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Biographie























Hinweise zum verwendeten Bildmaterial:

/1/ Zeitgenössische franz. Postkarte um 1900: Ancien Nantes; der Hafen um 1840; CF /21288/

/2/ Gemälde von Francisque de la Châteaubourg. Die älteste Wiedergabe fand ich in meinem Bestand in Bernard Frank: Jules Verne et ses voyages; Flammarion, Paris 1941 (Erstausgabe); CF /5532/; Bild von mir grafisch bearbeitet. Das Original befindet sich in der Bibliothèque Municipale Nantes.

/3/ Bildmotiv Jules Verne Schreibtisch © Fehrmann 2009 (Motiv ist nachgestaltet, kein Bezug zu realen Wohnstätten Vernes)

/4/ Eine Kopie des unbearbeiteten Originals ist zu finden in Volker Dehs: Jules Verne - Eine kritische Biographie;  Artemis & Winkler, 2005 Patmos Verlag GmbH & Co KG ISBN 3-538-07208-6; Bildzitat von Seite 64; CF /5513/. Das Original ist im Besitz der Société Jules Verne Paris.

/5/ Ausschnitt aus einem Originalfoto von P.J. Delbarre, datiert 1855; von mir bearbeitet, beschnitten und optimiert; CF /21313/

Weitere Motive auf dieser Seite: Aus unterschiedlichsten Quellen der mir vorliegenden Sekundärliteratur von 1909 bis 1940. Ein Besitzer der Urheberrechte konnte nur selten zweifelsfrei festgestellt werden. Aus diesen und rein ästhetischen Gründen habe ich alle Bilder nachbearbeitet und verfremdet. Damit sind im Sinne des UrhG neue Bilder entstanden. Auf eine Angabe der Quellen der Basisbilder wird daher verzichtet.




Im Text genannte Personen:

Pierre Verne



Sophie Verne



Honorine Verne



Paul Verne



Michel Verne

Die Familie Verne

Jules Verne wurde am 8. Februar 1828 als Sohn von Pierre Verne (1799 – 1871) und dessen Frau Sophie Allotte de la Fuÿe (1801 – 1887) geboren. Am 24. März 1905 beendet er sein Leben. Diese nüchternen Eckdaten sind von einem arbeitsreichen und kreativen Leben erfüllt. Darüber gibt es diverse ausführliche Biographien in Buchform, von denen ich eine Listung der von mir verwandten Quellen auf meiner Seite: Hintergrundinformationen und Quellen zu Jules Verne erstellt habe. Zur Geschichte der Familie Verne, also zu den Vor- und Nachfahren Jules Vernes, habe ich in eine umfassende Genealogie erarbeitet. Diese ist hier aufrufbar:  Genealogie VERNE.

Nachfolgend mache ich den Versuch, ergänzend zu den vorgenannten professionellen Biographien, das Leben Jules Vernes internet-gerecht zu skizzieren. Es ist eine Zusammenfassung der wichtigsten Ereignisse im Leben Vernes, ergänzt mit Querverweisen meiner umfangreichen Ergänzungen. Für die auf meiner Domain erarbeitete Biographie und den Ergänzungsseiten habe ich die schon erwähnten Druckfassungen anderer Autoren, mein Archiv weitergehender Sekundärliteratur und mein umfangreiches Zeitungsarchiv mit hunderten Artikeln zum Thema Jules Verne ausgewertet. Diese Arbeit erstreckte sich über viele Jahre. Ich gestatte das Kopieren für private und wissenschaftliche Zwecke, bitte aber um Angabe meiner Urheberschaft. Für die Weiternutzung in Printmedien, im WEB oder auf Datenträgern bitte ich um Anfrage auf Genehmigung.

Jules Verne Biografien als Druckversion

Als Studienanregung und als Hintergrundinformation biete ich neben der Ausarbeitung dieser Seite noch zwei Druckversion von Biografien an. Siehe dazu die Seite: Die Faszination der Ferne: Jules Verne. 

Das Leben Jules Vernes und sein Werk

Q21288 Nantes Hafen um 1840

Inmitten der Handelsstadt Nantes, gelegen an der idyllischen Loire-Mündung, befand sich im 19. Jahrhundert die Insel Feydeau, die heutzutage durch Zuschüttung eines Flussarms dem Festland einverleibt wurde. In den dort gutbürgerlichen Häusern lebte der Rechtsanwalt Pierre Verne und dessen Gattin Sophie. Am 8. Februar 1828 gab es Nachwuchs: Ihr erstes Kind, Jules Gabriel Verne wurde geboren. Von den noch nachfolgenden vier anderen Geschwistern stand Jules später sein Bruder Paul am nächsten. Sozial gesichert und in einer malerischen Umgebung aufwachsend, hatte er eine glückliche Kindheit. Er konnte das bunte Treiben der Handelsschiffe auf der Loire beobachten und als man später im nahe gelegenen Chantenay ein Sommerhaus erwarb, da hatten die Kinder genügend Spielraum sich auszutoben. Sich all den Vergnügungen aufwachsener Jungen hingebend, bauten Jules und Paul Baumhäuser und sie durchstreiften die nahe liegende Gegend am Ufer der Loire. Da der junge Jules schon zeitig Interesse an maritimen Dingen zeigte, Seefahrerlektüre „verschlang“ und da er den Hang zum Abenteuerlichen hatte, wurde später durch seine erste Biografin, Allotte de la Fuye, die Legende vom Ausreißer geboren, der sich als Schiffsjunge an Bord eines Schiffes auf Hohe See begeben wollte. Interessant ist, das es das bei ihr beschriebene Schiff Coralie auf dem der junge Jules gelandet sein soll, wirklich gab. Bild oben: Der Binnenhafen von Nantes im frühen 19. Jahrhundert /1/.

Zur Vertiefung des Themas Nantes:
Weiterführende Informationen und umfangreiches Bildmaterial zum Heranwachsen in Nantes und den verschiedenen Wohnungen dort habe ich auf meiner Seite:  Verne in Nantes zusammengetragen. Die Rolle Nantes im Leben Jules Vernes als Tor zur Welt ist im Beitrag Nantes maritim zu finden.

Nach den Vorstellungen des Vaters sollte Jules später seine Anwaltskanzlei übernehmen. So erhielt er eine dementsprechende Schulbildung und er arbeitete später als junger Baccalaureatus (unterster akademischer Grad, vielleicht vergleich bar mit einem Abiturient) im Büro des Vaters. Sein Studium der Rechtswissenschaft, welches er 1846 in Nantes begann, setzte er im Jahr der Revolutionswirren 1848 in Paris fort. Dort machte er sein erstes und zweites juristisches Examen. Die geschichtlichen Ereignisse tangieren den jungen Verne nur, denn er lebt in einer „kleinen bürgerlich-studentischen Normalwelt“. Nantes war zwar nicht gerade ein unbedeutender Ort, aber Paris übertraf alles an öffentlichem Leben, Wissenschaft und Kultur. Zum Ärger seines Vaters widmete der Studiosus der Rechte mehr Zeit dem Studium der Literatur, dem „Durchackern“ seiner Lieblingsschriftsteller und seinen Schreibversuchen, als den juristischen Studien. Seine ersten Schreibversuche, man kann sie bis in das „zarte“ Alter von zwölf Jahren zurückverfolgen, wurden stark geprägt durch Victor Hugo, Vorbilder wie Balzac oder Dumas, oder den Autoren seiner Jugendbücher wie Defoe oder Wyß. Zum Bildmaterial rechts: Es gibt definitiv keine Jugendbilder von Jules Verne. Das Bild rechts wird in unterschiedlichen Quellen als Jugendbild von Jules und Paul benannt und genutzt. Es ist aber ein Bildnis von den Cousins der Beiden. Es sind die Söhne von Sophies Schwester Louise /2/.

Bereits kurz nach seiner Ankunft in Paris gelangte der junge Verne durch Beziehungen in einen literarischen Zirkel. In Gedanken sah er sich schon als Schöpfer gefragter Theaterstücke. Seine Schreibversuche, denn er hat noch keine fertigen Ergebnisse vorzuweisen, gelangen allerdings nicht an das Licht der Öffentlichkeit. Dazu zählen aus der Zeit von 1847 bis 1849 drei historischen Dramen. Was aber bewegte den jungen Verne, seine literarischen Ambitionen gerade auf die Bühne zu richten? Bei seinen Anfängen finden wir Lyrik, Kurzerzählungen und Romanfragmente, später Versuche von historischen Dramen. Er scheint noch nicht festgelegt. Wie ein werdender Maler versucht er sich in unterschiedlichsten Techniken. Wieso aber immer wieder Versuche für Bühnenstücke? Offensichtlich sah er in der bildhaften Umsetzung des Theaters die größte Herausforderung an einen Literaten. Dieses Sinnen sollte ihn sein ganzes Leben nicht verlassen. In der Abrechnung seines Lebenswerkes kann er später über vierzig Bühnenstücke, Dramen, Komödien und Libretti für Opern und Operetten vorweisen.

Zur Vertiefung des Themas Jules Verne in Paris:
Weiterführende Informationen und umfangreiches Bildmaterial zum Wohnen und Leben in Paris biete ich auf meiner Seite  Verne in Paris an. Die historischen Hintergründe im Frankreich dieser Zeit und der Weg Vernes zum Theater habe im Beitrag: Jules Verne im Theater erläutert.

q5513 JV im Jahre 1850Als Verne kurz nach seiner Ankunft in Paris die beiden Dumas' kennen lernte, sah er sich seinem Ziele etwas näher. Denn eines hatte er schon von Anfang an erkannt und geschickt genutzt: Vieles im Kunstbetrieb bewegte sich nur durch Empfehlungen, Beziehungen oder diskrete „Nachhilfe“. Als er 1849 begann das Lustspiel Pailles rompues (Die gebrochenen Strohhalme, als Synonym für nicht eingehaltene Versprechen) zu schreiben, tat er dies mit Anregungen seines Jugendfreundes Alexandre Dumas des Jüngeren. Das linke Bild ist die älteste bekannte Aufnahme von Jules Verne. Sie wurde im Jahre 1850 aufgenommen. /4/ Inzwischen gab es Ärger mit dem Elternhaus: Er sollte in Nantes durch Vermittlung des Vaters eine juristische Aufgabe übernehmen um später dessen Nachfolge anzutreten. Doch Jules schlug dies aus, da er in Paris bleiben wollte. Eine Zeit geprägt von finanziellen Nöten begann. Angeregt durch Freunde versuchte er nun auch Kurzgeschichten zu schreiben. Dazu zählen Les premiers navires de la marine mexicaine / Ein Drama in Mexiko ) und Un voyage en Ballon / Ein Drama in den Lüften. Durch Fürsprache von Dumas dem Älteren wurde Jules Verne in der Zeit von 1852 bis 1855 Sekretär des Theaterdirektors Jules Seveste im Théâtre Lyrique. Nach dessen Tod wurde ihm sogar die Leitung des Theaters angetragen, was Verne aber ablehnte.

q21313 JV 1855(Bild links: Jules Verne im Jahre 1855 /5/)

FamilientreffenIm Mai 1856 besuchte Verne die Hochzeit eines Freundes in Amiens und verliebte sich dort in die Schwester der Braut, Honorine-Anne-Hébé Morel. Die junge Witwe mit zwei Töchtern, die er ohne große Feierlichkeiten im Jahre 1857 heiratete, brachte ihn zwangsweise in Lage sich materiell abzusichern.(Bild oben rechts: Jules (im Bild oben mittig) und Honorine (unter seinem Arm) bei einem Ausflug in Provins, Aufnahme von 1861). Mit einem Startkapital vom Vater ging er als Makler an die Pariser Börse.
NadarTrotz dieser Tagesaufgabe vernachlässigte er nicht seine literarischen Arbeiten. Inzwischen hatte er ein Libretto für die Operette L'Auberge des Ardennes / Die Herberge in den Ardennen geschrieben, die sein Freund Hignard vertonte. Gleichzeitig begann er Informationen und Anregungen auf naturwissenschaftlichem Gebiet zu sammeln und er machte mit einem Bruder Hignards eine Reise nach Skandinavien. All diese Anregungen verarbeitete er später literarisch, denn daraus entstand der Roman Reise mit Hindernissen nach England und Schottland den er 1859 bis 1860 schrieb, welchen er aber erst 130 Jahre später seine Erstauflage hatte. Noch mehr beflügelte aber die Bekanntschaft zu Félix Tournachon (genannt Nadar; er lebte 1820 – 1910, Bild links im eigenen Atelier - selbstironische Darstellung im kleinen Studioballon) seine Fantasie, der einer der bekanntesten Fotografen des 19. Jahrhunderts wurde. Aber die eigentliche Faszination ging von seinem Projekt aus: Er wollte einen Riesenballon bauen. Die Hintergründe und die Beziehung zwischen Nadar und Verne habe ich in meinem Beitrag  Der lenkbare Ballon Victoria dargestellt.

von mir nachgestalteter Schreibtisch(Bild lins /3/) In Verne wuchs die Idee zu einem Roman. Mit dem Manuskript begab er sich 1862 zum Verleger Hetzel, der das Werk 1863 veröffentlichte. Der erste Roman Cinq Semaines en Ballon /  Fünf Wochen im Ballon eröffnete eine Reihe, die kurz darauf als Voyages Extraordinaires (Außergewöhnliche Reisen) programmatischen Charakter erhalten soll. Dieser Zyklusname wurde von Hetzel erst 1867 eingeführt, als die Veröffentlichungen in den Magazinen und in einer kleinformatigen Reihe durch eine großformatige illustrierte Reihe ergänzt wurde. Deshalb auch die verwirrende Reihung der ersten vier Bücher. Details dazu kann man meiner Bibliographie entnehmen. Der Ballonroman war das erste von Verne veröffentlichte Buch - über Nacht wurde er berühmt. Angelegt im Stile eines Tagebuchs, traf es genau den Geschmack der Leser. Der Roman war völlig neu in seiner Art und die Mischung aus Abenteuer, Wissenschaft und Technik begeisterte sofort. In kurzer Zeit wurde er in alle europäischen Sprachen übersetzt. Hetzel der das Potential Vernes erkannte, band ihn als exklusiven Hausautor mit einem Vertrag über zwanzig Jahre, mit der Verpflichtung jährlich zwei Romane zu liefern. Damit begann eine bisher beispielslose Erfolgsgeschichte der Literatur. Viele der Bücher wurden zu Bestsellern. Aber nach zwanzig Jahren war die Schaffensperiode noch nicht vorüber. Sie dauerte über vierzig Jahre. Insgesamt wurden die Voyages Extraordinaires zu einer Reihe von vierundfünfzig Romanen. 1867 unternimmt Jules Verne mit seinem Bruder eine Reise nach Amerika. Begeistert schifft man sich auf dem damals größten Schiff der Welt, der  Great Eastern ein. Sie besuchen New-York und weitere Städte, sowie den der Niagarafall. Typisch Verne macht er daraus einen Roman, es entsteht Une Ville Flottante  Die schwimmende Stadt. Da Jules Verne im Laufe der Zeit immer mehr das Reisen für sich entdeckte, habe ich dieser Thematik eine besondere Seite gewidmet:  Familie Verne geht auf Reisen.

Le Crotoy4Das Großstadtleben begann Verne bei seinen literarischen Arbeiten zu stören und so verließ er im März 1869 mit seiner Familie Paris und zog nach Le Crotoy. Der Umzug zu diesem malerischen Fischerort am Bai du Somme, an der Kanalküste gelegen, kam nicht von ungefähr. Er kannte diese kleine Hafenstadt schon von früheren Ausflügen und von mehrenen Sommeraufenthalten, denn er hatte einen Ausgleich zum hektischen Paris gesucht. In Le Crotoy wohnte er in der Straße Chemin de grande Communication (heute Rue Jules Verne). Dort recherchierte Peter Lanczak vor Ort Fakten und Informationen aus der Zeit 1864 bis 1871, die ich mit meinen Beobachtungen und Recherchen ergänzte. Nur für geschäftliche Dinge reiste Verne noch in die Stadt. Von seinem Haus La Solitude (Einsamkeit) zeigten die Fenster in Richtung Hafen. Nur eine kleine Werft, mehr ein Schiffsbauplatz, befand sich zwischen Vernes Haus und dem Kai. Er beauftragte den Schiffsbauer vor der Haustür mit dem Umbau seines ersten Bootes, der Saint Michel, dem später noch mehrere, immer größere Schiffe folgend sollten. Details zum ersten Boot findet ihr auf der externen Seite Die SAINT MICHEL I, ein Schiff aus Le Crotoy. Ich habe dazu vertiefend die Seite Jules Verne – maritim: Seine Jachten SAINT MICHEL I, II & III geschaffen. Der Ort und sein Boot inspirierten Verne nachhaltig. So schrieb Verne seinen Roman 20.000 Meilen unter den Meeren an Bord der kleinen Saint Michel. Über alle Reisen von Jules Verne, entweder allein oder in Familie, berichte ich auf der Seite: Familie Verne geht auf Reisen.

Zur Vertiefung des Themas Le Crotoy:
Weiterführende Informationen und umfangreiches Bildmaterial zum ersten Kontakt mit Le Crotoy und dem späteren Aufenthalten und Wohnen sind auf meiner Seite Zu Hause bei Jules Verne in Le Crotoy zu finden.

Aber während er sich auf den Wellen der Somme oder des Kanals wiegt, langweilt sich seine Frau Honorine fast zu Tode. Im Jahre 1871 entschloss man sich dazu nach Amiens zu ziehen, eine Stadt auf fast halben Wege von Le Crotoy nach Paris. Ein Argument für Amiens war bestimmt auch, dass Honorines Eltern dort lebeten.

Das Haus in AmiensJules Verne eilte schon der Ruf eines erfolgreichen Schriftstellers voraus und er wurde deshalb von den Stadtvätern sofort umworben. Im Jahre 1872 nahm man ihm einstimmig in die Académie d'Amiens auf. 1888 wurde er dann zum Stadtrat für Kultur gewählt, eine Aufgabe die er bis 1903 wahrnahm. Weitere Details zu Jules Verne in Amiens sind auf der externen Seite bei C.Larchers Site: Jules Verne un écrivain d'Amiens. zu entdecken. C. Larcher, der selbst in Amiens wohnt, hat vor allem viele Bilder seiner Stadt zusammengetragen.

Jules Verne ist in Amiens mehrmals umgezogen. Zuerst wohnte er im Bolevard Guyencourt, zog 1872 in den 44 Boulevard Longueville um dann im Oktober 1882 in das größere Haus der 2 Rue Charles-Dobois zu ziehen. Vor diesem Haus steht Verne mit seinem Hund Satellit im linken Bild.

Ständig schreibend, gönnte er sich aber auch mit seiner inzwischen angeschafften Dampfyacht Saint Michel III Mittelmeerreisen zu allen Anrainerstaaten, nach Norwegen, Irland und Schottland und über die Nord- und Ostsee kommt er auch nach Deutschland. Siehe dazu wie schon erwähnt:
Familie Verne geht auf Reisen. All diese Reisen reflektierte er in seinen Büchern, die gerade durch exakte Beschreibungen von Land und Leuten brillierten. Dadurch, dass er sich in seinem Zyklus der Außergewöhnlichen Reisen vorgenommen hatte die Welt in Ihrer Gesamtheit zu beschreiben, entstanden nach und nach Romane, die in den unterschiedlichsten Ländern und Regionen der Erde spielten. Dies hatte zur Folge, dass fast jedes Land „seinen“ Jules Verne Roman bekam. Siehe dazu auch meine Seite:  Schauplätze der Literatur.

Zur Vertiefung des Themas Amiens:
Weiterführende Informationen und umfangreiches Bildmaterial zum Leben in Amiens und den dortigen Wohnungen der Vernes gebe ich in meinen Beitrag:  Jules Verne in Amiens

Amiens ZirkusDas Jahr 1886 brachte einschneidende Veränderungen für Jules Verne. Der bis dahin vom Glück begünstigte erhielt mehrere harte Schicksalsschläge. Sein geistig verwirrter Neffe Gaston schoss ihm in den Fuß und jahrelanges, gesundheitliches Leiden sollte daraufhin folgen. Im gleichen Jahr starb sein Freund und Verleger Hetzel und im Folgejahr starb seine Mutter am 15. Februar 1887 in Nantes. Sein Vater war bereits am 3. November 1871 gestorben. Jules Verne trug schwer am Verlust der Mutter. In seinen Romanen spürte man das Nachlassen der Fantasie. Als er dann auch noch seine Yacht verkaufen musste um die enormen Schulden seines Sohnes Michel zu begleichen, zog er sich ganz in das kleinbürgerliche Leben Amiens zurück.

Amiens StadtratDort brachte er sich in das öffentliche Leben ein. Er wurde am 13. Mai 1888 das erste Mal in den Stadtrat von Amiens gewählt. (Bild oben rechts: AMIENS – Le Cirque: Als 1888 Jules Verne Verne in den Stadtrat gewählt wird, hat er seinen ersten öffentlichen Auftritt am 23. Juni 1889 mit einer Rede zur Eröffnung des städtischen Zirkus. Bild links: Jules Verne im Stadtrat). Er arbeitete im Bereich Kultur bis 1903.Im Jahre 1897 verschied sein geliebter Bruder Paul.

Aber die gesundheitlichen Probleme nehmen zu. Nach dem Attentat Gastons konnte er nie wieder schmerzfrei gehen, zusätzlich hatte er Probleme mit dem Magen, er litt schwer an Grauen Star und bekam einen Schreibkrampf in der rechten Hand. Trotzdem versuchte er bis zum Schluss zu Schreiben, auch wenn seine Texte immer schwerer lesbar wurden. Kurz nachdem er am 8. Februar 1905 seinen 77. Geburtstag feierte, erkrankte er einige Wochen später an Diabetes. Nach einem Anfall wurde er bettlägerig. Am 17. März erfolgte der nächste Diabetesanfall. In den Morgenstunden des 24. März 1905, um acht Uhr verstarb er im Kreise seiner Familie.

Vernes BeerdigungEr wurde am 28. März 1905 in Madeleine-Friedhof in Amiens bestattet. Bild links: Der Trauerzug durch Amiens auf einer zeitgenössischen Postkarte. Weitere Details habe ich auf meiner Seite Abschied nehmen von Jules Verne dargestellt. Die Welt nahm Abschied von einem großen Sohn der Franzosen, der mit seiner schöpferischen Fantasie Freunde in aller Welt gefunden hatte. Mit seinen Klassikern der technischen Fiktion hat er sich als  Vater der Sciencefiction ein Denkmal gesetzt. Sein Hauptwerk aber, der eigentliche Grundgedanke der Voyages Extraordinaires lässt sich damit nicht beschreiben. Er gilt als Begründer einer neuen Kategorie von Literatur, dem wissenschaftlich - romantischem Abenteuer. Trotz seiner großen Präsenz auf dem Buchmarkt und der Beliebtheit bei den Lesern wurde er lange Zeit von der Literaturkritik mit Ignoranz gestraft. Aber nach seinen Erfolgsjahren Ende des 19. Jahrhunderts und einer nachfolgenden Ruhephase, erfreut sich sein Werk in den letzten fünfzig Jahren zunehmender Popularität. Nicht nur durch die Neuauflagen seiner Bücher, sondern auch zunehmend durch Verfilmungen, hatten sich die Helden seiner Romane die Herzen der Menschen wiedererobert.

Ergänzende Artikel und Beiträge zum Leben Jules Vernes:

Artikel und Essays zum Leben und Schaffen Jules Vernes sind in meinem Archiv zu finden. Den größten dokumentarischen Schatz zum Thema Verne mache ich aber mit meinem Zeitungsarchiv den Lesern zugänglich. Ich habe dort mehrere hundert alte Zeitungen und Zeitschriften ab 1855 zum Thema Jules Verne zusammengetragen.

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Zur Bücherliste Jules Verne (List Of Books By J.V.) Copyright © Andreas Fehrmann - 09/2000, letzte Aktualisierung 13. September 2018

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