Abschied nehmen von Jules Verne















Quellenangaben, und vielleicht der Reiz etwas mehr darüber zu lesen? (Die Systematisierung bezieht sich nur auf die Nutzung für diesen Beitrag)

/1/ Volker Dehs: „Jules Verne“ Rowohlt Taschenbuch Verlag GmbH 1986; Seite 119 (Detailangaben siehe Quelle /1/ )

/2/ Max Popp: “Jules Verne – Sein Leben, seine Werke, seine Nachfolger” 1909; Zitat von Seite 42 (Detailangaben siehe Quelle /3/ )


/3/ ebenda, Seite 43


/4/ Jean Jules-Verne: „Jules Verne“ 1973; Bildzitat von Seite 199 (Detailangaben siehe Quelle /10/ )


/5/ Centre de documentation Jules Verne – Amiens; detaillierter aufbereitet in der PDF-Datei (45,9 KB groß)


/6/ Paule Roy und Maurice Duvarel: „Amiens de Daguerre à Jules Verne 1849 – 1905“; Bildzitat von Seite 143 (Detailangaben siehe Quelle /110/ )


/7/ Zeitgenössische Postkarte, von mir nachbearbeitet.


/8/ aus /6/, ebenda Seite 144


/9/ Jean-Paul Dekiss (Hrsrg.): „Jules Verne – Le poete de la science“ Timée-Editions 2005; Bildzitat von Seite 122; (Detailangaben siehe Quelle /20/ )


/10/, /11/ und /12/ Zeitgenössische Postkarten, von mir nachbearbeitet.









Ein arbeitsreiches Leben geht dem Ende entgegen.


Nach und nach wird Verne von den ihn vertrauten und geliebten Menschen unwiderruflich verlassen. Hatte ihn schon 1886 der Tod von Hetzel schwer getroffen, folgte diesem im Jahre 1887 durch Tod seine Mutter und 1897 stirbt sein geliebter Bruder Paul. Zunehmend hat er gesundheitliche Probleme. Nach dem Attentat Gastons 1886 kann er nie wieder schmerzfrei gehen, er hat Probleme mit dem Magen, leidet schwer unter dem Grauen Star - der ihm fast zur Erblindung führt - und dazu kommt auch noch ein Schreibkrampf in der rechten Hand. Trotzdem versucht er bis zum Schluss zu schreiben, auch wenn seine Texte immer schwerer lesbar werden.

Es werde nichts mehr mit der Gesundheit, steht in einem Brief an Hetzel vom Herbst 1904: >Wenn Sie einen neuen oder gebrauchten Magen finden, der meinen ersetzen kann, dann schicken Sie ihn mir!< /1/ Kurz nach dem er am 8. Februar 1905 seinen 77. Geburtstag feierte, erkrankt er einige Wochen später an Diabetes. Ein Anfall macht ihn bettlägerig. Am 17. März erfolgte der nächste Diabetesanfall. Das Ende nahte, er rief nach seiner Familie. Laut Max Popp sollen seine letzten Worte gewesen sein: „Ihr seid jetzt alle hier, jetzt kann ich abreisen!“ /2/ In den Morgenstunden des 24. März 1905 stirbt Jules Verne im Kreise seiner Familie.

Bild oben links: Jules Verne auf seinem Sterbebett /4/; Bild rechts: Die Todesanzeige vom 25. März. /5/



Bilder oben links: Tausende am Straßenrand verabschieden sich vom großen Erzähler /6/; Weitere Details vom Trauerzug: oben rechts: auf einer zeitgenössischen Postkarte /7/; darunter links /8/ und rechts /9/.


Ist schon die internationalen Anteilnahme bedeutend, so ist der Trauerzug selbst und die Beisetzung ein großes lokales Ereignis. Am 28. März 1905 begleiten ihn über fünftausend trauernde Bürger Amiens und deren Gäste an und auf den Straßen des Trauerzuges und auf seinem letzten Weg zum Friedhof „Cimetière de La Madeleine “. Als Offizier der Ehrenlegion (siehe Vorkapitel AMIENS) wurde ihm durch eine Kompanie des 72. Linienregimentes militärische Ehre zuteil. „Dem Zug voran schritten Gesandte der Schulen, das Gefolge selbst führte Michel Verne, des Abgeschiedenen Sohn, sein Schwiegersohn und seine Enkel, ferner Frau Verne mit ihren Töchtern und Enkelinnen. /3/


Seine Grabstätte erhält 1907 die markante und ziemlich pompöse Figur eines Bildhauers aus Amiens:Albert Roze. Sie erhielt durch Michel Verne den Spruch „Unsterblichkeit und ewiger Jugend entgegen“. (siehe dazu Bild links /10/). Nach dem Tod von Jules Ehefrau Honorine am 20. Januar 1910 erhielt auch sie in diesem Grab ihre letzte Ruhestätte.

Am 9. Mai 1909 wurde in Amiens, fast in Sichtweite des ehemaligen Verne-Hauses in der Rue Charles-Dubois, auf dem Platz Boulevard de Belford ein Denkmal eingeweiht, welches ebenfalls von Albert Roze geschaffen wurde. Mir persönlich gefallen die lesenden Kinder am Fuße des Denkmals am besten. Denn alle Leser der Bücher des großen Franzosen sind eigentlich die nachhaltigste Ehrung, die man ihm bereiten kann.

Bilder /11/ und /12/

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Copyright © Andreas Fehrmann – 10/05, update 8. Oktober 2005