Collection Fehrmann

Jules Vernes „Voyages extraordinaires"

- Band VE 11 -


Da dieses Buch zu den meist verbreiteten Verne Büchern in der Welt zählt, habe ich an dieser Stelle ein paar mehr Beispiele, vor allem auch internationale Ausgaben, aus meiner Sammlung beigefügt.

Buch unten: Velhagen & Klasing, Bielefeld und Leipzig 1919, aus der Reihe: „Prosateurs Français - Band 41“; leicht gekürzte französische Ausgabe als Schulfassung (CF /1102/). Mit Tabelle der Reiseroute und Reisezeit (NEU: Ergänzt durch eine Karte)





oben: Julius Verne: CESTA KOLEM SVËTA ZA OSMDESÁT DNÍ – Hudby a Umeni, Prag CSSR 1959 (CF /1108/); Buch unten: Julio Verne: „La vuelta al mundo en ochenta dias“, © Ediciones Gaviota, S.L. Madrid, España; ISBN 84-392-0938-X (erworben 2005 in Peru – CF /1114/)





Um die Erde in 80 Tagen: (2. Buch im Band: Reise zum Mittelpunkt der Erde) China, Beijing (Peking); Verlag Zhigong; 3. Auflage, Januar 2005; Übersetzer aus dem Französischen: Xinming Wu; 305 Seiten; ISBN 7-80179-153-3; Beilage: 2 CD mit Texten und Videosequenzen des Films In 80 Tagen um die Welt von 1956 (USA) chin. Synchronisiert und mit Untertiteln (CF /1115/)

/1/ Jules Verne Reise um die Erde in 80 Tagen mit 55 Illustrationen; A. Hartleben's Verlag Wien, Pest, Leipzig 1875 (CF /1119/)

/2/ Verne / Hetzel / Mace: Magasin d'Éducation et de Récréation Band 18 – 2. Halbjahr 1873; Bildzitat von Seite 341 (CF /6611/)

Die Reise um die Erde in 80 Tagen (1873)

Die Originalausgabe erschien am 30. Januar 1873 unter dem Titel Le tour du monde en 80 jours bei Pierre-Jules Hetzel, Paris. Die erste deutschsprachige Buchausgabe erschien im gleichen Jahr, links ist eine Ausgabe von 1875 zu sehen /1/. Rechts: Frontispiz des französischen Buches als Werbung aus /2/

Die Zeitungen des Jahres 1872 meldeten eine Neuigkeit die um die Welt ging: Der Gentleman und Exzentriker Phileas Fogg wettete mit Mitgliedern seines Reformsclubs, dass er in der Lage ist, durch Ausnutzung modernster Verkehrsmittel, die Erde in 80 Tagen zu umrunden. Um dies zu beweisen, hatte er sich noch sofort am Tag der Wette auf den Weg gemacht.

Der Wette vorausgegangen war eine Diskussion der Clubmitglieder und Freunde Stuart, Sullivan, Fallentin, Ralph und Flanagan mit Phileas. Aufhänger des Gesprächs war ein dreister Bankraub in der „Bank of England“. Foggs Freunde brachten zur Sprache, dass der Dieb gute Chancen hatte, durch die Möglichkeiten moderner Verkehrsverbindungen rasant zu fliehen. Durch Ausnutzung dieser könnte der Dieb in drei Monaten bequem die Welt umrunden. Dieser Behauptung widersprach Fogg, er hatte schon im voraus einen Reiseplan von 80 Tagen zur Umrundung der Erde ermittelt. Diese Herausforderung führte dann zu der folgenschweren Wette zwischen den Clubmitgliedern.

Der bei Fogg am Morgen des gleichen Tages frisch eingestellte Diener Passepartout, ein mit „allen Wassern gewaschener“ Franzose, wollte eben seine neue Arbeitsstelle in der Savile Row, dem Heim Phileas Foggs, kennen lernen, als er von dieser Nachricht überrascht wurde. Eigentlich hatte er sich nach einem geordneten Leben und der Stetigkeit eines englischen Gentleman gesehnt. Aber kaum eingestellt, musste er die Koffer packen und eine wilde Jagd rund um den Globus begann. Da es wie schon erwähnt, zeitgleich den dreisten Überfall auf die „Bank of England“ gab, führt die Tatsache des plötzlichen Aufbruchs Fogg's zu einer folgenschweren Verdächtigung ... Zu Besuch in der Savile Row und im Reformclub: Meine bebilderte Seite Schauplätze der Literatur

Am Abend der Wette starteten also Fogg und Passepartout. Von London ging es über Paris nach Suez, wo erste Komplikationen der Reise begannen. Der diensteifrige geheime Agent Fix (in den meisten deutschsprachigen Übersetzungen Detektiv genannt), glaubte anhand eines Signalements in Fogg den Bankräuber zu erkennen. Da er aber keinen Haftbefehl bekam, verfolgte er die Beiden weiter nach Bombay. Auch hier konnte er Fogg noch nicht dingfest machen und so musste er wohl oder übel die Spur weiter verfolgen. Die Reise von Bombay nach Kalkutta sollte mit einer eben erst fertig gestellten neuen Eisenbahnlinie erfolgen. Doch aus dem Traum der Eisenbahn-Schnellverbindung wurden sie jäh geweckt: Trotz Fertigmeldung in den Gazetten, war die Verbindung noch nicht komplett geschlossen. Um den Anschlusszug auf der anderen Seite der fertigen Verbindung zu erreichen, musste man einen Elefanten kaufen um den Dschungel zu durchqueren. Bei diesem „Abstecher“ wurde sie Zeuge der Vorbereitung eines rituellen Brandopfers: Die junge Prinzessin Auda (siehe Bild links /2/) sollte auf dem Scheiterhaufen dem mit ihr zwangsverheirateten, aber jetzt verstorbenen greisen Ehemann, mit in den Tod folgen. Fogg will dies unterbinden und mit einer List Passepartouts gelingt die Befreiung. Da man das gerettete Opfer nicht zurücklassen kann, schloss sich Auda den Rettern an. Sie sollte mit deren Hilfe außer Landes gebracht werden. In Kalkutta gab es zur Freude von Fix die nächste Verzögerung: Passepartout hatte sich in Bombay durch Unachtsamkeit ein religiöses Vergehen zu Schulde kommen lassen. Nur durch eine hohe Kaution kann Fogg die Verurteilung verhindern.

Der enttäuschte Fix bleibt aber hartnäckig weiter „am Ball“. Passepartout hält ihn inzwischen für einen Spion des Reformclubs. Durch einen bösen Trick kann Fix Herr und Diener trennen, wobei Fogg und Auda in Folge ihre Schiffsverbindung mit der „Carnatic“nach Hongkong verpassen. Nur durch das chartern eines kleinen Schiffes konnten sie in Japan wieder den Anschluss an Passepartout gewinnen. Von Yokohama ging es mit dem Schiff nach Amerika. In San Francisco stieg man in die Eisenbahn um die Staaten zu durchqueren. Ein Duell mit einem Yankee, ein Indianerfall und danach die Entführung von Passepartout stören aber empfindlich den Fahrplan Foggs. Seinen Diener rettend verpasste er die Weiterfahrt nach New York. Durch Nutzung eines Eisseglers konnte man zwar die Reise fortsetzten, aber das Schiff nach Europa wurde verpasst. Das einzigst zur Verfügung stehende Schiff, der kleine Dampfer Henrietta hat als Ziel eigentlich Bordeaux. Egal - die Reise wurde für viel Geld gebucht, der Atlantik muss überquert werden! Hart am Rande des Gesetzes macht sich Fogg durch Bestechung der Mannschaft das Schiff zu eigen und die Route wird geändert. Doch die Henrietta ist nicht für Fahrt unter Volldampf über „den Teich“ ausgelegt. Die Kohlen reichen nicht. Jetzt kauft Fogg vom Kapitän, der auch zugleich der Eigner ist, das Schiff. Alles Brennbare wurde nun verheizt – mit Mühe und Not erreichte man England. Fast geschafft! Aber nur fast – den Fix hatte inzwischen einen vollstreckbaren Haftbefehl und Fogg's Reise endete noch im britischen Hafen. Als nach einigen Stunden durch Fix festgestellt wurde, dass der gesuchte Bankräuber längst in Gewahrsam saß, kommt diese Erkenntnis für Fogg zu spät. Trotz chartern eines Sonderzuges nach London erreichte er das Ziel nur mit Verspätung. Betrübt schleichen alle in die Savile Row.

Fogg offenbart sich Auda, denn inzwischen ist er ohne größere Mittel durch Verlust der Wette und den gewaltigen Reisekosten. Durch Initiative der jungen Frau gibt es endlich Klarheit: Die Beiden wollen sich binden. Passepartout der nach dieser freudigen Nachricht gleich das Aufgebot bestellen wollte, musste dabei aber feststellen, dass man sich bei der Berechnung der Reisezeit im Kalender vertan hatte! Erst in etwa einer Stunde endet die Wette. Fast mit Gewalt schnappt er sich Phileas Fogg um den Reformclub noch zu erreichen. Die Zeit wurd knapp. In letzter Sekunde trat Fogg in den Club ein – er hatte die Wette gewonnen. Was war passiert? Durch die Umrundung der Erde von West nach Ost hatten die Reisenden einen Tag gut gemacht! Dies hatte der penible Fogg glattweg übersehen ....

Und hier meine weiterführenden Seiten:

Wer die Reiseroute detailliert verfolgen möchte, dem empfehle ich meine Seite Reiseroute mit Angabe der Reisezeit und der Entfernungen. Von Hongkong nach Yokohama wollte Fogg den Paketdampfer CARNATIC benutzen. Hatte er eine Anleihe in der Realität genommen? Dieser Frage versuche ich auf meiner Seite  Jules Verne maritim: Die Carnatic nachzugehen. Die von Verne geschaffene Theaterversion ist auf meiner Seite  Le Tour du monde en 80 jours (Reise um die Erde in 80 Tagen) 1872 bis 1874 zu finden. Der Roman war auch Grundlage einer Theaterversion die vom Tschechen Pavel Kohout geschaffen wurde – nicht zu verwechseln mit der erstgenannten Theaterversion. Diese Bühnenumsetzung wurde u.a. in der Spielzeit 1991/1992 am Theater der Stadt Cottbus aufgeführt. Hintergrundinformationen zur grafischen Gestaltung dieser und anderer Aufführungen mit Handmaterial und Plakaten der „Reise um die Erde in 80 Tagen“ findet man auf der Seite Meinhard Bärmich - ein Jules Verne Illustrator. Von ihm ist auch das rechte Bildzitat im Text.

Weitere Beispiele von Büchern: Ganz links: © Verlag Ekdoseis Pella – Griechenland, ca. 1995, Reihe Kinderbibliothek; mit 21 Illustrationen von Benett (CF /1106/); Buch daneben mittig: Buchgemeinschaft Donauland, Wien, ca. 1960; © Verlag Deutsche Volksbücher 1958; mit vielen Fotos der US-Verfilmung von 1956 (CF /1103/).



Buch rechts: © Verlag Neues Leben, Berlin 1956, 5. Auflage 1970, L-Nr. 303(305/150/70 – CF /1104/))




Film 1

In 80 Tagen um die Welt: Verfilmung USA 1956

Film 3

In 80 Tagen um die Welt: Verfilmung Australien 1988 (Animationsfilm)

Film 2

In 80 Tagen um die Welt: Verfilmung USA 1989 (TV, 3 Teile)

Film 6

Reise um die Erde in 80 Tagen: Verfilmung D / China 1998 (Animationsfilm)

Film 4

Die Reise um die Erde in 80 Tagen: Verfilmung Frankreich 2000 (Animationsfilm)

Film 5

In 80 Tagen um die Welt: Verfilmung GB / IR / BRD 2004


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Hinweis: Beschrieben werden nur in meiner Sammlung befindliche Bücher und Verfilmungen. Dargestellte Bücher sind Beispiele daraus.

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Copyright © Andreas Fehrmann - 07/00, letzte Aktualisierung am 23. Sept. 2012