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Collection Fehrmann Jules Vernes „Voyages extraordinaires*"(* Dieser Band ist nicht offizieller Bestandteil der VE) Postum veröffentlicht |
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Bildquellen: /1/ Zitat aus o.g. Quelle (Pawlak); Band 1; Seite 65 /2/ Schiff rechts im Text: Die amerikanische „Aud“ von 1890 als typischer Vertreter der Kombination von Segel und Dampf. (Quelle: Proche / Isenberg: Luxus-Schiffe; Bechtermünz Verlag; 1998; ISBN 3-8289-5377-8 /3/ Bild unten: Maurische Beduinen aus Goldene Bibliothek der Bildung und des Wissens; Verlag F. E. Bilz Leipzig; Ca. 1900 (alle aus Collection Fehrmann) /4/ Jules Verne Das Reisebureau Thompson und Comp.; A. Hartleben's Verlag Wien und Leizig 1909: Bekannte und unbekannte Welten ... Bd. 91 und 92; CF /8503/ /5/ ebenda, Seite 361 /6/ L'Agence Thompson and Co.. - Collection Hetzel; 15. November 1907; Ausgabe mit Chromotypographien; Bildzitat Blatt zwischen Seite 152/153; Seite 158 betreffend ; CF /8504/
BAEDEKER: Dieser
Reiseführer, der bereits im 19. Jahrhundert zum Standardwerk der
Reiseliteratur avancierte, war ja auch schon Grundlage der Reiseführung
auf den Baleareninseln im Buch
Weiteres
zum Thema BAEDEKER auf meiner Seite:
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Reisebüro Thompson & Co. (1907)
Der Held der Geschichte, der zur Zeit in England lebende Franzose Robert Morgan, war gerade aus seiner Stellung als Sprachlehrer für Französisch gekündigt worden. Ohne Job und Geld spazierte er durch London, als er auf folgendes Plakat aufmerksam wurde: REISEBUREAU BAKER & CO. LTD. ... Große Vergnügungsreise nach den drei Archipelen der Azoren, Madeiras und den kanarischen Inseln mit dem ausgezeichneten Dampfer „The Traveller“ ...Die geehrten Reisenden haben außer dem Fahrpreise keinerlei Unkosten. - Träger und Wagen für Ausflüge. - Unterkunft nur in Hotels erster Klasse ..... Gesucht ein sprachkundiger Führer .... Das war die Chance! Diese wahrnehmend konnte er nach seiner Bewerbung als „sprachkundiger Führer“ in Stellung gehen. Aber jetzt kam Leben in die Tourismusbranche: Das Reisebüro Thompson & Co. bot die gleiche Pauschalreise zu einem niedrigeren Preis an. Im damit beginnenden ruinösen Zweikampf der Reisebüros blieb dann bei immer kleiner werdenden Pauschalpreis das Reisebüro Baker auf der Strecke. Der damit wieder arbeitslose Morgan konnte zum Glück bei der Konkurrenz unterkommen, dessen durchtriebener Geschäftsführer Thompson in zu niedrigem Gehalt als „sprachkundigen Professor“ einstellte.
Auf dem Weg zur ersten Etappe der Reise lernen wir ziemlich langatmig die einzelnen Vertreter der Reisegruppe kennen, die dann im Laufe der Geschichte die Handlung mitbestimmen. Bei der Vorstellung der Charaktere ist dem Leser sofort die zugedachte Rollenverteilung zwischen Gut und Böse klar. Da gibt es zum Einen die junge 23jährige amerikanische Witwe Alice Lindsay, die mit ihrer 19jährigen Schwester Dolly Clarck reiste. Diese werden, wie gewohnt, mit den edelsten Eigenschaften versehen. Zum Anderen gibt es als Gegenspieler Jack Lindsay, ihren Schwager, mit dem es eine besondere Bewandtnis hat. Alice war mit dem Zwillingsbruder Jacks verheiratet, die beide das Vermögen ihres Vaters zu gleichen Teilen erbten. Während Jack das Geld durchbrachte, konnte es Alice's Mann mehren. Als dieser dann starb, vermachte er aber außer einer kleinen Leibrente nichts seinem Bruder, sondern alles seiner Witwe Alice. Das Jack Lindsay dadurch verbittert war und mit sich und der Welt uneins ist, lässt sich leicht nachvollziehen. Schnell ist auch das Ziel von Jack klar: Er will Alice für sich gewinnen um so an das Geld zu gelangen. Eine weitere Komponente kennen wir ebenfalls schon aus Büchern Vernes: Der gute Franzose. Neben den schon bekannten Hauptdarsteller Morgan lernen wir einen weiteren kennen: Den französischen Offizier auf Urlaub, Roger de Sorgues. Dieser, edel und gut, kümmert sich während der Reise um die beiden Schwestern Dolly und Alice, nicht ohne sich nach einiger Zeit in Dolly zu verlieben ....
Aber etwas Anderes erschien mir noch interessanter: Michel Verne schildert das Verhalten der Pauschaltouristen vor 100 Jahren. Irgendwie kommt einem alles so bekannt vor... - Da gibt es zum einen die organisierten Ausflüge: In Formation wird die Gruppe vorbei an den Sehenswürdigkeiten geführt: „Bitte schauen sie rechts...“. Dann die Typen, die jeder aus eignem Erleben vom Reisen kennt: Die gutmütigen Schafe, die immer dem Reiseleiter hinterherrennen, die ewigen „Zu-Spät-Kommer“ und die ständigen Nörgler, bewehrt mit einem Notizbuch, um sich alle Mängel an der Reise zu notieren (um sich dann nach der Reise gehörig zu beschweren!). Offensichtlich schienen sich mit der „Erfindung“ des Pauschaltourismus’ gleich bestimmte Gesetzmäßigkeiten herausgebildet zu haben. (Bild links: Ein Landausflug /6/) Thompson, der ohne Vorbereitung in fremde Gefilde gereist ist, organisiert alle Ausflüge und notwendigen Unterkünfte aus dem Bauch heraus (Ihm standen ja auch noch nicht Telefon und Fax zur Verfügung). Mehr schlecht als Recht „wurstelt“ er sich durch sein Reiseprogramm, ständig nehmen die Pannen zu – die Unzufriedenheit unter den Reisenden wächst. Nachdem Jack Lindsay jetzt schon längere Zeit aus seiner Sicht erfolgreich um Alice gebuhlt hat, offenbart er ihr seine Absicht, eine Bindung mit ihr einzugehen. Diese lehnt entrüstet ab, was Jack so verbittert, dass er seine Taktik ändert. Dann eben mit Gewalt! Schließlich würde er ja im Falle eines Unfalls von Alice der nächstfolgende Erbe sein (offensichtlich eine Regelung des Nachlasses durch seinen Bruder, denn wie sieht es denn mit Alices Schwester Dolly aus?). So beginnt er seine finsteren Pläne zu schmieden ... Aber es gibt noch mehr Veränderungen: Nach etlichen Reisetagen hat Morgan seine Sympathien zu Alice erkannt. Nachdem er dann auch noch feststellen musste, dass Jack sogar nach dem Leben seiner Umschwärmten trachtet, steht es für ihn fest: Er muss sie beschützen. Das Ganze hatte sich wie folgt entwickelt: Eine kleinere Gruppe der Reisenden, unter ihnen unsere Hauptakteure, hatte sich bei Landung auf einer der Inselziele auf eine separate Ausflugstour begeben. Dabei gerät die Gruppe in eine lebensbedrohliche Situation, als sie in einer Felsschlucht von einer abgehenden Flutwelle überrascht wird. In einer dramatischen Rettungsaktion versucht Morgan die von der Welle mitgerissene Alice zu retten. Dabei muss er beobachten, wie Jack, der durchaus in der Lage gewesen wäre sie an das rettende Ufer zu ziehen, seine Hilfe verweigert, um sie den Fluten zu opfern. Die Beweggründe sind Morgan zwar noch nicht klar, aber dass Alice Hilfe und Schutz benötigt, ist offensichtlich. Jack hat Morgan inzwischen auf seine „Feindesliste“ gesetzt, da er seine Pläne durchkreuzte und gleichzeitig seinen Anschlag erkannt hatte. Diese Konstellation schafft für den Rest der Handlung eine gewisse Spannung, da Jack immer perfider in seinen Attacken wird. Im Verlaufe der Reise lässt aber auch immer mehr die Organisation des Reiseveranstalters Thompson nach. Es passieren stetig mehr Pannen, die Versorgung verschlechtert sich und Verzögerungen im Ablauf des Reiseprogramms stellen sich ein. Die Gruppe wird zunehmend missgelaunter, angestachelt durch den Reisenden Saunders, der sich später als der ausgebootete Konkurrent Baker, Chef des damals unterlegenen Reisebüros, zu erkennen gibt.
Im Finale der Handlung werden die in das Landesinnere in Richtung Timbuktu Verschleppten von französischer Kavallerie befreit, denn Morgan konnte, obwohl totgeglaubt, schwerverletzt Hilfe holen. Während der Befreiung stirbt als einziger, von einer verirrten Kugel getroffen, Jack Lindsay, somit einer gerechten Strafe zugeführt. Im Epilog treffen wir alle vereint: Morgan mit Alice und Sorgues mit Dolly, inzwischen glücklich verheiratet. Pip wurde der für die Gruppe als Kapitän einer Vergnügungsyacht angeheuert. Aber was ist mit Thompson? Den hatten sein Widersacher Baker und noch andere Reisende die Anwälte auf den Hals gehetzt, aber der gewitzte Thompson hatte sich (natürlich mit genügend Geld) durch Konkurs aus der Affäre gezogen. Nachbemerkung: Wieso wurde dem Buch Michel's so eine umfangreiche Betrachtung gewidmet? Ich wollte einfach durch die Erläuterung mit einigen Wertungen auf das geschickte Arbeiten des Sohnes hinweisen. Offensichtlich konnte er sich voll in die Arbeitsweise seines Vaters hineindenken ...
Schiffbruch
vor Afrika? Das hatten wir auch schon in: |
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Hinweis: Beschrieben werden nur in meiner Sammlung befindliche Bücher und Verfilmungen. Dargestellte Bücher sind Beispiele daraus. |
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© Andreas Fehrmann 03/01, letzte Aktualisierung 31. Mai 2011