Collection Fehrmann

Jules Vernes „Voyages extraordinaires"

- Band VE 19: Die Leiden eines Chines in China -

VERFILMUNGEN

Film und Bilder: © Les Films Ariane /  Les Production Artistes Associes Paris /  Vides Rome




Bild: Filmplakat aus Deutschland (Vermerk © United Artists)




Beispiel-DVD:

DVD


© 2014 Filmverlag Fernsehjuwelen


Die Leiden eines Chinesen in China: Verfilmung: F/IT 1965 Filmtitel Die tollen Abenteuer des Monsieur L.

Originaltitel: Les tribulations d'un chinois en Chine; Titel in USA: Chinese Adventures in China, Italien: Uomo di Hong Kong, L., GB: Up to His Ears, Deutschland: Die tollen Abenteuer des Monsieur L.; Länge 110 Minuten; Regie: Philippe de Broca; Drehbuch: nach Motiven des Romans von Jules Verne in Überarbeitung durch Daniel Boulanger; Darsteller: Jean-Paul Belmondo als Arthur Lempereur; Ursula Andress als Alexandrine Pinardel; Maria Pacôme als Suzy Ponchabert; Valérie Lagrange als deren Tochter Alice Ponchabert; Valéry Inkijinoff als Mr Goh, der Lehrer und Berater Lempereurs; Jess Hahn als Cornelius, der Verehrer Suzys; Jean Rochefort als Leon, der Diener Lempereurs; Darry Cowl als Biscoton, der Führer der Geschäfte Lempereurs; Marion David (I) als Roquentin und Paul Préboist als Cornac, beide als Angestellte der Versicherung; sowie Joe Saïd als Charlie Fallinster, der Al Capone von China

Lobby-BildDer Film beginnt mit der Vorstellung eines lebensmüden, melancholischen Millionärs und Playboys: Arthur Lempereur. (Bild links: Ein französisches Filmplakat, auf dem wir den versnobten Arthur auf seiner Yacht sehen - © Les Films Ariane ....). Dieser ist gerade wieder bei einem seiner zahlreichen, aber erfolglosen Selbstmordversuche. Da er keine Überraschungen mehr zu erwarten hat, sorglos und gelangweilt lebt er in den Tag, ist er des Lebens überdrüssig. Davon kann ihn auch seine Verlobte Alice Ponchabert nicht abhalten. Diese hat sich aber, unterstützt von ihrer Mutter Suzy Ponchabert, in den Kopf gesetzt, eine baldige Heirat einzugehen. Und wenn dann Arthur schon nicht mehr als Mann zur Verfügung steht, so lässt es sich doch als reiche Witwe sorgloser leben. Als dritter dieses Freundeskreises lernen wir Cornelius kennen, der es offensichtlich auf Suzy abgesehen hat. Nachdem der zehnte Selbstmordversuch wieder fehlgeschlagen ist, macht der Ratgeber, Lehrer, Professor und Freund Arthurs, der Chinese Goh, den Vorschlag, eine Reise in den Fernen Osten zu machen. Ziel ist es, den Horizont zu erweitern. Gleich zu Beginn der Reise, angekommen in Honkong, setzt sich Goh mit Arthur auseinander: Kein Mensch hat das Recht sich selbst umzubringen. Die Situation spitzt sich noch mehr zu, als Arthur erfahren muss, dass er Bankrott ist. Jetzt ist Arthur, mit einem Strick in der Hand, nicht mehr davon abzubringen – er muss sterben! Da macht Goh einen anderen Vorschlag: „Du willst sterben? - Du sollst den Tod haben!“. Aber diesen nicht aus eigener Hand, sondern durch Fremde. Kurz darauf hat Arthur auf den Rat seines Lehrers hin eine Lebensversicherung abzuschließen. Dauer der Police: Einen Monat – Versicherungssumme: Zwei Millionen US-Dollar zugunsten seiner Verlobten Alice und seines Lehrers Goh. Die Versicherung deckt jedes Risiko, außer Selbstmord! Wie sagt Goh, nicht uneigennützig: „Ich werde dir dabei behilflich sein!“

Aber jetzt ticken die Uhren anders: Arthur sieht sich von unauffälligen Gestalten umgeben, die offensichtlich nach seinem Leben trachten. Das sollte ihm eigentlich egal sein, aber da lernt er die attraktive Alexandrine Pinardel kennen. Das Drehbuch hat eine tolle Legende zusammengebastelt: Eine um die Welt reisende Schriftstellerin, die ein Buch über Männer schreibt und die, um Geld für die Reise zu verdienen, in den Bars als Stripperin auftritt. Nachdem Arthur ihre Augen (und anderes auch noch...) gesehen hat, hat er aus leicht verständlichen Gründen auf einmal keine Lust mehr zu sterben. Seine Verlobte konnte dies, altbacken wie sie auch dargestellt wurde, vorher nicht erreichen. Jetzt will Arthur den offensichtlich organisierten Mordkomplott gegen ihn stoppen. Goh muss seine Leute zurückrufen! Aber dieser ist nicht erreichbar. Nach Aussagen seines Beraters Biscoton ist Goh hinter dem Himalaya, im Kloster Shui. Also muss Arthur dorthin, begleitet von seinem Diener Leon, verfolgt von Killern. Eine Slapstickeinlage folgt der anderen, diese Sequenzen sind offensichtlich auf Belmondo, dem damals bekanntesten französischen Actiondarsteller, zugeschnitten. Im Himalaya stellt sich dann heraus, die Verfolger sind Angestellte der Versicherung die eigentlich sein Leben schützen sollen!

Zurück in Hongkong erkennt Arthur im Gespräch mit Goh, dass er unter Verfolgungswahn litt, Goh trachtete ihn nicht nach dem Leben. Nach anfänglicher Erleichterung wird trotzdem auf ihn geschossen! Denn inzwischen hat Suzy, unterstützt von Cornelius die Sache in die Hand genommen. Schließlich ist von einem lebenden Arthur nichts mehr zu holen, aber ihre Tochter kann eine Million erben. So sehen wir wieder die haarsträubendsten Verfolgungsszenen. Aber bald läuft die Police aus, und die Laienkiller haben noch keinen Erfolg gehabt. Jetzt setzt Suzy den dicken Charlie Fallinster, den Al Capone von China, ein. Die Verfolgungen werden noch absurder, der Film gleitet in eine Klamotte ab. Die Jagt endet auf einer einsamen Insel im Chinesischen Meer, auf der jetzt laut Drehbuch erst einmal die Reize der Ursula Andress gezeigt werden (siehe dazu die Parallelen in der Jules Verne Verfilmung  Der Stern des Südens, wo die Andress öfters mal in das Wasser muss.....) Natürlich treffen dann zum Finale alle Beteiligten auf der Insel ein und ein Kampf Fallinsters und seiner Leute gegen Arthur & Co. beginnt. Aber das Gute siegt und zum Schluss wurden dann, der Happyend-Philosophie der 60er Jahre entsprechend, die Paare gebildet: Natürlich Alexandrine und Arthur, überraschender Weise Alice und Leon und dann auch noch Suzy - die aus unerklärlichen Gründen rehabilitiert wurde - und Cornelius. Als sich dann auch noch herausstellte, dass Arthur gar nicht bankrott ging, konnte getrost die Schlussklappe fallen.....

1 2Einschätzung: Alles in allem ein Film, geprägt durch den damaligen Zeitgeschmack, der in weiten Zügen voraussehbar ist. Etwas ist er aber noch heute: Unterhaltsam und bunt. Wer nicht allzu kritisch ist und wer den Zeitgeschmack der 60er Jahre mag, der kann sich mit dem Film, auch ohne an Jules Verne zu denken, einen vergnüglichen FIlmabend machen.

links das Programmheft für diesen Film Illustrierte Film-Bühne Nr. 7252 und rechts daneben: ein Zweites, das Neues Filmprogramm Nr. 4224

Buch

Die Leiden eines Chinesen in China - Buch und Übersicht der Verfilmungen


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