalls wird das unter Lieutenant Aronnaux agierende Erkundungs-U-Boot >Aquanaut< herangezogen. Aronnaux, nicht nur Navy-Offizier sondern auch Forscher, hat sich als Erfinder eines Sauerstoff-Generators einen Namen gemacht. Als die Crew zur Suche nach der >Scotia< aufbrechen soll, gibt es noch ein pikantes Detail: Die Mission soll von der ranghöheren Lieutenant Commander Conciel Rollins geführt werden, der Ex-Frau von Aronnaux.

An Bord der USSAlso auf in die Tiefsee! (Bild links: An Bord der >Aquanaut<, im Vordergrund das geschiedene Paar und hinter Aronnaux die blonde Assistentin von ihm, die sichtbar Sympathien für ihn hegt © The Asylum Home Entertainment). Es dauert nicht lange und auch das kleine U-Boot gerät in Bedrängnis, rasend schnell verschwindet es in der Tiefe. Als die Besatzung aus einer Ohnmacht wieder erwacht, befinden sie sich an Bord eines fremden Unterwasserkreuzers. Aronnaux und seine Leute werden auch schnell aufgeklärt, in wessen Gewalt sie sich befinden. Sie sind an Bord der >Nautilus<, die unter der Führung von Kapitän Nemo, losgelöst von allen staatlichen Bindungen, hier in der Tiefsee bisher unerkannt agieren konnte. Überraschender Weise erhalten sie ein Angebot: Nemo lädt sie ein nicht nur Gäste zu sein, sondern er will sie auch an seiner Vision teilhaben lassen: Hier in einer Tiefe von 30.000 Fuß will er auf den Ruinen von Atlantis ein blühendes Unterwasserimperium entstehen lassen. Schon jetzt lockt er mit Unterhaltung und Freiheit an Bord. Die zunehmend auf Größenwahn schließen lassenden Ausführungen kommen nicht so richtig bei den Neulingen an. Nach einigen Recherchen und illegalen Befragungen haben sie die Janusköpfigkeit Nemos erkannt: Er will nicht nur unter Wasser in Ruhe und Freiheit agieren, er hat es auf eine Weltherrschaft abgesehen. Dazu kaperte er im Vorfeld bereits umfangreich mit Atomraketen bestückten U-Boote der überirdischen Supermächte, um mit diesen Waffen einen Vernichtungsfeldzug gegen die Oberwelt zu führen. Aronnaux und seine Leute sind ihm dabei willkommen: Erstens ist Nemo an dessen Erfindung des Sauerstoffgenerators interessiert, eine Basis für sein aufzubauendes Tiefseeimperium und gleichzeitig will er einen Raketenspezialist aus Aronnaux Team gewinnen. Letzteres gelingt ihm, der schändliche Verräter hilft Nemo die „eingesammelten“ atomar bestückten Raketen an Bord der >Nautilus< scharf zu machen.

Aber der Rest von Aronnaux Gruppe ist nicht untätig: Sie können mit ihrem >Aqaunaut< der >Nautilus< entfliehen, nur der Verräter bleibt zurück. Sie wollen zur kurz vorher schon entdeckten >Scotia<, die auf Grund liegt. Beinahe währe die Aktion noch schief gegangen: Conciel Rollins muss ihm Neoprenanzug außenbords gehen, um das Boot aus einer Art Sargassotang zu befreien. Später muss auch ihr Ex mit ran. Dieser taucht sogar ganz frei: Ohne Maske und Brille, nur mit einem gestohlenem Klein-Atemgerät aus Nemos Bestand. Schließlich können sie an Bord der Besatzung der >Scotia<. Diese sind zwar geschwächt, doch reanimierbar. Als Aronnaux wieder an Bord ist, ist seine blonde Freundin glücklich ihn wieder zu sehen. Ein Konflikt bahnt sich an, denn just in diesem Augenblick hat auch Conciel wieder die Liebe zum Ex entdeckt. Das Drehbuch klärt die Situation auf seine Weise. Die schon öfters agierenden Superkraken, ferngesteuerte Geschöpfe Nemos, schaffen es (durch die geschlossenen Ausstiegsschotts!) mit einem Tentakel die Blondine in die Tiefsee zu entführen. So ist jetzt das Dream-Team Conciel und Aronnaux frei für wichtige Aufgaben: Die >Scotia< wieder an die Oberfläche zu bringen und das Vorhaben Nemos mit der Bombardierung Amerikas zu verhindern. Dazu opfern sie ihr Boot >Aquanaut<, welches sie mit voller Kraft in die schon geöffneten Raketenschächte der Nautilus lenken. Ein riesiger Feuerball beendet den Wahnwitz Nemos. Den Rest kann sich jeder ausmalen, der solche Art von US-Verfilmungen kennt. Nur so viel: Es kommen viele frisch gebügelte Uniformen und flatternde Fahnen darin vor .....

Nachbemerkung: Bis zur Hälfte des Filmes konnte ich ganz gut mit der Idee des Zeitversatzes des Themas in die Neuzeit leben. Aber dann schwächelte das Buch, verfiel in Klischees, in einen hervorsehbaren Handlungsablauf, nutzte billige Effekte und Technik und Logik blieben völlig auf der Strecke. Die recht ansehnliche TV-Verfilmung verflachte (selbst Nemo brach noch in Tränen aus, als sein Plan schief ging) und überzogener Patriotismus konnte das Ganze auch nicht mehr retten. Das dann auch noch die Tiefe von 30.000 Fuß als Anregung zum Titel mit 30.000 Leagues herhalten musste, ließ selbst abgehärtete Nutzer von US-Filmforen protestieren. Und mir ging durch den Kopf: Wenn man schon die NAVY im Film so bemühte, dann hätte man auch deren Rat suchen können. Dann hätte es in dieser Tiefe weder Freitauch-Ausflüge im gut erleuchteten Meer (!) noch die Pflanzen des Schelfgürtels auf dem Meeresboden gegeben .... den anderen Unsinn will ich gar nicht erst auflisten.

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Hinweis: Beschrieben werden nur in meiner Sammlung befindliche Bücher und Verfilmungen. Copyright © Andreas Fehrmann – 09/2008, letzte Aktualisierung  24. Januar 2016

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