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Hintergrundinformationen & Quellen zu Leben & Werk Jules Vernes

Alle Quellen sind chronologisch sortiert, alle Registraturen /xxxx/ beziehen sich auf die Erfassung in der Collection Fehrmann.

QUELLE /5503/ Zur sehr frühen Sekundärliteratur gehört das Buch Julius Verne und sein Werk – Des großen Romantikers Leben, Werke und Nachfolger. Dieses Buch, 1909 im A. Hartleben's Verlag Wien und Leipzig von Dr. Max Popp publiziert, hat etwas zwiespältige Gefühle in mir hinterlassen. Zuerst vereinnahmt er Verne „...Der große französische Romantiker ist so völlig der unsere geworden, daß wir mit vollem Recht ihn Julius Verne nennen dürfen, ganz als wäre er ein Deutscher von Geburt....“), dann stellt er uns Vernes Leben und seine Werke vor, um dann aber im letzten Teil des Buches über 35 Seiten von „Vernes Nachfolger“ zu sprechen. Dort listet er ungeniert viele Autoren der Genre „Romane und Erzählungen aus der Naturgeschichte“ und des „wissenschaftlich - phantastischen Romans“ (SciFi) auf, die er als Nachahmer und Nachfolger Vernes bezeichnet.

Unabhängig davon hat er aus der Sicht des „erst vor kurzem Erlebten“ eine interessante Verne - Biographie geschrieben. Ergänzt wird das Ganze von insgesamt 23 Abbildungen. Seine Bibliographie versucht eine erste Klassifizierung (angelehnt an Ch. Lemire) des literarischen Schaffens Vernes vorzunehmen. Die Voyages Extraordinaires listet er unter der Rubrik „III. Wissenschaftliche Romane“ auf. Dabei hat er (aufgrund der erst später bekannten Aktivitäten des Verne Sohns Michel) keine Differenzierung der „echten Jules Verne“ von den nach dessen Tode noch publizierten „Nachläufern“ vorgenommen. Also Vorsicht bei der Auswertung der Übersichten. Die Listung ist für Sammler der Hartleben's Ausgaben interessant, da sie durch Querverweise eine Hartleben's Editionsübersicht ist. Unterhaltsam sind Popp's Betrachtungen zu den Hintergründen der Bücher und zum technischen oder geographischen Bezug in der damaligen Praxis.

Dr. Max Popp: Julius Verne und sein Werk 1909 © Fabri Verlag Ulm für die Ausgabe als Faksimile Reprint 1999 - ISBN 3-931997-08-1

QUELLE /5523/ Das unscheinbare orangefarbene Buch (Bild rechts) mit dem Originaltitel Jules Verne; Sa Vie, Son Oeuvre von Marguerite Allotte de la Fuŷe erschien bei Simon Kra in Paris 1928. Es gehört zu den ersten Biografien Vernes. Die englische Version des Buches mit dem Titel Jules Verne (Bild links, aus meiner Sammlung) erschien als Erstausgabe 1954 bei Stapeless Press Limited London. Übersetzt wurde es von Erik De Mauny. Die Kritiker sind sich uneins: Auf der einen Seite stellt uns die Autorin das private Umfeld Vernes und einiges aus dem Erleben aus Sicht der Verwandtschaft vor, zum andern trug sie durch ihren teilweise sehr ausschmückenden Stil mit zur Legendenbildung um Jules Verne bei. Beispielhaft sei hier nur die Flucht des jungen Jules auf einem Schiff genannt. Das Buch ist in vier Abschnitte gegliedert, dessen thematische Gliederung gleichzeitig Zeiträume beinhaltet: „Segel setzen“ (1828-1848), „Paris: Linke Bank, rechte Bank“ (1848-1863), „Der Kapitän der >Saint Michel<“ (1863-1886) und „Vor Anker“ (1886-1905). Das Buch hat keine Illustrationen und kein Register. Die Originalquelle wurde auch für die Verne-Kurzbiographie von Gerda Schmökel genutzt.


Bernard FrankQUELLE /5532/: Bernard Frank: Jules Verne et ses voyages - (Jules Verne und seine Reisen) ist salopp gesprochen eine Nachempfindung der Verne-Biographie von Marguerite Allotte de la Fuŷe. Vorsichtshalber steht gleich auf dem Innentitel "Nach dem biographischen Buch von ....". Wer also Jules Verne; Sa Vie, Son Oeuvre (siehe Quelle /5523/) kennt, für ergbit sich bei dieser Lektüre nichts Neues. Das Buch beinhaltet fotographische Reproduktionen heute bekannter Bildmotive aus dem Leben Vernes, eine Bibliographie der Verne-Romane von 1863 bis 1907 (nichterkennend der Mitwirkung / Überarbeitung von Michel Verne) und eine Inhaltsübersicht. Kein Register und keine weiteren Quellenverweise.

Bernard Frank: JULES VERNE et ses voyages; Flammarion Paris 1941; Erstausgabe, 250 Seiten; broschierte Ausgabe, verleimter Buchrücken, kein Schnitt; Bemerkung: Ausgaben dieses Buches werden teilweise im Bereich von 30 bis 50 Euro angeboten. Es sind aber Angebote unter / bis 10 Euro vorhanden - dieser Wert ist realistischer (A.F. 2012)

QUELLE /5511/: Franz Born: Der Mann der die Zukunft erfand - Franz Born nimmt die Biographie Jules Vernes als Hintergrund, um dann aus den Voyages Extraordinaires die Ideen und „Schöpfungen“ an der wissenschaftlich-technischen Realität der nachfolgenden Jahrzehnte bis zur Zeit seiner eigenen Veröffentlichung zu spiegeln. Dabei wird nach meinem Geschmack das Wort „Erfindung“ und „erfand“ zu oft genutzt. Verne als Seher aller technischen Entwicklungen? Doch wohl kaum. Der Titel des Buches schien Programm zu sein, so wurden viele technische Entwicklungen dem Literaten zu geschrieben, obwohl dieser ja selbst von sich behauptete, nie etwas erfunden zu haben – er schmückte nur vorhandene Entwicklungstrends weiter aus. Interessant bei Born ist der Nachweis der prägenden Wirkung der Bücher Vernes bei vielen Forschern und Technikern. Gerade diese Beispiele und Zitate machen aus meiner Sicht den Wert des Buches aus.

Franz Born: Der Mann der die Zukunft erfand © 1960 by Markus-Verlag Eupen

QUELLE /5510/: Diese Biographie nimmt eine besondere Stellung ein: Der Autor Jean Jules-Verne ist der dritte Sohn von Michel Verne, dem einzigen Sohn Jules Vernes. Sein Großvater Jules Verne starb als er zwölf war. Das Buch besticht neben der Chronologie der Ereignisse im Leben Jules Vernes besonders durch seine emotionale Beschreibung des familiären und schöpferischen Umfeldes. Dabei ist neben der Reihung der Fakten eine Wertung bestimmter Vorgänge in der Familie Verne herauszulesen. Die Gliederung des Buches ist rein chronologisch in übersichtliche „Kurz-Zeiträume“ vorgenommen worden. Dies hat den Vorteil, dass man zielgerichtet zu bestimmten Vorgängen und Bucherscheinungen nachlesen kann. Auch der im Anhang befindliche Index ist angenehm anders: Nicht nur das Personen in Klammern mit Bezug erfasst wurden (z.B. Verne, Maurice (son of Paul), bei umfangreicheren Vorkommen im Text, ist der Index zum Suchbegriff mit Gliederungspunkten versehen. Das Bildmaterial umfasst neben einigen Reproduktionen von Originalillustrationen aus Verne Büchern auch weniger bekannte Bilder von Personen, die in Bezug zu Jules Verne stehen.

Jean Jules-Verne: Jules Verne; Orginally published as Jules Verne by Jean Jules-Verne © 1973, Librairie Hachette; Translation © 1976 Macdonald and Jane's London, and Taplinger Publishing Co., Inc., New York; First published in Great Britain in 1976 by Macdonald and Jane's Publishers Limited London; ISBN 0 356 08196 6 (Bemerkung: Via WEB antiquarisch erworben London 11/03)

QUELLE /5514/: Das reich illustrierte Jules Verne Handbuch - Jules Verne Companion - von Peter Haining ist ein Panoptikum unterschiedlichster Betrachtungsweisen zu Jules Verne. So vereint sein Buch seine eigenen Beiträge zum Werk Vernes und die anderer Autoren, in unterschiedlichster Sichtweise. Aufmerksamkeit wird den Themen der technischen Lösungen, besonders dem Kapitel Raumfahrt gewidmet, genauso wie dem privaten Umfeld Vernes. Passend dazu biographische Hinweise und im Anhang eine Bibliographie der verfügbaren englischen Titel. Wir finden weiterhin spezielle Beiträge zu bestimmten Büchern, aber auch Verne selbst „kommt zu Wort“: So zum Beispiel in einem Artikel Vernes über Edgar Allan Poe oder in der kompletten englischen Version der Kurzgeschichte „Ein Tag im Leben eines amerikanischen Journalisten im Jahre 2889“.

Dies ist ein Buch, dem man den Spaß am „Machen“ ansieht. Ich würde es als „Fanbuch“ einstufen wollen, nicht zu letzt durch die üppige Ausstattung mit alten Originalstichen, passenden Bildern aus Filmszenen sowie vielen ergänzenden Bildern und Zeitungsartikeln.

Peter Haining: Jules Verne Companion © 1978 by Peter Haining and Pictorial Presentations; 1st published 1978 by Souvenir Press Ltd. London; ISBN 0-62367-2

© Thomas Ostwald: Jules Verne – Leben und Werk; 2. Auflage Verlag A. Graff 1982; ISBN 3-87273-025-8. Dieses Buch ist zur Zeit nur antiquarisch erhältlich. Aufgrund der offensichtlich kleinen Auflage ist ein Erwerb dieser Version erschwert.

QUELLE /5504/: Der bereits in Quelle CF /5502/ Punkt (4) genannte Thomas Ostwald veröffentlichte erstmals 1978 sein Buch über das Leben und Wirken Jules Vernes. In seinem Vorwort nimmt er auf den frühen Max Popp Bezug (siehe Quelle /3/) und stellt dabei fest, dass seitdem nicht viel an deutschsprachiger Sekundärliteratur zu unserem Thema erschienen ist. In seiner Art der Darstellung ist Ostwald dem Verne-Leser bestimmt angenehm, denn er legt seine Gedanken und „Erlebnisse“ mit den Büchern Vernes in erzählerischer Form vor. Der Inhalt gliedert sich in folgende Kapitel, die gleichzeitig den Inhalt kurz beschreiben: I. Jugendzeit, II. Börsenmakler und Poet, III. Erfolge mit seinen Romanideen, IV. Zum Mond, unter die Meere und rund um die Erde, V. Leben und Schaffen in Amiens, VI. Humorist, Abenteurer und Seefahrer, VII. Im Zenit des Lebens – 50 Jahre jung, VIII. Nicht nur Zukunftsmusik – Abenteuer in Afrika, Griechenland und Ungarn, IX. Großartiges Schaffen, auch noch im Alter, X. Das Ende eines erfüllten Lebens, XI. Werke nach Jules Vernes Tod und XII. Kleinere Arbeiten Jules Vernes.

Ergänzt wird das reich illustrierte Buch mit den Abschnitten: Gedanken zur Geschichte des Phantastischen Reiseromans bis Jules Verne, einer Bibliographie, einer Zeittafel (mit historischen Querverweisen), den Quellenangaben und einem Namen- und Ortsverzeichnis.

Und hier noch ein ergänzender Hinweise zu dieser Publikation: Thomas Ostwald betreute die 100-bändige Jules Verne Ausgabe des Pawlak Taschenbuchverlages (siehe dazu Deutschsprachige Reihen / Editionen der Bücher Jules Vernes: Teil 2 – ab Mitte der 40er bis Heute ). Im Pawlak Taschenbuchverlag ist das Buch unter ISBN 3-8224-1101-9 in gleicher Erscheinung wie die Serie (aber in etwas abweichender Größe) ab 1984 erschienen. Da die Pawlak Auflagenhöhe nicht unbedeutend war, sind Recherchen nach dieser Ausgabe vielleicht recht Erfolg versprechend.

CREDITS: Vielen Dank an Thomas Ostwald für „sachdienliche Hinweise“ und Übersendung des Covers von Pawlak.

QUELLE /5524/: Das Buch Jules Verne – Inventor of Science Fiction von Peter Costello wird den Erwartungen die der Titel verheißt nicht ganz gerecht. Es handelt sich schlichtweg um eine normale Biographie. Das Thema Science Fiction wird inhaltlich nicht weiter vertiefend behandelt. Es ist gut recherchiert in den Fakten, aber mit leichten Fehlern in den Rezensionen einiger Verne-Bücher, so dass ich annehme, der Autor hatte nicht alle beschriebenen Werke selbst gelesen. Vielleicht auch, weil Costello ansonsten zu Verne-fremden Themen publiziert. Einige der behandelte Themen erinnerten mich an die Ausführungen von “Jules Verne; Sa Vie, Son Oeuvre” von Marguerite Allotte de la Fuŷe und/oder “Jules Verne” von Jean Jules-Verne. Diese werden zwar nicht wörtlich zitiert, sind aber öfters im Text zu finden. Die Recherchierbarkeit im Buch wird durch ein gutes Register und einer seitenweisen Kapitelnennung unterstützt. Ergänzende Anlagen: Weltrekorde von Erdumrundungen, die Werke Jules Vernes und eine recht umfangreiche Bibliographie.

Ausgabe links: Peter Costello: Jules Verne – Inventor of Science Fiction; CharlesScribner's Sons New York 1978; ISBN 0-684-15824-8

Ausgabe rechts: Deutschsprachige Version CF /5528/: Peter Costello: Jules Verne - Der Erfinder der Science-Fiction Qalander Verlag Aalen ca. 2000 (nicht angegeben) ISBN 39-22121-09-8

QUELLE /5501/Jules Verne von Volker Dehs. Dies Buch erschien in der Reihe rowohlts monographien.

Volker Dehs ist Mitglied des Vorstandes der Sociéte Jules Verne, Paris und des Centre de Documentation Jules Verne, Amiens. Er publiziert umfangreich über Jules Verne. Ihr findet ihn auch als Mitautor der Complete Jules Verne Bibliography neben Zvi Har'El und Jean-Michel Margot.

Dem vorliegenden Buch könnt Ihr eine umfangreiche Lebensgeschichte Jules Vernes, Hintergrundinformationen zur Entstehungsgeschichte einiger Werke und sehr viele Details entnehmen. Eine Zeittafel die den chronologischen Ablauf Vernes Entwicklung übersichtlich macht, Zeugnisse (Zitate über Verne), eine Bibliographie mit Benennung der Hilfsmittel und ein Namensregister der im Buch vorkommenden Personen, vervollständigen das Werk. Alle Originalzitate und Quellen sind durch Quellenverweise (Kapitel: Anmerkungen) nachvollziehbar. Hinweis zur 4. Auflage: Aktualisierungen erfolgten nur im Teil der Anlagen.

Volker Dehs: Jules Verne © Rowohlt Taschenbuch Verlag GmbH 1986, 1988, 2000, 2005, Reinbek bei Hamburg; ISBN 3 499 50358 1 (Registratur Collection Fehrmann /5501/ für 3. Auflage 2000 und /5525/ für 4. Aufl. 07/2005, Foto im Text: Volker Dehs, © Fehrmann 2005)

QUELLE /5521/: Das Buch Jules Verne – Eine Einführung von Friedrich Wolfzettel ist eine flüssig zu lesende „Biographie“, die sich nicht streng an eine Chronologie ausrichtet, denn eigentlich ist es mehr als eine Biographie. Als inhaltliche Orientierung des Buches dienen nämlich Schaffensphasen oder thematische Fragen. Dazu gehören: „Die Welt als Schauspiel und Fiktion“ (Die Bedeutung des Frühwerkes), „Reise, Wissenschaft und Abenteuer im Roman“ (Die Problematik der Entdeckungsreise), „Rätsel und Suche: Der Roman als Kryptogramm“ (Deutungen aus seinem Werk), „Der moderne Robinson: Zwischen Abenteuerroman und Gesellschaftsutopie“ und die Thematik „Freiheit, Macht und Maschine: Eigenart und Funktion der Verneschen Science-Fiction“.

Die Anlagen sind etwas anders als gewohnt: So ist die Bibliographie nicht nur eine Quellenlistung – Wolfzettel wertet auch die Quellen und gibt zielgerichtete Hinweise zum Quellenstudium. Die anschließende Chronologie der Voyages Extraordinaires, hält allerdings keiner kritischen Betrachtung stand. So sind nicht nur die zum Zyklus gehörenden Werke, sonder auch die Kurzgeschichtensammlungen und die von Michel Verne verfassten oder stark überarbeiteten Romane enthalten. Letzte Anlage ist eine Kurzbiographie Vernes.

Friedrich Wolfzettel: Jules Verne – Eine Einführung © 1988 Artemis Verlag München und Zürich, Verlagsort München. ISBN 3-7608-1336-4

QUELLE /5516/Jules Verne - Le Rêve Du Progrés (frei: Der Traum vom Fortschritt) ist ein Buch, welches dem Leser anschaulich das Leben und Wirken Jules Vernes nahe bringt. Dazu trägt auch die geradezu üppige Bildausstattung des Buches bei. Offensichtlich hat Dekiss durch seine Arbeit am „Centre international Jules Verne“ in Amiens aus reichhaltigem Archiv- und Sammlermaterial schöpfen können. Basierend auf Beschreibungen der Umstände des 19. Jahrhunderts, besonders dem Technik- und Fortschrittsglauben, ordnet er das Gesamtschaffen Vernes und dessen Visionen in dieses Umfeld ein. Zirka ein Drittel des Buches nimmt die Rubrik „Zeugnisse und Dokumente“ ein. Dazu gehört u.a. auch eine nach Jahreszahlen geordnete stichpunktartige Biographie (eigentlich Chronologie der Ereignisse), die Angabe der Auflagenhöhen von 1863 bis 1904, eine kurze Filmographie und eine Bibliographie.

Jean-Paul Dekiss: Jules Verne - Le Rêve Du Progrés © Gallimard 1991 Numéro d'édition: 132288; Ausgabe 2004; ISBN 2-07-053168-6 (Foto im Text: Jean-Paul Dekiss, © Fehrmann 2005)

QUELLE /5502/: Das Jules Verne Handbuch, herausgegeben von Heinrich Pleticha hat eine Sonderstellung. Es wurde als Abschluss einer Neuauflage ausgewählter Werke Vernes im Erscheinungsbild des Verlages A. Hartleben, durch eine Buchgemeinschaft geschaffen. Aus diesem Grunde ist es nicht regulär über den freien Buchhandel beziehbar gewesen.

Folgende Themen werden behandelt: (1) Durch Heinrich Pleticha: „Abenteuerliche Reisen zum Mond und anderswohin“ – Das Werk Jules Vernes gestern und heute. Neben einer Betrachtung des Gesamtschaffens Vernes wird hier vor allem auch die Verbreitung der deutschsprachigen Verne-Ausgaben, besonders gespiegelt am Verlag Hartleben, dargestellt. (2) Durch Volker Dehs: „Die Lebensreise des Monsieurs Verne“ – Das Leben und Schaffen Jules Vernes. Volker Dehs gibt einen interessanten Einblick in die Lebensgeschichte Vernes. Kleines Manko: Keine Quellenverweise. (3) Durch Volker Dehs wird in einer Übersetzung aus dem Amerikanischen Jules Vernes eigener Lebensbericht „Der große Verdruss meines Lebens“ vorgestellt. Um es vorweg zu nehmen, Vernes Aussage lautete im Interview: „Der große Verdruss meines Lebens besteht darin, dass ich keinen Platz in der französischen Literatur gefunden habe.“. (4) Thomas Ostwald gibt in seiner Darstellung „Was auf den Reisen geschah“ einen inhaltlichen Überblick der Romane Vernes. (5) Dann erfolgt Volker Dehs Beitrag „Die Reisenden und andere Leute“ – ein kleines Personenlexikon der Hauptfiguren. (6) Hans Ries stellt den Werdegang und die Schöpfer der Originalillustratoren der Romane unter dem Titel „Der Triumph des Holzstichs“ vor. (7) Unter dem Titel „Vision und Realität“ betrachtet Siegfried Augustin das Thema Verne und die Technik. (8) Ronald M. Hahn setzt sich im Kapitel „Das Abenteuer auf Leinwand und Bildschirm“ mit der Umsetzung der Vernewerke in Film und Fernsehen auseinander. Dieser Abschnitt hätte aufgrund der Popularität des Themas umfangreicher sein können. (9) Hans-Joachim Neumann ergänzt durch ein kleines Filmlexikon „Filmographie Jules Verne“, das Thema. Diese Darstellung ist sehr fragmentarisch (keine inhaltlichen Details, Aussagen zur Werktreue, Umfang des Werkes etc.). (10) Durch Wolfgang Thadewald wird eine „Auswahlbibliographie“ der Werke Vernes vorgestellt. Dabei wird nicht differenziert, welche Werke von Michel Verne komplett- oder mit-“bearbeitet“ wurden. Die Abhandlungen werden abgerundet durch Angaben zu deutschsprachigen Verlagskollektionen und durch ein Titelverzeichnis der deutschsprachigen Reihe der Verne Werke des Hartleben Verlages.

Ausgabe für die Bertelsmann Club GmbH, Gütersloh; die Buchgemein-schaft Donauland Kremayr und Scheriau, Wien; den Deutschen Bücherbund, Stuttgart und die ange-schlossenen Buchgemeinschaften. © Copyright 1992 Edition Stuttgart im VS Verlagshaus Stuttgart GmbH. Buch Nummer 05950 1.

QUELLE /5506/: Dieses Werk des anerkannten Verne-Forschers Daniel Compère ist leider nicht als deutschsprachige Ausgabe erhältlich. Compère macht den Leser mit der Gesamtheit des Werkes von Verne bekannt, wobei er dabei die historische Einordnung, den Einfluss anderer Autoren auf Verne, Besonderheiten des Schaffens und viele analytische Ergebnisse vorstellt. Unter anderem beschreibt er die „Bausteine“ des Werkes: Außergewöhnliche Ereignisse, wiederkehrende Themen (Maschinen / Technik, Reisen) sowie Typen von Personen. Betrachtungsweisen sind weiterhin die Themen Bildung, Abenteuer, Phantasie und Humor, sowie eine umfassende Analyse der Stilistik Vernes.

Ergänzt wird das Buch durch eine Bibliographie der Romane und Kurzgeschichten (chronologisch geordnet); einer Bibliographie ausgewählter Sekundärliteratur und einer Filmographie. Letztgenannte ist nach Werken geordnet, mit Hinweisen zu den jeweiligen Verfilmungen (chronologisch). Abschluss findet das Buch mit einer kurzen Chronologie zum Leben Vernes.

Daniel Compére: Jules Verne – Parcours d'une œuvre © 1996, ENCRAGE, Amiens; ISBN 2-906389-72-2 (Bemerkung: Erworben im Internet-Buchhandel 02/03 in Frankreich)

QUELLE /5509/: Die vorliegende Biographie von Herbert R. Lottman nennt sich nicht umsonst im Untertitel „Eine Erforschungsbiographie“, denn es ist eine wissenschaftlich fundierte und als nachzuvollziehendes Sachbuch aufgebaute Publikation. Das 366 Seiten starke Werk ist in seiner Art der Darstellung und dem Umfang von zusammengetragenen Fakten und Materialien schon recht beeindruckend. Der systematische Aufbau lehnt sich, wie sollte es anders sein, an den Lebenszyklus Vernes an. Wie es bei solchen Ausarbeitungen erwartet wird, werden Aussagen, Fakten und Hintergründe von im Anhang zusammengefassten Fußnoten detailliert untersetzt. Das eingefügte Bildmaterial ist für Leser unterschiedlichster Vernepublikationen nicht überraschend, man trifft viele „alte Bekannte“ (Bildmotive) wieder. Nicht unerwähnt bleiben darf das übersichtliche Inhaltsverzeichnis und das umfangreiche Register (Wie oft versuche ich Textpassagen in bestimmten Werken wiederzufinden!). Die qualitativ fundierte Arbeit ist offensichtlich das Ergebnis eines erfahrenen Autors von Biographien, der gleichzeitig eine besondere Beziehung zur französischen Geschichte hat.

© 1997, Lottmann, Herbert R., St. Martin's Press New York, USA, ISBN 0-312-14636-1 (Bemerkung: Antiquarisch erworben London 08/03)

QUELLE /5507/: Für deutsche Leser vielleicht etwas ungewöhnlich: Der Amerikaner Tom Streissguth schrieb die Lebensgeschichte Jules Vernes in Form einer Erzählung als Buch für Kinder. Ungewöhnlich vielleicht auch durch den Fakt, das trotzdem recherchierbare Fakten vorhanden sind (inklusive einer Bibliographie ausgewählter, populärer Werke von Verne, einer Bibliographie von Werken über Verne die in den Staaten verlegt wurden und ein ziemlich umfangreiches Register). In der Gestaltung hebt sich das Buch ebenfalls von anderen Veröffentlichungen ab: Der Illustrator Ralph L. Ramstad schuf einen liebevollen Buchschmuck, dessen Bilder angenehm anders sind, als die meist als Kopien der Kopien in anderen Büchern vorhandenen Motive. Bild rechts: Verne mit Frau auf seiner Mittelmeerreise. Da da Buch für Kinder geschrieben wurde, ist es gut geeignet für Anfänger der englischen Sprache.

Tom Streissguth: Science Fiction Pioneer © 2001 Carolrhoda Books, Inc. Minneapolis USA; ISBN 1-57505-440-x (Bemerkung: Erworben im Internet-Buchhandel 04/03 in USA)

QUELLE /5508/: Der erfahrene Biograph William Schoell (der auch schon die Lebensgeschichte von H.P. Lovecroft und Edgar Allan Poe veröffentlichte) bietet eine professionelle Verne-Biographie an. Neben vielen bekannten Bildmotiven sind auch einige weniger publizierte dabei. Ergänzt wird da Buch durch eine Übersicht der Hauptwerke Vernes, einer Übersicht genutzter Quellen in Referenz zum Text, eine Bibliographie amerikanischer Verne-Sekundärliteratur und einem Register. Das Buch ist flüssig geschrieben ohne sonst übliche Zitatemarkierungen und Fussnoten (Quellverweise im Anhang). Schön herausgearbeitet ist der Versuch des jungen Verne Schiffsjunge zu werden. Beim Lesen der weiteren Lebensetappen hatte ich allerdings den Eindruck, dass mir alles ziemlich bekannt vorkam, da mehr oder weniger nur die Fakten gereiht wurden. Irgendwie fehlte mir die persönliche Note Schoells. Da einige Zusammenhänge nicht klar rüber kamen (Beispiel: Laut Autor wurden die Reisenotizen Vernes der Schottlandreise mit seinem Freund Higard nie veröffentlicht, was aber Anfang der 90er Jahre mit „Reise mit Hindernissen“ geschah), vermute ich, dass Schoell nicht unbedingt ein absoluter Verne Spezialist ist. Dies bedeutet aber keinen Abstrich an das lesenswerte Buch.

William Schoell: The Story of Jules Verne © 2002 MORGAN REYNOLDS Publishing, Inc. Greensboro USA; ISBN 1-883846-92-7 (Bemerkung: Erworben im Internet-Buchhandel 06/03 in USA)

QUELLE /5505/: Der bereits oben in Quelle CF /5501/ genannte Volker Dehs hat in akribischer Arbeit in einer bilingualen Ausgabe (deutsch / französisch) alle bibliographischen Quellen der Jules Verne-Forschung zusammengetragen. Das Ergebnis ist eine wahre Fundgrube für alle die detailliertere Informationen über vorhandene Werke Vernes aber vor allem auch zu vertiefenden Untersuchungen aller Aspekte der Verne-Forschung suchen. So sind Nachschlagewerke und Sammelveröffentlichungen zu den Werksverzeichnissen einzelner Länder, Dokumente zu seinem Leben und diverse Werksbetrachtungen (Literarische Einzelfragen, seine Romane, Erzählungen, Geschichts- und Geographiebücher, seine Theaterstücke, Gedichte und sonstige Veröffentlichungen) zusammengetragen worden. Ergänzt wird das Ganze durch Hinweise zum Verlags- und Übersetzungswesen, der Rolle Vernes in der Literatur anderer Schriftsteller, sowie Publikationen der Gebiete Theater und Musik, Film, Bild und Kunst, Wissenschaft etc., etc.. Dazu gehört natürlich auch eine Betrachtung zu Pierre-Jules Hetzel, sowie ein umfangreicher Anhang mit einer Übersicht von Jules-Verne-Gesellschaften, Bibliotheken, Internetforen, einem Autorenverzeichnis und einer Gegenüberstellung deutscher und französischer Verne-Buchtitel.

© Schriftenreihe und Materialien der Phantastischen Bibliothek Wetzlar; Herausgegeben von Thomas Le Blanc; Band 63: Volker Dehs: Bibliographischer Führer durch die Jules-Verne-Forschung 1872 – 2001; Verlag: Förderkreis Phantastik in Wetzlar e.V., Wetzlar, 1. Auflage / 500 / Juni 2002 (Foto im Text: Volker Dehs, © Fehrmann 2005)

QUELLE /5517/: Dieses Buch über Jules Verne hat eine Sonderstellung: Der Leser bekommt als eine Art „FAQ“ die häufigst gestellten Fragen zu Verne beantwortet. Claude Tillier hat unter Mitwirkung von Jean-Paul Dekiss und Piero Gondolo de la Riva (einem der größten Sammler von Schriften, Dokumentationen, Büchern u.a. von und über Verne) eine übersichtliches und knapp gehaltene Publikation geschaffen. Neben Fragen zur Biographie werden unterschiedlichste Gesichtspunkte des Werkes Vernes, zu seinem Verleger, aber auch zur Buchgestaltung und zum sonstigen Schaffen beantwortet.

Trotz der nur 54 Seiten Umfang, ist noch Platz für diverse Illustrationen gefunden worden. Im Anhang befindet sich eine Kurzbiographie und eine Bibliographie. Letztgenannte ist sogar durch Bühnenwerke, Essays und sonstigen Texten ergänzt worden.

Claude Tillier: Jules Verne en 100 questions © Éditions Du Centre Internation Jules Verne, Amiens, 2004; Claude Tillier Mit Mitarbeit von Jean-Paul Dekiss (Bild links im Text) und Piero Gondolo de la Riva (Bild rechts im Text); ISSN: 12890-9136; ISBN: 2-901811-29-9; franz. sprachige Ausgabe - (Fotos © Fehrmann 2005)


QUELLE /5512/: Herausgegeben von Wolfgang Thadewald: Jules Verne – Bekannte und unbekannte Welten – Das erzählerische Werk - - Eigentlich ist diese Quelle als Hintergrundinformation nicht korrekt eingestuft, denn sie ist mehr als das. Auf einer CD befinden sich alle (!) deutschsprachig verlegten Romane Vernes (auf Basis der Hartlebenausgaben von 1874 bis 1911 und der später entdeckten Werke, verlegt von anderen Verlagen) auf insgesamt 34.161 Seiten !). Ergänzend dazu sind noch einige Kurzgeschichten Vernes und Sachinformationen der folgenden Autoren enthalten: Johann Jakob Honegger (Umfang 44 Seiten), Charles Seignobos (87 Seiten), Max Popp (Umfang identisch mit Seite 79 bis 172 der QUELLE/5503/ - 157 Seiten) und Volker Dehs (mit 266 Seiten). Nicht unerwähnt bleiben darf die umfangreiche Einleitung des Herausgebers, der viele wichtige Dinge zur Einordnung des literarischen Schaffens Vernes und der Entwicklung der Verneforschung darlegt. Die über 4.500 Originalillustrationen alter Hetzelausgaben sind ein besonderer Leckerbissen für Vernefreunde. Das man über alle Seite eine Volltextsuche gestattet ist nicht selbstverständlich bei dieser Art Medien, aber es passt zur sorgsam und liebevoll erstellten Ausgabe.

Wolfgang Thadewald (Herausg.): Jules Verne - Digitale Bibliothek im Verlag der Directmedia Publishing GmbH, 11/2004, ISBN 3-89853-505-3 (Foto rechts: Wolfgang Thadewald – © Fehrmann 03/2008)

QUELLE /5518/: Le monde selon Jules Verne (frei: Die Welt nach Jules Verne) ist eines der typischen Werke, die zum 100. Todestag Vernes auf den Markt kamen: Reich bebildert (außer im Anhang) auf jeder Seite, wird kurzweilig und zugeschnitten auf den nicht vorbelasteten Leser, ein „Jules Verne Panoptikum“ vorgestellt. Beginnend mit einem nicht zu ausführlichen Beitrag zur Biographie, wird dann auf seine Beziehungen zu Frauen und auf Personen die ihm auf seinem Weg begleiteten eingegangen. Mit der Fragestellung. Wissenschaftler, Visionär oder Phantast wird ein Abriss seiner technischen Beschreibungen, seines „Erahnens“ und seiner Visionen gegeben. Im Anhang sind Kurzbeschreibungen einiger Romane wieder gegeben (wobei ich nicht die Auswahl nachvollziehen konnte). Einigen seiner Roman-Helden wurde dabei größerem Umfang eingeräumt. Weiterhin befinden sich Reinschriften brieflicher Korrespondenz zwischen der Familie Verne und zwischen Jules Verne und Pierre-Jules Hetzel im Anhang.

Olivier & Patrick Poivre D'Arvour: Le monde selon Jules Verne; Franz. sprachige Ausgabe des Buchclubs „Éditions France Loisirs“ - © Éditions Mengés, Paris 12/2004; ISBN 2-7441-7920-5

QUELLE /5520/: Dieses von Jean-Paul Dekiss herausgegebene Buch: Jules Verne – Le poete de la science (frei: Der Poet der Wissenschaft) besteht aus Beiträgen von Claude Lepagnez, Agnés Marcetteau, Samuel Sadaune, Alexandre Tarrieu, Claude Tillier (siehe auch Quelle /5517/) und Philippe Valetoux. Die Gestaltung ist an das Erscheinungsbild des Buches: „Jules Verne - Le Rêve Du Progrés“ (Quelle /5516/) angelehnt. Die Illustrationen bestehen aus zeitgenössischen Dokumenten und Bildern, Buchillustrationen, Theater-Plakaten und Szenenbilder aus Filmen.

Im Anhang ist eine kurze Chronologie Vernes Lebens, eine Reihe von Gedichten Vernes (!), ein paar markante Zitate, sowie eine sehr spartanische Bibliographie und eine französische WEB-Übersicht beigefügt worden. Es ist nur ein Inhaltsverzeichnis vorhanden, kein Stichwortregister.

Jean-Paul Dekiss (Hrsrg.): Jules Verne – Le poete de la science © Timée-Editions 01/2005, gedruckt in Italien; ISBN: 2-915586-12-8 - franz. sprachige Ausgabe

QUELLE /5513/: Der schon oben in meiner QUELLE/5501/ erwähnte Volker Dehs hat im Februar 2005, gerade noch rechtzeitig zum 100. Todestag Vernes, die aus meiner Kenntnis umfangreichste Biographie herausgegeben. Auf fast 550 Seiten finden wir nicht nur ein detailliertes Panoptikum des Lebens von Jules Verne wieder – gleichzeitig werden uns Auswertungen und Ergebnisse der jahrelangen Forschungstätig von Volker aufgezeigt. In die einzelnen Lebensphasen ist die Entstehung der Romane, Bemerkenswertes aus deren Umfeld oder auch Erläuterungen zur Vielzahl der Übersetzungen/Varianten der Bücher, eingebettet. Zur schnelleren Identifikation der Zeitperioden, hätte ich mir im Drucksatz des Buches eine Jahreszahl auf jeder Doppelseite gewünscht. Durch über 500 Seiten will zielgerichtet navigiert sein.... Ein besonderer Höhepunkt des Buches versteckt sich im Anhang: Unter „Die Akte Gaston Verne“ hat Volker die von ihm aufgespürten Dokumente zum Anschlag an Jules im Jahre 1886 beigefügt. Diese lesen sich wie ein Krimi. Ergänzt wird der Anhang durch eine bis dato auch noch nicht veröffentlichte Übersicht des Einkommens Vernes (warum nicht auch diese „sonstigen“ Details: Hat verlegerischer Erfolg auch zu finanzieller Sicherheit geführt?). Dem Arbeitsstil entsprechend, wurde das Buch durch ein umfangreiches Register, diverse Fußnoten, sowie Quellen- und Literaturverweise ergänzt.

© 02/2005 Pathmos Verlag GmbH & Co. KG Artemis & Winkler Verlag, Düsseldorf und Zürich, ISBN 3-538-07208-6; (Foto im Text: Volker Dehs, © Fehrmann 2005)

QUELLE /5515/Der Jules Verne Führer (De Jules Verne Gids) von Karol van Bastelaar nähert sich von einer etwas anderen Seite als gewohnt dem Thema Jules Verne. Er beginnt mit der technisch-historischen Einordnung des Umfeldes Jules Vernes, also der Geschichte der Erfinder und deren Erfindungen, die maßgeblich den Fortschritt dieser Zeit ausmachten. Dem schließt sich eine kurze Biographie an, die vor allem zeigt, was dem eigentlichen schriftstellerischem Werk Vernes vorausging. Weiter lernen wir typische Helden a la Verne kennen, häufige Sujets (z.B. bei Robinsonaden) und die Visionen, speziell auch technischen Inhalts, des Autoren Verne kennen.

Im Anhang gibt es wieder eine Überraschung: Vorangestellt sind im Werk Vernes vorhandene Fehler und Unstimmigkeiten (detailliert nach Büchern gegliedert), um dann auf diverse inhaltliche Buchbeschreibungen einzugehen. Gerade die unkonventionelle Betrachtungsweise währe es wert, dass das Buch auch deutschsprachig verfügbar wäre. Vielleicht findet sich ein Verlag?

Karol von Bastelaar gab mir übrigens die entscheidenden Hinweise zur Existenz der Ruhmkorfflampe, worüber ich noch vor Erscheinen seines Buches publizieren durfte.

© 02/2005 Karol van Bastelaar: De Jules Verne Gids; © Uitgeverrij Elmar B.V. Rijswijk, Nederland; ISBN 90855-3007-5

QUELLE /5519/: Diese Biographie (mit nur 34 Seiten) stellt dem Leser kurz und prägnant Jules Verne und sein Werk vor. Grobgliederung der Broschüre sind die Lebensabschnitte Vernes, die trotz des geringen Buchumfanges reich bebildert sind. Nebem dem fortlaufenden Text der Biographie wird in farbig abgesetzten Blöcken auf spezielle Themen oder Personen seines Umfeldes eingegangen. Dazu gehören beispielsweise die Beiträge: Der Ausreißer Jules Verne (seine angebliche „Schiffsjungenflucht“), sein Vater Pierre Verne, das „Netz“ der Schriftsteller, seine Frau Honorine, die Geschichte der Namensgebung „Allott“ (siehe meine Genealogie), sein Verleger Pierre-Jules Hetzel, sowie Verne und die Wissenschaft, seine Beziehungen zum Meer, zu Ballonen, die Thematik Fremdenfeindlichkeit, sein Sohn Michel, sein Neffe Gaston, seine Ideen- und Faktensammlung und sein Bruder Paul.

In der Anlage befindet sich eine kleine Bibliographie weiterführender Bücher.

Olivier Bleys: Jules Verne © 03/2005 Nouveau Monde éditions, Frankreich, gedruckt in Spanien; ISBN 2-84736-094-8 (Franz. sprachige Ausgabe)

QUELLE /5522/: Die vorliegende Kurzbiographie, eigentlich mehr ein Plaudern über das Leben Vernes, überrascht den Vernekenner. Alberto Savinio (1891 bis 1952) erzählt mit lockerer Feder und einigen Seitenhieben in Richtung Dichterkult, Legendenbildung und romantischer Verklärtheit über und aus dem Leben Vernes. Respektlos geht er mit den nachvollziehbaren Fakten um (basierend auf damals bereits Publiziertem, ergänzt mit zeitgenössischen Anekdoten) um daraus seine Sicht auf den Schriftsteller und sein Werk darzulegen. Im Nachwort schreibt dazu Richard Schroetter: „Verne-Liebhaber mag Savinios spöttischer Ton irritieren. Doch der Spott ist hier eine >notwendige Operation<, wie es bei Lukian heißt (einem Lieblingsautor Savinios), um die Toten, unsere zu Tode gefeierten Klassikermumien wieder zu Sprechen zu bringen.“

Alberto Savinio: Jules Verne © 1984 bei Adelphi Edizioni Mailand, © 03/2005 Friedenauer Presse Katharina Wagenbach-Wolff; ISBN 3-932109-42-2; Umfang: 30 Seiten

Ich bedanke mich bei Herrn Richard Schroetter für die Schenkung dieser interessanten und unterhaltsamen Lektüre.

QUELLE /5530/: Dieser Jules Verne Führer sollte sich lieber „Verführer“ nennen, denn die Autoren haben es geschafft, ein breites Spektrum des Lebens und Schaffens Vernes attraktiv aufzubereiten. Von der Anlage her haben sie sich eine umfangreiche Aufgabenstellung gegeben: Vom Leben Vernes, den Hetzel-Editionen, den Beziehungen zwischen Hetzel und Verne, den Helden und Akteuren der Außergewöhnlichen Reisen, einen weiteren Versuch die technischen Visionen und eine Art Klassifizierung der Reisen. Der zweite Teil der Abhandlung ist ein Leckerbissen für alle Sammler: Es werden die unterschiedlichsten Editionen der illustrierten Ausgaben in Frankreich vorgestellt, die attraktiven Plakate der Buchankündigungen von Hetzel und ein leider etwas kürzeres Kapitel illustrierter fremdsprachiger Ausgaben folgt. Weitere Themen sind: Jules Verne im Theater, im Kino und Fernsehen, Spiele die vom Werk Vernes inspiriert wurden sowie ergänzende Sammelartikel. Folgerichtig wird dann noch eine Bibliographie des Werkes als Übersicht von französischen Editionen außerhalb Hetzels bis zur Jetztzeit gegeben. Für mich war die gegebene Listung der Illustratoren des Altwerkes noch besonders interessant. Bei der Breite der Themen musste man sich an einigen Stellen beschränken, aber es ist ein wunderbarer Überblick über das Gesamtwerk Vernes geworden – zumindest aus der Sicht der Verne-Verehrer und -Sammler. Das Buch ist auf hochwertigem Papier gedruckt und es wurde mit einer Vielzahl von schwarz/weißen und kolorierten Illustrationen versehen. Eine gute Empfehlung!

Philippe Mellot et Jean-Marie Embs: Le Guide Jules Verne © Les éditons de l'Amatreur, Paris, ISBN 2-85917-417-6: Umfang 320 Seiten, franz. Ausgabe

The World of Jules VerneQUELLE /5531/: Dieses Buch über Leben und Werk Jules Vernes erschien im Original  2005 als Sur les pas de Jules Verne bei Presses de la Renaissance in Paris. Von der Anlage und der Gestaltung her ist es angenehm anders als viele der Vernepublikationen im Verne-Jubiläumsjahr 2005. Dazu tragen bestimmt auch die lockeren und fantasievollen Illustrationen von Stéphane Heuet bei. Der Inhalt spannt wie so oft in Büchern dieses Genres einen Bogen von Vernes persönlicher Entwicklung, dem historischen Umfeld, seinem Bekanntenkreis, seinem Schaffen im Allgemeinen bis zur Beschreibung einiger Schlüsselwerke. Kenner der Materie können keine neuen Erkenntnisse erwarten, da der Autor nicht angetreten ist, eine vertiefende wissenschaftliche Ausarbeitung zu erstellen, obwohl es vertiefende Fußnoten zur Erläuterung von Details gibt. Es ist einfach eine liebevolle Hommage an den Autor. Aus meiner Sicht ein idealer Weg, der jungen Leserschaft einiges an Hintergrundwissen zum Thema Jules Verne ungezwungen zu vermitteln. Schade das es dafür nicht auch eine deutschsprachige Variante gibt.

Gonzague Saint Bris: The World of Jules Verne © Helen Marx Books - New York, ISBN 1-885586-42-6: Umfang 86 Seiten, Format: 27 x 21 cm Breitformat, engl. sprachige Version (erworben 2010 in UK)


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