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Collection Fehrmann Jules Vernes „Voyages extraordinaires"- Band VE 20 - |
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Eine bessere und im deutschsprachigen Raum relativ gut beschaffbare Alternative sind die folgenden Ausgaben:
/1/ Macé / Stahl / Verne: „Magasin d'Éducation et de Récréation“; 1880 - 16me année, 2me semestre, 2me volume, 32me Volume de la collection, Bildzitat von Seite 233 - CF /6608/ /2/ (Hrg.) Goldene Bibliothek der Bildung und des Wissens, Buch: Allgemeine Kulturgeschichte; Bilz Verlag Leipzig 1905; Zitat von Seite 23
/3/ Frontispiz der Originalausgabe, hier in einer Werbung aus: Macé / Stahl / Verne: Magasin d'Éducation et de Récréation; 1880 - 16me année, 2me semestre, 2me volume, 32me Volume de la collection, Seite 346 – CF /6608/ /4/ Verne Das Dampfhaus bei A. Hartleben's Verlag Wien Pest Leipzig 1882; Band 35 und 36 Bekannte und unbekannte Welten ...; 416 Seiten mit 99 Illustrationen – CF /2004/ |
Die Originalausgabe erschien in zwei Bänden bei Pierre-Jules Hetzel in Paris. Und zwar Band I am 5. Juli 1880 und Band II am 11. November 1880. Beide unter dem Titel La Maison à vapeur, voyage à travers l'Inde septentrionale mit insgesamt 99 Illustrationen. 1882 wurde die nebenstehende deutschsprachige Ausgabe unter Das Dampfhaus bei A. Hartleben's Verlag aufgelegt (siehe Titelei rechts /4/). Frühe deutschsprachige Titel lehnte sich an das Original an, späteren Auflagen anderer Verlage gab man öfters den werbewirksameren Titel Der Stahlelefant. Lassen wir den Autor sprechen: „Am Spätnachmittag des 6. März 1867 war in Aurungabad an allen öffentlichen und privaten Gebäuden der folgende Steckbrief zu lesen: >Gesucht wird der Nabob Dandou Pant, auch bekannt unter dem Namen ..... . Der Führer des blutigen Sipahi-Aufstandes von 1857 soll sich gegenwärtig in der Provinz Bombay aufhalten. Die Regierung hat für seine Ergreifung einen Betrag von 2000 Pfund Sterling ausgesetzt!<“ So beginnt die Rahmenhandlung einer in der exotischen Kulisse Indiens spielenden Geschichte. Auch diesmal hat Jules Verne die Zutaten: Interessanter geografischer Hintergrund, eine auf Geschichtsfakten basierte Szenerie, bitterböse Schurken, edle „Hauptdarsteller“ und eine eindrucksvolle Erfindung, zusammengemischt (nachfolgendes Bild im Text: /1/).
Die Erfindung ist ein waghalsiges Konstrukt: Eine Dampfmaschine treibt über ein Gestänge den auch von außen in Elefantenkonturen gehaltenen Stahlkoloss. Die Bewegung wird durch eine Kombination von Rädern und durch schreiten (!) der Elefantenbeine auf die Straße gebracht (wobei in allen alten Stichen keine Räder am Elefanten zu sehen sind, so dass ein „Gehen“ des Lokomobils suggeriert wird, oft auch in der Neuzeit falsch interpretiert). Durch eine geschlossene Bodenbaugruppe ist der Koloss auch schwimmfähig und seine Beine können im Wasser wie Schaufelräder zum Antrieb genutzt werden. Da diese amphibische Eigenschaft auch bei den beiden angekoppelten Wagen vorhanden ist, kann man bequem jeden größeren Fluss überqueren. Während die Reisenden mit unterschiedlicher Motivation und unterstützt durch einen französischen Koch und anderen Helfern den Start in Kalkutta vornehmen um sich dann in Richtung des 450 Kilometer entfernten Chittra zu begeben, lernen wir noch eine für die Handlung wichtige Hintergrundinformation kennen: In der früheren Vergangenheit wurde Munros Frau auf Weisung Nana Sahibs getötet. Sie wurde lebend in einen Brunnen geworfen, der dann in Folge zugeschüttet wurde. Munro schwor daraufhin Nana blutige Rache, konnte diesen aber bis dato nicht auffinden. Spätestens jetzt erkennt der Leser wie die Karten gemischt sind, daher sind viele der aufgebauten Konflikte und „Überraschungen“ so ziemlich ohne Spannung. Die Reise beginnt und die ersten Etappen werden absolviert. So besucht man auch Khanpur, die Stelle des Schreckens der Engländer und des Todes von Lady Munro. Gerade bei dieser Reiseetappe, wie auch an anderen Stellen, werden den Engländern und Schotten Bemerkungen über Hindus, deren Willen zur Freiheit und ihrer Religionsausübung in den Mund gelegt, die ziemlich abfällig sind, aber so unkommentiert stehen bleiben. Die sonst von Verne kritisierten Vorgehensweisen der Kolonialbriten, die nicht gerade zimperlich mit der Bevölkerung Indiens umgingen, sind ebenfalls „nur erwähnt“. So bleibt auch später die Feststellung, das Oberst Munro noch vor der Metzelei der Sipahi in Khanpur die Gefährtin Nanas, der Inderin Rani, auf dem Gewissen hatte, völlig ohne eine kritische Stellungnahme
Zwischenzeitlich erleben die Beteiligten die tollsten Jagdabenteuer, müssen ihren Stahlelefanten gegen drei lebende Tiere im Wettkampf antreten lassen und genießen die Schönheiten Indiens. Szenenwechsel: In einer Entfernung von ein paar hundert Kilometern, im fernen Nabudda Tal, hat inzwischen Nana mit seinen Getreuen Unterschlupf gefunden. Dieses Tal wird auch von einer geheimnisvollen Frau, die sichtbar entrückt von der Welt mit einer Fackel in der Hand die Wildnis durchstreift, öfters besucht. Da die „Erscheinung“ den Ruf von Geistesgestörtheit hat, wird für die aufständischen Verschwörer keine Gefahr gesehen. Dem kundigen Jules Verne Leser ist klar, dass diese ausgelegten Handlungsfäden später zu einer Verdichtung geführt werden. Die Reisenden im Dampfelefanten haben inzwischen vor der Kette des Himalaja halt gemacht um ausgiebigst der Jagd nachzugehen. Ziemlich wahllos wird alles was „vor die Flinte kommt“ niedergeschossen, wobei zwei der Gruppe schon fast 50 Tiger in ihrer „Karriere“ niedergemacht haben. Während dessen lernen sie den niederländischen Tierfänger Van Guitt kennen, der im Auftrage europäischer Zoo's nach lebenden Tieren Jagd macht. Seine rechte Hand ist der Inder Kâlagani, der bei sich bei einem Duell mit Tigern durch die Rettung von Oberst Munro hervor tut. Als ein Teil der Reisegruppe im Kraal des Niederländers eingeladen ist, wird dieser von einer Meute Tiger überfallen. Ein blutiges Gemetzel Tier gegen Mensch beginnt, auf der Strecke bleiben viele Raubtiere, Zugbüffel des Tierfängers und einige der indischen Jagdhelfer.
Kurze Zeit später wird der stählerne Reiseelefant von einer Herde lebender Elefanten verfolgt. Auf Bergserpentinen ist eine Flucht unmöglich, man versucht sich bei einem nahe gelegenen See den Attacken der wild gewordenen, fast hundert Tiere zählenden, Herde zu entziehen. Aber man schafft es nicht ganz, der letzte Wagen, leider der mit Verpflegung und Munition, wird noch an Land zertrümmert. Sich mit dem letzten Wagen auf den See flüchtend kann man den Tieren entkommen. Jetzt geht aber das Brennmaterial aus und der angeschlagene Tross treibt auf dem See. Kâlagani will schwimmend Hilfe holen. Da wird das in die Nähe des Ufers getriebene Gespann von wilden Hindus überfallen. Zielgerichtet wird Oberst Munro entführt, die anderen werden zurückgelassen. Jetzt ist auch allen klar: Kâlagani ist ein Verräter. Beginnend beim Überfall der Tiere im Kraal, hat er die Gruppe den Häschern Nanas zugeführt. Wie schon erwartet lebt dieser den sein Zwillingsbruder wurde Opfer der Engländer. Nana bindet Munro vor eine Kanone um ihm eine „englische“ Bestrafung zukommen zu lassen. Werden die Freunde Munros zur rechten Zeit Rettung bringen? Was hat es mit der „Irren“ Fackelträgerin auf sich? Diese letzten Fragen möchte ich an dieser Stelle nicht auch noch beantworten .... Auch in dieser Geschichte hat Verne einen historischen Hintergrund in eine seinem Zyklusgedanken entsprechende „außergewöhnliche Reise“ eingebettet (siehe dazu auch die Beispiele: „Jangada“, „Nord gegen Süd“, „Der Archipel in Flammen“ oder „Familie ohne Namen“). Wie auch in mehreren anderen Werken von Verne, taucht auch in diesem Roman der Name Baedeker auf. Als bei der Durchquerung Indiens Reisepläne zur Besichtigung der Stadt Burdwan geschmiedet werden, heißt es: „Dort wollen wir ein bißchen baedekern...“ oder später: „Khanpur ist aber mindestens ebenso bedeutend. Die Stadt hat 60 000 Einwohner, aber keinen Stern im Baedeker!“
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Hinweis: Beschrieben werden nur in meiner Sammlung befindliche Bücher und Verfilmungen. Dargestellte Bücher sind Beispiele daraus. |
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Copyright © Andreas Fehrmann 01/01, update 10. September 2009