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Collection Fehrmann

Jules Vernes „Voyages extraordinaires"

- Band VE 12: Die geheimnisvolle Insel -

VERFILMUNGEN

Film & Bildmaterial: © Columbia Pictures Corporation

FILM 10







Darsteller:

Harding = Richard Crane

Pencroft = Marshall Reed

Rulu (Merkurianerin) = Karen Randle

Bert (Merkurianer) = Ralph Hodges

Shard (Kapitän) = Gene Roth

Gideon Spilett = Hugh Prosser

Nemo = Leonard Penn

Ayrton = Terry Frost

Moley (Piratenkapitän) = Rusty Wescoatt

Neb (nicht Nab) = Bernhard Hamilton



DVD: Herausgegeben von Classiccliffhangerserials unter © Albion Media Enterprises 2006 - USA



Cliffhanger Serial

Vielleicht eine Vorbemerkung zum Filmformat: Die vorgestellte Filmserie lief in den 50er Jahren in den USA als sogenannte „Cliffhanger Serial“. Was ist darunter zu verstehen? Allgemein handelt es sich um eine Darstellungsweise, in der die Handlung „Kapitel-nach-Kapitel“ vorgestellt wird, die Handlung wird sozusagen „zerhackt“. Der Held oder die Heldin sind bereit, sich einer Gefahr ähnlich des an den Klippen Hängens, sinnbildlich also am Abgrund turnend, auszusetzen. Dieser Effekt wurde meist an das Ende des Filmes gesetzt, um so die Neugier auf die Fortsetzung anzuheizen. Aus dem Stummfilm geboren, gab es dramaturgisch eine klare Trennung von Gut und Böse, wobei die oft maskierten Helden der ersten Darstellungen durchaus bereit waren, die Bösen zu töten. Diesem Format geschuldet haben wir also eine Vielzahl von Kurzepisoden, die damals als Vorfilme im Kino liefen. Zu Beginn jedes Filmes gab es immer einen kurzen Rückblick auf die Vorwoche, sprich dem letzten Teil, und einen Ausblick auf die Folgewoche (…in this theater next week!). Bis in die 60er Jahre gab es ähnliche Formate auch im Fernsehen, bis diese etwas verlängert, von so genannten „daily soaps“ - Endlos-Serien verdrängt wurden.





Captain Harding, dargestellt durch Richard Crane




Hinweis zu den Szenenbildern: Die Szenenbilder habe ich nicht immer exakt den Episoden zugeordnet. Für alles Bilder gilt © Columbia Pictures Corporation







Die geheimnisvolle Insel: Verfilmung USA 1951 Mysterious Island (15 Teile)

Originaltitel: Mysterious Island Untertitel: Captain Harding’s fabulous adventures; Buch: Lewis Clay, Royal K. Cole und George H. Plympton; Produzent: Sam Katzman; Regie: Spencer Bennet: Filmformat: 15 teiliges „Cliffhanger Serial“ zu je 16 Minuten Laufzeit. Erläuterungen zum Filmformat und Hintergrundinformationen zu Cliffhanger Serial siehe links am Rand im Informationsbereich dieser Seite.

Wenn bei der nachfolgenden Episodenübersicht mein ironischer Unterton überwiegt, dann liegt das daran, das man diesen Film heutzutage nicht so ernst nehmen kann. Er ist inzwischen ein Kulturrelikt geworden.

Teil 1 - Lost in Space: Bürgerkrieg in den Staaten: Der Nordstaatler-Offizier Captain Harding ging auf Erkundung in das Feindgebiet und wurde von Südstaatlern gefangen genommen. Diese hatten ihn via Aufklärungsballon entdeckt. Aber die Gefangenschaft ist nicht so richtig bedrohlich: Die freundlichen Südstaatler bringen ihre Gefangenen wie in einem Sanatorium unter. Der Captain kommt zur Unterkunft in eine Privatvilla, dort lernt er bei dessen Besitzer den Hund Top kennen. Auf dem Gelände gibt es auch noch andere „Gefangene“, so wie wir sie aus dem Roman kennen. Überraschenderweise hat der jetzt auch mit agierende Nab sogar noch ein Gewehr. Kurz darauf gelang es der Gruppe, die sich im Gelände sammeln konnte, samt Hund die Flucht mit dem Ballon einzuleiten. Ganz ohne einen Schuss konnten sie den Startplatz verlassen, gelangten aber in einen Orkan. Dieser trieb sie wie gewohnt über den Pazifik und um den Ballon zu retten, sprang Harding über Bord. Er wurde von einem mysteriösen Maskenträger aus dem Meer gerettet (endlich lernte ich den Ideengeber der albernen Maskierung der 1973er Verfilmung kennen – siehe dazu Szenenbild weiter unten links). Jetzt kommt der Betrachter aus dem Staunen nicht mehr heraus: Der geheimnisvolle Fremde kann so gar durch die Felswand gehen! Die Ereignisse überschlagen sich: Ein Raumschiff landete und drei Personen verließen den Flugkörper. Der Betrachter staunt schon wieder: Männer-Strumpfhosen müssen im All gerade in Mode sein und die Vorliebe für unpraktische Damenbekleidung scheint ebenfalls Universum umspannend zu sein: Eine Art Cinderella in Strumpfhose und Absatzschuhen stöckelt durch die wilde Botanik. Später lernt man sie näher kennen: Es ist die Merkurianerin Rulu mit ihren Helfern. Aber es gibt noch andere Zutaten in diesem Auftaktfilm: Piraten kreuzen auf - die werden zwar erst in späteren Folgen benötigt, aber man will schon mal ein bisschen Spannung schüren -, sinniger Weise auf einem Schiff vom aus dem 18. Jahrhundert. Vielleicht war das Dekorationsschiff gerade aus den damals üblichen Piraten-Klassikern verfügbar. Für die noch durch den zweiten Weltkrieg von Perl Harbour traumatisierten Amerikaner tauchen dann noch sehr asiatisch aussehende Wilde auf, die später als „Volcano People“ bezeichnet werden. Die Wilden sind mit Morgenstern und gezackten Speeren ausgerüstet, damit sie auch recht martialisch aussehen. Jetzt sind bis auf Ayrton, der erst im 2. Teil auftaucht, alle bis zum Ende der Serie agierenden Mitwirkenden vorgestellt worden und die eigentliche Handlung kann beginnen: Ein Vulkan bricht aus und die Rennerei der Gestrandeten, noch ohne Harding wieder gefunden zu haben, nimmt kein Ende. Sie fanden eine schützende Höhle, doch diese verschüttete die Fliehenden

Teil 2 - Sinister Savages: Die Merkurianer nehmen mit zwei geheimnisvollen Apparaten, ähnlich den Radio-Vorkriegsmodellen, ebenfalls den Weg zum Höhlenlabyrinth auf. Dort installieren sie ihre Technik, wobei schon einige technische Apparaturen vorhanden sind – sie scheinen schon mal dort gewesen zu sein. Als die Ballonbrüchigen aus dem Gesteinsschutt des letzten Filmendes krabbeln - natürlich hat sich keiner unter den Felsbrocken verletzt - kommen sie den Außerirdischen zu nahe. Ein Schreckschuss aus einer feuerspeienden Waffe vertreibt sie. Gerade wieder beim Rennen stoßen sie draußen mit einem langhaarigen Mann zusammen, den sie dann überwältigen. Dies ist Ayrton der „Alt-Schiffbrüchige“, der kurz darauf aber wieder entfliehen kann. Als Rache hetzt er die Volcano People auf die Ballonbrüchigen. Inzwischen hat der maskierte Fremde Captain Harding wieder ins Leben zurück geholt, denn dieser hatte offensichtlich das Schwimmen und Tauchen nicht so richtig vertragen. Ohne sich zu zeigen setzt er Harding auf der Insel aus. Noch während die vier Anderen durch die Insel streifen, geht die Außerirdische Rulu auf Erkundung. Natürlich nicht ohne mit den Vieren zusammen zu treffen. Sie muss wieder zu ihrer Waffe greifen, die aber offenbar arge Zielprobleme hat: Wieder gibt es als Auswirkung nur Knall und Qualm. Sicherheitshalber rennen die Vier weiter, nahtlos übergehend um von den Volcano People gejagt zu werden. In einer Felsspalte ist Endstation – sie sind eingekreist. Man schleudert eine Art Sprengpulver und die Gejagten verschwinden in einer Explosionswolke.

Teil 3 - Savage Justice!: Die Wolken verziehen sich – die Opfer scheinen sich entmaterialisiert zu haben. Aber weit gefehlt – man hatte doch noch ein Schlupfloch aus der Falle gefunden. Merke: Eine Serie geht immer weiter…. Inzwischen hat „Cinderella“-Rulu einen Funkspruch erhalten. Zum Glück für alle Zuschauer in verständlichem Englisch. Sie soll sich um die Gelandeten kümmern. Die Gehilfen machen sich auf den Weg… Jetzt folgt eine Reihe Schlag-Abtauschen, die in der Wiedergabe etwas verwirren. Der noch halb bewusstlose Harding wird gefangen genommen, kurz darauf werden die restlichen Ballonbrüchigen von den in der Überzahl agierenden Volcano People bedroht, doch ihr Angriff wird gestoppt – der Unheimliche mit der Maske tauchte auf, für die Bedrängten nicht sichtbar. Gleichzeitig wird Harding von den Entführern wieder freigelassen und der Fremde nimmt ihn auf den Schultern mit. Die anderen Gestrandeten suchen jetzt nach Wasser, sinnvoller Weise gerade dort, wo die Volcano People das Ufer bewachen. Aber man kann sie leicht überwinden, so richtige Krieger scheinen es nicht zu sein. Jetzt wird auch der Hund Top gefunden und der bewachte Harding, der immer noch etwas benebelt ist. Aber ehe die Vier eingreifen können, hat Ayrton schon wieder die Wilden alarmiert und Harding wird erneut verschleppt. Die Vierer-Gruppe trennt sich nun und findet dabei eine geheimnisvolle Kiste. Sie ist voller Waffen! Endlich hat man mal wieder auf die Romanvorlage zurück gegriffen. Die andern suchen Harding. Der soll von den „Bösen“ stranguliert werden, aber seine Freunde sind ja inzwischen bewaffnet. Da stellt sich heraus, dass die Waffen eigentlich nicht gebraucht werden, schließlich hat man in Serien-Western gut ausgebildete „schlagkräftige“ Schauspieler.

Teil 4 - Wild Man at Large!: Harding kann von seinen Freunden gerade noch vor dem Ertrinken gerettet werden, denn samt Strick um den Hals fiel er in die gesuchte Wasserquelle. Jetzt rätselt er, wer in bei der Ballonlandung aus dem Wasser gerettet hatte. Von seinen Kameraden erfährt er, dass es Außerirdische auf der Insel gibt. Dann finden sie eine Hütte, wie gemacht für die Fünf. Aber was verbirgt sich im Inneren hinter einer geheimnisvollen Tür? Sie treffen auf ein Höhlen-Labyrinth mit einer riesigen Waffenkammer. Aber im scheinbar leeren Höhlensystem sehen sie auch einen geheimnisvollen Fußabdruck. Unbemerkt schleicht draußen Ayrton um die Höhle. Jetzt kommt endlich wieder einmal eine Adaption von Verne: Mit Hilfe eines Stabes , dessen Schattenwurfs und einer Uhr wird die geografische Lage der Insel bestimmt. Man ist inmitten des Pazifiks. Aber das „Böse“ schläft nicht: Ayrton hat den Jüngsten überfallen. Gemeinsam kann man aber Ayrton überwältigen. Er wird zur Rede gestellt und so erzählt er seine Geschichte. Dabei wird er vom geheimnisvollen Herrscher der Insel, der wieder mit seinem Integralhelm rumläuft, belauscht. Ayrton kann Harding und seine Freunde von seiner Harmlosigkeit überzeugen, lockt aber kurz darauf zwei von ihnen in eine Falle, indem er vorgibt, ein Nahrungsmitteldepot zeigen zu wollen. Dabei lässt er Felsbrocken und Versorgungskisten die an einem Abhang gestapelt sind, als Geröll-Lawine abgehen.

Teil 5 - Trail of the Mystery Man: Man krabbelt unter den Kisten hervor, Ayrton hat sich verflüchtigt. Wieder werden geheimnisvolle Fußspuren gefunden. Harding will die verborgene Kraft der Insel kennen lernen. Bei der Suche werden sie wieder durch Warnschüsse von den Merkurianern abgeschreckt – man lässt sich verjagen. Die Harding-Gruppe will darauf Kontakt mit den Volcano People aufnehmen. Der Umgang sollte durchaus freundschaftlich sein, aber Ayrton funkt dazwischen. Sein Einfluss auf die Vulkanier schien nicht positiv zu sein. Die Dramatik nimmt zu, denn der Vulkan wird wieder aktiv. Ayrton schafft es wirklich die Volcano People gegen die Gestrandeten aufzuhetzen. Aber sehr kampferprobt scheinen sie nicht zu sein, ein Angriff schlug fehl. Nach dem Getümmel schließt sich Ayrton wieder den Leuten von Captain Harding an. Als Wiedergutmachung soll er Informationen liefern. Was ist hier auf der Insel los? Kann der fremde Geheimnisvolle den Gestrandeten helfen die Insel zu verlassen? Ayrton kennt zwar die Volcano People, hat auch schon den „geheimnisvollen Mann“ gesehen, aber der kommt und geht wie ein Geist. Als Ayrton die Fünf zum Strand führt, nimmt er die Gelegenheit war um sich wieder zu verkrümeln. Aber der Tipp war gut. Man findet wirklich dort einen versteckten Höhleneingang und als sie eintreten, werden sie von dem geheimnisvollen Vermummten mit einer pyrotechnischen Abschreckung empfangen.

Teil 6 - The Pirates Attack! Wie bei den „Cliffhangers“ üblich, krachte, qualmte und blitzte es zwar ungeheuerlich, aber die Besucher rappeln sich immer wieder auf. Es war nur Theaterdonner. Eine bedrohliche Stimme aus dem Hintergrund verscheucht die Eindringlinge. Szenenwechsel: Piraten sind gelandet und zwei von ihnen haben sich Ayrton's bemächtigt. Wie sie ihn wohl gefunden haben? Ayrton wird auf das nostalgische Schiff verschleppt. Der Grund der Piratenankunft ist eine Aufnahme von Proviant aus einem Lager, offensichtlich die Kisten die Ayrton der Harding-Gruppe in Teil 4 auf den Kopf geworfen hatte. Freundlicher weise teilt er den Piraten auch mit, dass inzwischen fünf Ballonfahrer genau neben dem Depot ihr Lager aufgeschlagen haben. Er lässt sich als Lockvogel missbrauchen um den Ballonfahrern erneut eine Falle zu stellen. Die Piraten scheinen aber Anfänger zu sein, denn sie stellen sich so blöd an, dass sie nicht mal einen richtigen Hinterhalt zu Stande bringen. So belagern die Piraten jetzt die Unterkunft der Freunde. Das ist die Chance für die Filmemacher, um eine längere Sequenz mit Ballerei unterzubringen. Harbert erhält den Auftrag, den Geheimnisvollen zu Hilfe zu holen. Aber Ayrton hat dies beobachtet. Die Mercurianer ihrerseits beobachten aber Ayrton und halten ihn von weiteren Hinterhältigkeiten ab. Harbert kann zwar nicht zum Geheimnisvollen vordringen, gerät aber den Merkurianern in die Hände. Die Piraten sind zwischenzeitlich nicht untätig gewesen. Eine Pulverladung soll die Belagerung verkürzen. Diesmal sind es die Belagerten die sich blöd anstellen. Eine Seite ihrer Hütte ist vollkommen ohne Bewachung. Man hätte nicht mal eine Bombe gebraucht, eine Handfeuerwaffe hätte schon zur Überrumpelung gereicht. Aber publikumswirksam kann der Pirat eine Pulvertonne mit Lunte in die verschanzte Hütte einwerfen. Eine riesige Detonation zerreißt die Hütte. An dieser Stelle sinnierte ich darüber nach, wie man an Schwarzpulvertonnen im dargestellten Zeitalter der Repetiergewehre und Revolver kommt. Aber vielleicht lagen die als Dekoration noch auf dem alten Segler herum.....

Teil 7 - Menace of the Mercurians: Was die Piraten aber nicht ahnten, die Zuschauer aber schon lange wussten: So schnell lassen sich die Schiffbrüchigen nicht in die Luft sprengen. Im Film hatten sie schon mehrere Explosionen überlebt. Zum Glück hatte die Hütte vorsichtshalber noch einen Hinterausgang - in das Höhlensystem des Vulkans. Aber die Peinlichkeiten des Films reißen nicht ab. Eigentlich hätte der Zugang ja durch die Explosion verschüttet worden sein müssen. Aber nein, plötzlich geht die Tür auf und eine schon mehrfach trainierte Prügelei, diesmal zwischen Piraten und den Schiffbrüchigen, beginnt. Um die Sache fairer zu gestalten, stürmen zwar in der ersten Sequenz über zehn Piraten hinzu, in den Folgebildern hat aber nur jeder Schiffbrüchige einen Gegner. Schließlich werden Spilett und Pencroft niedergeschlagen, Nab und Harding könnten in das Ganglabyrinth entkommen. Inzwischen wird Harbert von Rulu zur Rede gestellt. Der wiederum fragt, warum diese denn mit Tötungsabsichten kamen. Sie widerspricht: Es sollte nur eine Warnung sein. Wie die Zuschauer wundert sich Harbert, warum Rulu so gut englisch spricht. Es ist Master Olivers (?) Sprache, aber über ihre Aufgaben will sie nicht sprechen. Mit Hilfe eines geheimnisvollen Stabes versetzt sie Harbert in eine Art Trance oder Hypnose und dieser muss ihr willenlos folgen. Die Piraten führen ihre beiden Gefangenen ab und die restliche Harding-Gruppe verfolgt die Piraten. Schließlich können sie den letzten der Gruppe überwältigen. Aber dann geht der Versuch schief. Jetzt werden sie überwältigt. Die Piraten wollen sie als Sklaven mit auf ihr Schiff nehmen. Jetzt greift endlich der Geheimnisvolle ein. Mit einer Art von Gaspistole kann er alle Anwesenden betäuben. Szenenwechsel: Alle sind wieder fein getrennt: Die vier Gestrandeten, aber separat auch die Piraten und diese schmieden schon wieder neue Pläne. Als sich die Piraten trennen, zwei gehen zurück zum Boot, der Rest bleibt auf der Insel, haben die Ballonbrüchigen eine Idee: Das Schiff! Schließlich überwältigen sie zu viert die Zweier-Beiboot-Gruppe und man rudert zum Schiff. Harbert ist denen wohl egal? Damit die Schiff-Erbeutung dramatischer wird, bleiben drei im Boot und nur Harding prügelt sich an Bord rum. Trotz dann nachrückender Verstärkung werden es aber immer mehr Piraten: Der Piraten-Kapitän hatte von Land aus aber das Vorhaben entdeckt und er war seinen Leuten zu Hilfe gekommen. Nach der Überwältigung haben die Piraten eine perfide Idee: Die vier werde ins Beiboot gesetzt und die Kanone wird klar gemacht. Aber die Vier sind sinnigerweise mit einem Seil mit dem Schiff verbunden und beim Brechen des Schusses ziehen sie sich näher an das Schiff heran, um der Kugel zu entgehen 

Teil 8 - Between two Fires!: Der Trick klappte, dummerweise schaffen es die Piraten nicht noch mal nachzuladen und die Vier können in aller Seelenruhe zum Land rudern. Jetzt stellen die Piraten auch noch fest, dass sie kein Beiboot mehr haben. Piraten bei Columbia Pictures müssen ziemlich unterbelichtet sein. Zuschauerfrage: Die vier Schiffbrüchigen kamen mit einem Boot – wie aber kam der Kapitän mit seinen Leuten wieder an Bord? Harbert der immer noch bei den Merkurianern ist, versucht den Fremden auszureden, dass es unlautere Absichten der Ballonbrüchigen gibt. Doch nach Szenenwechsel werden die wieder auf der Insel aufgetauchten Piraten wieder aktiv. Man ist ohne Beiboot trotzdem wieder an Land gekommen! Eine Zweiergruppe der Piraten auf Erkundungsgang kann von Hardings Leuten überwältigt und gefesselt werden. Von denen erobern die Vier auch die Waffen. Da die Vulkanier schon lange nicht in Erscheinung traten, kommen sie jetzt in Friedensmission. Ein friedliches Picknick beginnt. Doch die beiden gefesselten Piraten können sich befreien. Sie berichten dem Kapitän über die neue Konstellation. Die Volcano People wollen den Ballonbrüchigen etwas zeigen und führen sie dazu über die Insel. Aber die Piraten folgen ihnen und erschießen einen Vulkanier. Diese denken nun, dass die Freundschaft ein Ende hat, denn sie vermuten das die Ballonbrüchigen ihren Mann erschossen haben. Als sie sich auf diese stürzen wollen, sind aber die Piraten so dumm um eine Schießerei gegen beide Gruppen zu geginnen .

Teil 9 - Shrine of the Silver Board: Von Hardings Absichten überzeugt, rennen jetzt alle gegen die Piraten. Schon wieder eine Überraschung: Die Vulkanier sprechen auf einmal auch Englisch. Die Schiffbrüchigen sind verblüfft, aber die Erklärung folgt: Ayrton hat es den Eingeborenen beigebracht. Dieser musste sich gerade an anderem Orte von den Fesseln befreien, die er durch die Piraten angelegt bekam. Aber die Fesselungen sind auch nicht mehr das was sie mal früher waren - schon die zweite Fesselung in dieser Serie die schief ging…. Alles bereit zur nächsten Verfolgung: Jetzt wird wieder Ayrton von den Piraten verfolgt. Inzwischen gelangen die Vulkanier mit den Guten zu einem von ihnen bewachten Höhleneingang. Dahinter verbirgt sich eine Art Schatzhöhle, in der die Vulkanier Ausrüstungsgegenstände der Außerirdischen gebracht hatten. Sie berichten, dass sie eine Landung beobachtet hatten. Noch während der Erklärung spielen die Ballonfahrer an der Ausrüstung herum und ein „Kommunikator“ schaltet sich ein. Dadurch kann die attraktive Rulu an anderer Stelle das Signal empfangen. Die Merkurier beschließen dem Signal zu folgen uns so erreicht die Gruppe und das „mysteriöse Mädchen“ (wirklich im Film „mysterious girl“ genannt) Hardings Gruppe und zerstört den Kommunikator durch einen Strahlerschuss. Dann beginnt wieder eine der sinnlosen Verfolgungen quer über die Insel. Diesmal rennen die Leute um Captain Harding hinter den Außerirdischen her. Harmlose aber effektvoll rauchende Zerstörungen von Felsteilen folgen. Harbert der nicht sicher von den Außerirdischen verwahrt wurde, wird nach einem Ausflug, diesmal von Ayrton überfallen und gefesselt. Inzwischen lockt Rulu einen Teil der Gruppe quer über die Insel. Harding und einer seiner Mitstreiter werden durch die Druckwelle einer Sprengung der Außerirdischen Strumpfhosen-Spidermänner in eine Schlucht geschleudert.

Teil 10 - Fighting Fury!: Aber natürlich ist wieder nichts passiert, außer das es ein paar Blessuren gab. Ein paar Sequenzen später überwältigen sie dafür Rulu. Sie fragen sie nach allen möglichen Details aus, was sie auch freiwillig ausplappert. Von Hardings Leuten wird sie zu den Volcano People mitgenommen. Ein Chef der Vulcanier erkennt nun, das dies die Frau ist, die eine Reihe von Leuten von ihm tötete. Sofort wird sie wird gefesselt (ob das hält?), entwaffnet und zurückgelassen. Wusste ich’s doch: Zwei Filmminuten hielt die Fesselung…. Diesmal rennt Harding hinter ihr her. Natürlich trifft die Schöne auf der Flucht über die Insel genau ihre Komplizen, die wiederum erkennen, dass ihre Chefin verfolgt wird. Hopps, springen diese auf den Verfolger und ein Kampf beginnt. Schließlich wird er überwältigt. An dieser Stelle überlegte ich ernsthaft, ob ich mir die anderen Teile der Serie auch noch „antun“ wollte… Harding erzählt seine Geschichte der Flucht mit dem Ballon, während Rulu mit ihm friedlich über die Insel schlendert, als wenn es die vorangegangen Verfolgungen nie gegeben hätte. Nächste Szene: Ayrton wird wieder von den Piraten aufgegriffen…. Dieser führt die Gauner zum gefesselten Harbert, während an anderem Ort Pencroff bei den Volcano People inzwischen seinen Chef vermisst. Zurück zu Ayrton: Der ist gemeinsam mit Harbert Gefangener der Piraten. Die Fronten haben sich wieder mal geändert. Also kämpft Ayrton jetzt gemeinsam mit Harbert gegen den Bootsmann der Piraten, der die Beiden bewachen soll. Dabei gerät die Hütte in der sie gefangen waren in Brand.

Teil 11 - Desperate Chances!: Der Kampf in den Flammen geht weiter, der Pirat entkommt und schließt die beiden in der brennenden Hütte ein. Aber sie können - wie immer - entkommen. Jetzt rennen die anderen Piraten hinter den Flüchtenden her und. Schreckschüssen der beiden Spaziergänger trennt die Streitenden, aber eigentlich will sich Rulu nicht in die Auseinandersetzungen einmischen. Wir erinnern uns: Harding schlendert mit Rulu immer noch über die Insel. Die Fraktionen sind wieder klar: Wobei sich der treulose Ayrton diesmal auf die Seite der „Guten“ geschlagen hat. Die langweiligen Ideen des Drehbuches können wieder von vorn beginnen. Und schon geht’s wieder los: Harding und Harbert gehen allein durch die Gegend und gleich werden sie von einem Piraten überfallen. Inzwischen meutern die restlichen Piraten und ihr Chef erschießt ein Mitglied seiner Gruppe. Schlichtend stimmt der Piratenkapitän zu, die Insel zu verlassen. Also ab zum Strand! Doch dort beginnt mit den Ballonfahrern eine Prügelei um das Beiboot, denn diese wollen ebenfalls das Boot benutzen. Komischerweise beteiligt sich Harbert nicht an der obligatorischen Prügelei. Warum unterstützt er nicht seine Kameraden? - Im Gegenteil, er macht macht sich in das Inselinnere auf. Der Rest seiner Gruppe fährt zum Schiff hinüber und liefert sich dort eine erneute Prügelei mit der Wachmannschaft. Natürlich kommen immer nur so viel Piraten an Deck, wie jeweils durch Boxhiebe von Hardings Männern niedergestreckt werden können. Völlig unmotiviert hat Ayrton die tolle Idee, die Pulverkammer zu sprengen, was in dieser Phase völlig sinnlos ist. Handelt es sich um eine fehl interpretierte Anleihe aus der Buchvorlage?

Teil 12 - Mystery of the Mine: Hardings Leute springen vom detonierenden Schiff und schwimmen an Land. Szenenwechsel: Harbert, der inzwischen den in mehreren Teilen nicht auftretenden Hund Top wiedergefunden hat, beobachtet einen der auf der Insel zurückgebliebenen Piraten. Aber er verliert ihn aus den Augen und so sucht er die Höhle der Außerirdischen auf, seltsamerweise sucht er aber nicht seine Kameraden. Die Höhle wird nun von Piraten besucht und Harbert wird wieder einmal überwältigt. Die jetzt zurückkommende Rulu, die einige Volcano People bei sich hat, kann diese auf die Piraten hetzen. Die Piraten ergreifen die Flucht. Rulu hat wieder mal aus der Requisite den „Hypnotisierstab“ erhalten und damit befielt sie Harbert die Geheimnisse der Höhle nicht zu verraten. Mir stellte sich die Frage: Welche denn? - es waren doch schon alle Beteiligten mal inder Höhle .... Der hypnotisierte Harbert kann sogar die Vulcanier auf Harding hetzen, als dieser Harbert bewegen will, mit ihm zu kommen. Unbeteiligt geht Harbert mit den Volcano People in die Höhle, um dort von ihnen eine Art Erz abbauen zu lassen. Aha, die Vulcanier sind also die Sklaven von Rulus Truppe. Inzwischen ist Harding wieder zurück, beobachtet dies und er schnappt sich Harbert und flieht. Prompt werden sie von den „Spider-Männern“ verfolgt. Diese schießen ihre Strahlenwaffen auf die Beiden.

Teil 13 - Jungle Deadfall: Jetzt ist Harbert aus der Hypnose erwacht und die Schüsse gehen nach einem kühnen Sprung der Beiden in's Leere. Das Durcheinander nutzen die Volcano People zu einer Meuterei: Sie greifen aber auch Harbert an, der diese ja gerade noch angetrieben hat. Eine wilde Klopperei „Jeder gegen Jeden“ beginnt. Die Verwirrung nutzend können Harding und Harbert die Höhle verlassen. Draußen finden sie Fußspuren des Mystery Man. Sie folgen diesen, laufen aber dabei fast den Piraten in die Hände. Doch wie immer gehen deren Schüsse in's Leere. Wieder einmal schlechte Piratenausbildung! Bei der wilden Ballerei ohne Treffer werden auch die anderen aus Hardings Gruppe angelockt. Die Kräfte abwägend signalisieren die Piraten Gesprächsbereitschaft. Der Piratenchef will den Ärger vergessen lassen, wenn Hardings Gruppe mit an einem neuen Schiff baut. Ein Merkurianer beobachtete dies und meldete es via Funk zu Rulu. Als diese dann auch noch erfährt, dass auch die Vulcanier noch integriert werden sollen, ergreift sie die Initiative. Mit ihrem Hypnotisierstab macht sie sich den Häuptling der Vulcanier gefügig. Doch Der Piratenchef wird von seinen Leuten verlassen, als er in „Friedensmission“ mit Captain Harding verhandelt. Inzwischen sind Harding und der Ex-Piratenchef unterwegs zu den Eingeborenen. Der Häuptling soll die kommenden Besucher in eine Falle locken. Der Captain und der Kapitän besuchen den Häuptling um ihn für ihre Sache zu überzeugen. Nach draußen geführt kommen sie in einen Hinterhalt. Eine Baumfalle schlägt zu.

Teil 14 - Men from Tomorrow!: Blöd nur – nicht getroffen. Die Volcano People ergreifen die Flucht. warum eigentlich? Sie waren doch in der absoluten Überzahl? - aber ich muss ja nicht alles verstehen. Als wenn nichts gewesen währ, beraten die Kapitäne ihre weiteren Schritte. Das Geheimnis muss in der Höhle zu suchen sein. Natürlich gehen sie dort allen hin, um die Sache zu erkunden. Dort bastelt Rulu mit ihren Leuten an der Technik rum und die beiden können wirklich die Drei überwältigen. Sie stellen Rulu zur Rede. Aber wie schon oft praktiziert, geschieht ein Handgemenge und die „Siegeschance“ wendet sich wieder zugunsten der der Merkurianer. Auf der Flucht landen die beiden Kapitäne in einer Sackgasse – die Höhle ist zu Ende. Da werden die Beiden sozusagen „weg-gebeamt“. Sie landen beim Mystery Man, ihr wisst schon, der mit seinem Integralhelm. Endlich nimmt er ihn ab. Warum hat er ihn vorher getragen? Er stellt sich als Nemo vor, einen Namen den die Beiden schon kennen: Als Wissenschaftler und Erbauer des U-Bootes „Nautilus“. Er kam auf die Insel um Frieden zu finden, dann kamen aber die Merkurianer um die Erde zu zerstören. Sie haben eine geheimnisvolle Waffe – ein Massenvernichtungsmittel, zu dem sie das gewonnen Erz benötigen. Aber Nemo hat an einer Maschine gebaut, die die Waffe stoppen kann. Er kann nur nicht ganz fertig werden, denn der Schlüssel zur Lösung ist ein Kristall, welches Rulu in ihrem Hypnotisierstab hat. Die Beiden wollen die Aufgabe übernehmen. Die Restpiraten überfallen inzwischen die Rest-Ballonbrüchigen. Da kommen die Kapitäne zurück und klären die Sachlage. Inzwischen macht Rulu ihre Waffe scharf, denn ihr Chef aus dem All soll sich mit einem neuen Raumschiff nähern. Schon schwebt die nächste Konservenbüchse ein. Die Kapitäne wollen die Sache erkunden. Neue Bestrumpfte steigen aus. Sicherheitshalber wird der Eingang zum Flugkörper vermint. Offensichtlich aber zu laienhaft, denn die beiden können sich dem Eingang nähern. Doch dann gibt es eine Detonation.

Teil 15 - The Last of Mysterious Island!: Aber diesmal passiert was in dieser Serie: Nur Harding kann sich wieder aufrappeln, den Piratenchef hat es erwischt. Jetzt stehen sich die beiden Gruppen, also Irdische und Außerirdische gegenüber. Doch man trennt sich, da Rulu keine Lust zum Kämpfen hat – sie muss ihren Auftrag erfüllen. Aus dem Stützpunkt heraus gibt Rulu ihre Anweisungen. Einige haben vorbereitende Arbeiten auszuführen und einer muss Wache schieben. Er stellt sich aber wieder einmal so dilettantisch an, das Harbert ihn einfach mit einen Faustschlag niederstrecken kann. Was hätten die Merkurianer gemacht, wenn eine ganze Gruppe gekommen wäre? Harbert bedroht Rulu mit der Waffe. Warum streckt er sie nicht gleich nieder? Dann wäre die ganze Bedrohung der Erde erledigt gewesen…. Jetzt rappelt sich die Wache wieder auf und Harbert gerät in ein Handgemenge. Aber man sollte mit Amerikanern nicht boxen, wenn diese Western-Erfahrung haben. Da kommt auch noch Verstärkung durch die restliche Gruppe und sie schnappen sich Rulu und ihrem Stab. Als jetzt die hypnotisierten Volcano People kommen, kann Harbert sie mit dem Stab endlich „neutralisieren“. Die aktive Substanz wird von Nemo dem Stab entnommen und er will sie seiner Apparatur hinzufügen. Doch die gefesselte Rulu ist verschwunden. Die Qualität der Fesselungen hatten wir ja schon ausgewertet. Kurzerhand hat sie im Vulkan atomare Kräfte entfesselt (Hallo Physik ...). Nemo lässt die Männer zur Küste flüchten. Dort soll ein Schiff für sie kommen. Er selbst will seine neue Heimat nicht verlassen und er hat noch seine Mission zu erfüllen. Die Ex-Piraten und die Gruppe von Captain Harding steigen auf das Schiff und sie können die Insel noch rechtzeitig verlassen. Die zurückgelassenen Volcano People und die Außerirdischen verschwinden in einer Explosionswolke ...

Meine Einschätzung: Man muss schon eine ziemliche Härte zeigen, wenn man sich wirklich alle Teile dieser Serie ansehen (antun) will. Bei dem Drehstil und der Ausstattung darf man aber nicht vergessen, das es Filme aus den 50er Jahren sind. Der damaligen Art zu Drehen geschuldet, gab es natürlich immer einen Mix von Außen- und Studioaufnahmen. Das die Tricks und Effekte neben dem Stand der Technik auch bei preiswerten Produktionen nicht eben überwältigend sind, ist dann auch logisch. Zwar ist es etwas gewöhnungsbedürftig wenn die arg gebeutelten Helden ständig in frisch gewaschene Hemden und gebügelten Hosen herumrennen, aber das kann man noch bis in den 60er Jahren selbst in aufwändigen Kinofilmen beobachten. Was aber inhaltlich an haarsträubenden Banalitäten, konfusen Handlungsabläufen und reihenweisen Pannen und unlogischen Details geboten wird, dass lässt sich auch nicht mit Alter des Filmprojektes entschuldigen. Es gibt ein ständiges Suchen und Verfolgen; planloses Umherirren auf der Insel und ein regelmäßiges Mischen der einzelnen Gruppen. An diesem konfusen Drehbuch kann erst wieder die kanadisch / neuseeländische Verfilmung des Stoffes von 1995 anknüpfen, die dortigen 22 Teile hatten die Drehbuchautoren auch überfordert. Als Entschuldigung lasse ich gelten, dass in dieser geballten Zusammenstellung kaum jemand alle Teile in Folge gesehen haben wird, oder sollte jemand fünfzehn Wochen in Folge im Kino gewesen sein? So waren die damaligen Betrachter vielleicht nicht so genervt vom ständigen Verfolgen und den blassen Ideen. Aber alles in allen: Ein Stück amerikanischer Filmgeschichte.

Die geheimnisvolle Insel

Buch und Auflistung der Verfilmungen zu diesem Roman


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Copyright © Andreas Fehrmann - 8/08, letzte Aktualisierung 13. Februar 2017