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Deutschsprachige Editionen der Werke Jules Vernes -Teil 2
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Buchreihen aus den 40er und 50er Jahren .... sind mir leider nicht bekannt. Nach meinem Kenntnisstand sind meist nur Einzelbücher verlegt worden. Also beginnen wir ganz bescheiden mit kleineren Serien oder Editionen |
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Das Beispielbuch ist von 1958/59. DANKSAGUNG: Vielen Dank an Michael Heep, der mir die ersten Informationen zukommen ließ und an Stefan Marniok, der gut ergänzen konnte, |
Buchformat: Oktav (14,3 x 20,7 cm) Ab der Mitte der 50er Jahre, konkret von 1955 bis 1961, wurden in der Reihe der HIRUNDO-Bücher sechs Bände von Jules Verne aufgelegt, die durch teilweise vorhandene Doppelausgaben insgesamt neun Verne-Romane beinhalteten. Ausgestattet waren die Bücher mit modernen, gefälligen Zeichnungen, wie im linken Bildbeispiel von von H.J. Tripp. Diese kleine Serie bestand aus den nachfolgenden Werken: Bd. 4 - Die Reise zum Mittelpunkt der Erde; Bd. 6 – In 80 Tagen um die Welt; Bd. 16 – Der Kurier des Zaren; Bd. 29 - Fünf Wochen im Ballon; Bd. 46 – 20.000 Meilen unter dem Meer und Bd. 66 – Die Reise zum Mond und um den Mond als Doppelausgabe. Die Bücher wurden jeweils von Kurt Lorenz bearbeitet. Die Seitenzahlen schwanken zwischen 160 bis 317 Seiten. Der Druck erfolgte in Kleins Druck- und Verlagsanstalt GmbH in Lengerich (Westf.) |
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Beispielbuch: Der Donaulotse; Bd. 80 von 1964; CF/8701/ |
Buchformat: TB, klein-Oktav (11 x 17,5 cm) Diese DDR-Taschenbuchreihe des Verlag Neues Leben Berlin legte in der Zeit von 1962 bis 1983 insgesamt zwölf Bücher von Jules Verne auf. Die Taschenbuch-Serie selbst war angelegt als eine Sammlung von Abenteuerliteratur, die das Spektrum: Klassiker der Abenteuerliteratur, Reise-, Kriminal- und Sciencefiction-Romane umfasste. Durch diese Streuung der Thematik sprach man eine breite jugendliche Leserschaft an. Das Erscheinungsbild über all die Jahre war außen im Kopfbereich stets der Namenszug der Reihe: KOMPASS mit unterschiedlicher Gestaltung und Farbgebung. Alle Taschenbücher waren laufend nummeriert. Der Schriftzug im inneren der Bücher differierte. Mal ist von „Kompass-Bücherei Band xx“ zu lesen, manchmal auch von „Kompass-Bücherei Band xx“. Bei WEB-Recherchen sollte an beide Schreibweisen berücksichtigen. Von
Jules Verne wurden unter anderem aufgelegt: Band 58, Band 65, Band 80,
Band 120 usw. - eben immer mit großen Lücken, also keine Verne-Edition
im engeren Sinne. Den Lizenznummern der Ausgaben, die später durch ISBN
ersetzt wurden, ist zu entnehmen, dass sie in einem Fall die Basis der
späteren großen Leinenausgaben (siehe weitere Details dazu weiter
unten: Jules Verne – Neues Leben) des gleichen
Verlages dienten. Eine bebilderte Übersicht aller Ausgabe ist hier zu
finden: |
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Beispielbuch: Bd. 20 Die Gebrüder Kip / Das Land der Diamanten, 1968; CF/5001/
DANKSAGUNG: Vielen Dank für die ergänzenden Hinweise und für das Bildmaterial an Oliver Wurl |
Buchformat: klein-Oktav (11 x 18 cm)
Trotz
der Kürzungen war diese Reihe sehr beliebt, vor allem da sie auch
unbekanntere Werke Vernes publizierte. Das nach vielen Jahrzehnten auch
endlich wieder ein Teil der Originalillustrationen, wenn auch in meist
in nicht so guter Qualität, angeboten wurde, trug ebenfalls zur
Beliebtheit der Bücher bei. Eine Listung der Bücher habe ich hier auf
meiner Seite: |
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Beispielbücher: Links oben: Schutzumschlag des Buches Das Karpathenschloß von 1973 und rechts oben der Schutzumschlag von Die Leiden eines Chinesen ... von 1967. ücher unten: Zwei Jahre Ferien; Diogenes Verlag AG Zürich; 1973 ISBN 3-257 00932 6; CF /3213/ und Das erstaunliche Abenteuer der Expedition Barsac; dto. 1978; ISBN 3-257 00966 6; CF /9003/
DANKSAGUNG: Vielen Dank an Matthias Markmann, der mir das Bildmaterial der Schutzumschläge und weitere Informationen zukommen ließ. Vielen Dank auch für die Ergänzenden Hinweise an Oliver Wurl. Bei Matthias Claus bedanke ich mich für die Schenkung des unten zu sehenden Buches Zwei Jahre Ferien. |
Buchformat: klein-Oktav (11 x 18 cm) Im Rahmen des Zyklus' Sammlung klassischer Abenteuer beim Diogenes Verlag Zürich, in dem u.a. die Autoren Leblanc, Haggart und Le Fanu erschienen, wurden im Zeitraum von 1966 bis 1973 insgesamt 19 Bände von Jules Verne herausgebracht. Vom Erscheinungsbild handelt es sich um braune Leinenbände im Klein-Oktav-Format, die jeweils unterschiedlich gestaltete Schutzumschläge hatten. Eine Ausnahme bildet das 1969 erschienene Buch Reise um den Mond. Der damals aktuellen Mondlandung geschuldet erschien es in einem silberfarbenen Schutzumschlag, der unter Sammlern als „Space-Umschlag“ getitelt wird. Auch die 3. Auflage von Von der Erde zum Mond hatte diesen Umschlag. Zusätzlich wurde bei beiden Bänden auf dem Schmutztitel ein silberfarbener Hinweis eingeklebt: "Im Jahr des Mondes 1969 folgten die Astronauten Armstrong, Collins und Aldrin Jules Vernes ersten Mondfahrern Ardan, Nicholl und Barbicane". In der Verlagszeitschrift Das Tintenfass erschien dazu 1969 eine Sondernummer, von der unten links die Titelzeile der Seite 1 zu sehen ist. Insgesamt hatte die Ausgabe 6 Seiten. Die
Ausgaben hatten keine Zähl- oder Editionsnummern und der Umfang der
Bücher beschränkte sich auf insgesamt 19 Bände, obwohl, wie aus
Werbehinweisen in den Büchern hervorgeht, weitere Titel geplant waren.
So wurde u.a. noch ... Hatteras beworben. Noch 1969
wurde von insgesamt 50 Bänden geschrieben. Die Bücher die auf
sorgfältig übersetzten Manuskripten aufbauten, bildeten später die
Grundlage der Taschenbuch-Edition des gleichen Verlages. Details dazu
siehe weiter unten. Eine Listung der Bücher habe ich auf meiner Seite:
Nach den oben genannten Ausgaben gab es noch eine Art Ergänzung. Im Zeitraum von 1973 bis 1978 erschienen als so genannte Diogenes Sonderbände die Ausgaben: Zwei Jahre Ferien, Die großen Seefahrer und Entdecker (als Die großen Seefahrer des 18. und 19. Jahrhunderts vorangekündigt) und Das erstaunliche Abenteuer der Expedition Barsac. Die Gestaltung erfolgte durch unterschiedlich gefärbte Leinenbände und individuellen Schutzumschlägen, wie unten in den Beispielen zu sehen ist. Das Buchformat hatte die Größe: 13 x 20 cm.
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Beispielbuch: Die 500 Millionen der Begum; Bd. 10, 1969; CF /1801/ |
Fischer Taschenbuch Verlag: Jules-Verne-Werke in 20 Bänden
Der Fischer Taschenbuch Verlag Frankfurt/M verlegte im Zeitraum von 1968 bis 1971 20 Romane Jules Vernes. Dabei handelt es sich um die schon weiter oben kritisierten stark gekürzten Ausgaben des Verlages Bärmeier & Nikel. Wenn man die jeweils als ein Taschenbuch aufgelegten dünnen Heftchen vor sich hat, dann merkt man auch als Laie wie dürftig das Ergebnis ist. Wer es zum Beispiel schafft Keraban der Starrkopf, in den unterschiedlichsten Leinenausgaben um die 350 Seiten stark, in ein Taschenbuch von zirka 150 Seiten zu zwängen, der muss schon eine gewisse Kaltblütigkeit gegenüber dem Urheber des Werkes zeigen. Ein kleines Trostpflaster sind eventuell noch die spärlichen, im Text eingebauten Reproduktionen alter französischer Holzschnitte. Vom Erscheinungsbild sind die Bücher ziemlich markant: An der oberen Kante haben sie einen gelben Streifen mit der Verlagsbezeichnung. Alle Titel sind mit einer Fotocollage, die dem damaligen Zeitgeschmack geschuldet etwas grell ist, versehen. Eine
Listung der Bücher habe ich auf meiner Seite: |
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Verlag Neues Leben Berlin: Jules Verne (großformatige Reihe)
Buchformat: groß-Oktav (17 x 23,5 cm)
Die Bände besitzen keine Zählnummern und einige Romane wurden in späteren Auflagen gekürzt. Dies ging meist mit neuer Titelgestaltung oder einer anderen Farbgebung des Buch-Korpus’ einher. Bücher dieser Reihe waren, auch aufgrund fehlender Alternativen, die beliebtesten Verne-Ausgaben auf dem Gebiet der damaligen DDR. Zur künstlerischen Gestaltung: Die Illustrationen wurden stets von unterschiedlichen, aber regionalen Künstlern ausgeführt. Reproduktionen alter Stiche der Hetzel- oder Hartlebenausgaben kamen nie zum Einsatz. Wenn ältere Ausgaben des Verlags NL, die ursprünglich noch nicht in der neuen Reihe integriert waren, Illustrationen beinhalteten, dann wurde dieser Buchschmuck übernommen. Die Illustratoren gestalteten auch die Bildtafeln des Titels. Leider hatte man aus meiner Sicht auch Gestaltern eine Chance gegeben, die sich in das Werk Vernes nicht hineinversetzen konnten. So gibt es Bücher, die recht skuril und fast pop-artig illustriert wirkten, was den Büchern vielleicht nicht immer gut tat. Eine weitere Besonderheit im Erscheinungsbild irritiert heutzutage auch einige Sammler: Einen Teil der Serie gibt es mit dem Aufdruck buchclub 65. Was hatte es damit auf sich? Der buchclub 65 war, wie der Name es schon sagte, eine Buchgemeinschaft in der DDR - die Einzige! Sie wurde 1965 gegründet. Mitglieder kauften die Bücher nicht wie heute in Filialen, sondern nur über den Versandhandel im Direktbezug. Als Abonnent erhielt man jeden Monat ein Buch zu ermäßigten Preisen. Dazu gab es immer für ein Jahr im vor aus einen Vorschlag mit 12 Büchern. Da die nicht immer gefielen, gab es noch eine Liste mit 12 Alternativen, so genannten Austauschbänden, zur Auswahl. Da die Bücher preiswerter als regulär einzeln gekaufte Bücher waren, nahm man die schon bestehenden Druckstöcke/-vorlagen um diese mit geringfügigen Modifikationen erneut zu nutzen. Die Veränderungen waren die Aufdrucken buchclub 65 auf der Titelei und auf dem Buchrücken. Also Buchfreunde: Keine gesonderte Edition! Beginnend kurz vor den 80er Jahren und verstärkt in diesen, gab es nochmals ein neues Erscheinungsbild. Wahrscheinlich aus Einsparungsgründen wurden die Bände als Paperback in gleicher Größe, aber mit nicht strapazierbarem dünnen Pappeinband angeboten. Anfang als etwas preiswertere Alternative für den Käufer gedacht, wurde ab Mitte der 80er Jahre diese Gestaltungsform bei Nachauflagen fast zum Standard. Siehe dazu beispielhaft etwas weiter oben rechts den Doppelband Die Reise um die Erde in 80 Jahren und Die Reise zum Mittelpunkt der Erde in der 8. Aufl. 1984 (CF/0307/). Die Titelgestaltung wurde dazu nochmals überarbeitet. Im Ergebnis entstanden ziemlich spartanisch aussehende Bücher, die heutzutage auf dem Trödelmarkt verramscht werden. Die großformatige Serie Jules Verne des Verlages endete mit dem Buch Die seltsamen Leiden des Herren Kin-Fo. Das Schicksal dieses Buches wollte es, dass das Erscheinen in Zeiten der Währungsunion 1990 stattfand. Viele DDR-Bürger sahen andere Sachen als Verne-Bücher, die sie jetzt für D-Mark erwerben wollten. Hatten vorherige Ausgabe einen Preis von 7,50 bis 10,50 Mark der DDR, kostete dieses Buch beim Erscheinen über 14 DM. Aus diesem Grunde wurde über die Hälfte der Auflage nicht verkauft. Diese Restexemplare wurden an den Verlag zurückgegeben und später dann recycelt. Dies ist der Grund dafür, dass dieses Buch relativ schwer auf dem antiquarischen Büchermarkt beschaffbar ist. Schon vor dem Erscheinen des letzten Bandes dieser Ausgabe, wurde im gleichen Verlag die kleinformatigere „marmorierte“ Ausgabe herausgegeben. Die Groß-Oktav-Bände bildeten meist die Grundlage für die ab 1986 neu aufgelegte Reihe. Siehe dazu weiter unten: Verlag Neues Leben Jules Verne – Ausgewählte Werke in Einzelausgaben |
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Beispielbuch: Die Leiden eines Chinesen in China 1972; CF/1903/ |
Jules-Verne-Reise-und-Abenteuer-Romane (1971-1973) Buchformat: Oktav (12 x 19,5 cm) So wie gerade beim Verlag Neues
Leben beschrieben, haben auch Ausgaben anderer Verlage einen langen und
nicht enden wollenden Weg. Die Reihe des Diogenes Verlages Sammlung
klassische Abenteuer wurde als Nachdruck in ansprechender
Bindung von Edito im Zeitraum von 1971 bis 1973 nochmals aufgelegt. Die
Entscheidung war richtig, da dadurch die sorgfältigen und ungekürzten
neuen Übersetzungen von Diogenes übernommen wurden. Die Auswahl der
aufgelegten Werke ist nicht nachvollziehbar, da sie willkürlich
erscheint . Siehe dazu die Listung der Bücher im nachfolgenden Link.
Der Umfang dieser Edition ist nicht identisch mit dem Umfang der
Vorlage. Die Bücher sind in einer attraktiven blauen Kunstlederbindung
erschienen, die durch einem aufgesetzten, in Gold geprägten Kopf Vernes
ergänzt wurde. Einige Bände sind mit umfangreichen Vorworten versehen.
Generell sind alle mit den Bildern der französischen Alt-Ausgaben
gestaltet worden. |
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Beispielbücher von links: detebe 64/XVII: Die Gestrandeten, 1977; CF/8801/; Mitte: detebe-Klassiker 21243: Die Insel der Milliardäre, 1985; CF/4101/; Rechts: detebe-Klassiker 21237: Das erstaunliche Abenteuer der Expedition Barsac, 1984 (Ausgabe 1995); CF/9001/ |
Diogenes Verlag: Jules Verne (Diogenes Taschenbuch) Buchformat: TB, klein-Oktav (11,5 x 18 cm)
Der Diogenes
Verlag Zürich gibt seit 1974 im Rahmen seiner breit
angelegten Taschenbuchreihe die unterschiedlichsten Werke Vernes
heraus. Dabei wandelten sich im Laufe der Zeit die Erscheinungsbilder
und leider auch die Systematiken der Buchnummerierung, also die
Bandnummern. So ist es schwer eine Übersicht aller Bände zu geben,
zumal dieser Verlag sein Sortiment noch ständig erweitert. Einheitlich
kann man den Herausgebern bescheinigen, dass sie sehr sorgsam mit dem
Textmaterial der Originale umgingen. Basis dazu waren wohl anfangs die
oben genannten Bücher der Sammlung klassische Abenteuer,
die dann zunehmend durch andere Werke ergänzt wurden. Die Gestaltung
der Bücher erfolgte auf Grundlage der alten Holzschnitte der
französischen Erstauflagen. Eine Listung der Bücher habe ich auf meiner
Seite: |
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Beispielbücher: Oben – Clovis Dardentor; Bd. 71 Pawlak, 1984; CF/4301/; Unten: Zwanzigtausend Meilen unter dem Meer; Lizenzausgabe von 1984 der Buchclubs; CF/0606/ |
Buchformat: TB, klein-Oktav (11,5 x 18 cm) So wie links im Buchbeispiel zu sehen ist, wurde diese Reihe einheitlich gestaltet. Die Taschenbuchreihe des Manfred Pawlak Verlages Berlin / Herrsching ist mit 100 Bänden die im deutschsprachigen Raum wohl vollständigste Edition. Alle Copyright beziehen sich auf 1984 in jeder Ausgabe. Basis der Reihe war die alte Hartleben Edition, die noch ergänzt wurde. Auf Grund der Vollständigkeit der Werke zählt die Reihe zu den preiswerten und gern gesammelten Büchern, wenn man einen möglichst großen Fundus von Verne-Ausgaben besitzen möchte. Alle im Bücherschrank stehenden Exemplare sehen gleich stark aus, was man durch eine geschickte Aufteilung der Seitenformate geschafft hat. Vielleicht war das auch der Grund, warum auch diese Reihe einen kleinen Wermutstropfen hat: Wahrscheinlich aufgrund der Restriktionen des Taschenbuchformates wurde einige Ausgaben umfangreicher gekürzt. Ein weiterer Knackpunkt: Vielleicht um die magische Zahl 100 zu erreichen, hat man einen Band der Hartlebenvorlage den Lesern vorenthalten. So sind die Bände 96 und 97 identisch mit den Teilen 1 und 2 des Buches Die Schiffbrüchigen des Jonathan. Aber der im Original noch vorhandene Teil 3, komplett ab Kapitel 5 des Romans fehlt.
Die
Betreuung der Reihe oblag Thomas Ostwald. Dieser veröffentlichte 1978
das Buch Jules Verne – Leben und Werk. Dieses Buch
wurde in einer Neuauflage, eben für diese Edition, gestalterisch der
Pawlak-Serie angeglichen. Dadurch galt sie als offizielles Begleitbuch
der Serie. Siehe dazu Bertelsmann Buchclub und andere: Collection Jules Verne (Buchbeispiel rechts) Es sieht aus wie eine optische Täuschung, aber es ist eine andere Edition: Mehrere Ausgaben der Pawlak-Reihe wurden für den Bertelsmann Buchclub, der Deutschen Buchgemeinschaft und für die Buchgemeinschaft Donauland (Wien) in einem rotem Erscheinungsbild nachgedruckt. Unterscheidungsmerkmale sind die Farbgebung, das fehlende Pawlak-Logo, der Wegfall der Zählnummer des Bandes (auch innen) und das Fehlen der Gesamtübersicht der Ausgaben im Anhang des Buches. |
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Links: Faltblatt des Bertelsmann Buchclubs 1992; Buchbeispiel: Mathias Sandorf 1979 Deutscher Bücherbund GmbH & Co. Stuttgart München. Nachdruck mit freundlicher Genehmigung des Verlages A. Hartleben. Inh. Dr. Walter Rob, Wien 1; mit den Originalillustrationen von L. Benett; CF/2703/) |
Ein interessantes Projekt realisierte der Deutsche Bücherbund Stuttgart / München und die angeschlossenen Buchgemeinschaften ab ca. 1978 bis 1985 (in den jeweiligen Clubs unterschiedlich) und dann Anfang der Neunziger nochmals: Eine Wiederauferstehung der alten Hartleben'schen Ausgaben, umgangssprachlich meist als „Reprint“ getitelt, was aber inhaltlich falsch ist. Es sind weder die Texte der Altausgaben noch eine Übernahme des Originalsatzes in Schrift und Bild. Daher sind die Bücher auch deutlich am modernen Satz der Texte zu erkennen. Da in den verschiedenen Buchgemeinschaften eine unterschiedliche Anzahl von Büchern aufgelegt wurde, (teilweise auch neue Zusammenstellungen, die es so bei Hartleben nicht gab, kann ich eine genaue Anzahl der Bände pro Buchclub nicht angeben. Sie schwanken je nach Gemeinschaft zwischen 29 und 35 Bände. Diese Bücher sind aufwendig ausgestattet und schön gestaltet. Man erkennt an ihnen genau, warum ein Buchbinder eben Buchbinder heißt. In optischen Gestaltung des Buchrückens und der Deckel hat man versucht, das Original nachzuempfinden. Im Innenleben sind die Reproduktionen der ganzseitigen Stiche gut gelungen. Das Beste was es bis dato nach Hartleben auf dem deutschsprachigem Buchmarkt gab. Da ich regelmäßig Rückfragen zu
diesen Editionen hatte, habe ich eine Sonderseite mit allen Details der
alten Originale und die der nachempfundenen Ausgaben der
Buchclubeditionen zusammengetragen. Zu finden sind die Informationen
auf der Seite: Durch die Herausgeber wurden zwei
optisch unterschiedliche Varianten verlegt: Es gibt Ausgaben, die eine
reliefgeprägte Halbleinen-Einbandgestaltung haben, auf denen auch die
im Original vorhandenen Goldprägungen nachempfunden worden sind.
Spätere Varianten kommen ohne Relief und ohne Goldprägung aus, denn
dort wurde die Prägung weg gelassen und das Gold in gelblicher Farbe
einfach aufgedruckt. Weitere Details sind in der oben angesprochenen
Detailseite zu finden. Den Versuch einer Listung der Bücher vom
Bertelsmann Buchclub habe ich auf meiner Seite: |
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Beispielbuch: Mrs. Branican; Bd. 14 von 1991; CF/3601/ |
Buchformat: Oktav (12 x 19,5 cm) Wie schon oben in der Jules Verne - Reihe des Verlags Neues Leben Berlin angesprochen, begann der Verlag ab 1986 eine neue Jules Verne Reihe herauszugeben. Bis 1989 wurde diese Reihe in hoher Auflagenzahl verlegt. Als 1990 aus dem damaligen VEB-Verlag durch Umstrukturierung eine GmbH wurde, hatte sich die Marktsituation grundlegend geändert. Zwar hatte die Edition bis dahin schon den Umfang von zehn Bänden erreicht, danach waren die Auflagenstärken aber bedeutend geringer. Dies ist der Grund dafür, dass von den Bänden eins bis ca. neun der Gebrauchtmarkt überschwemmt ist, die Folgebände aber rarer sind. Zur Gestaltung: Die alten 24 cm hohen Bücher wurden auf 19 cm „Normalgröße“ gebracht und mit einem neuen einheitlichen Layout versehen. So wie links dargestellt sehen alle Bücher aus: Basis ist ein weißer Kartoneinband mit blauer Schrift, eingehüllt wie dargestellt mit einem stets marmorierten Schutzumschlag und einem zu den Innen-Illustrationen passenden Titelbild. Die ersten Bücher wurden vom Satz her übernommen, wobei der Umfang der Illustrationen gekürzt wurde. Genau wie die großformatige Serie hat auch diese Edition einen markanten Mangel: Es sind wieder die meist gekürzten Ausgaben von unterschiedlichsten Bearbeitern oder Überarbeitungen alter, nicht so werksgetreuer Übersetzungen aus dem Weichert-Verlag. Selten wurden die besseren Vorlagen von Hartleben genutzt und nur vereinzelt eine eigene Übersetzung. Bot man anfangs auch recht voluminöse Einzel-Bände wie z.B. Kinder des Kapitän Grant an, wurden später umfangreichere Romane in zwei Bände aufgeteilt. Neu war die jetzt vorhandene
durchgehende Bandzählung der Edition. Die Reihe wurde mit dem
wirtschaftlichen Ende des Verlages gegen Ende der 90er Jahre
eingestellt, Restexemplare wurden bis 2001 im Handel angeboten. Die
kurz nach dem Einstellen der Serie geforderten Preise von Wiederverkäufern für
die letzten Jahrgänge, entsprechen nicht der Qualität der Übersetzungen
und des materiellen Wertes der Bücher. Oft sind die Preise rein
spekulativ, sie sollten von Lesern nicht akzeptiert werden. Eine
Listung der Bücher habe ich auf meiner Seite: |
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Beispielbuch oben: Der Archipel in Flammen; ISBN 3-596-28930-0 Fischer Taschenbuchverlag Frankfurt am Main, Juni 1987, Neu übersetzt und eingerichtet von Martin Doehlemann und Hans-Jürgen Wagener. 144 S. mit ganzseitigen Illustrationen Beispielbuch unten: Der Herr der Welt ... ISBN 3-89350-627-6 Genehmigte Lizenzausgabe für Weltbild Verlag GmbH Augsburg 1994 © by B & N Bücher & Nachrichten (Bärmeier & Nikel) Verlags-GmbH & Co KG Frankfurt am Main; CF/5302/ |
Buchformat: TB, klein-Oktav (10,5 x 18 cm) Anknüpfend an seine 20-bändige
Reihe von 1968 bis 1971 startete der Fischer Taschenbuch
Verlag, Frankfurt / M 1987 eine Neuauflage, die dann auf 33
Bände erweitert wurde. Sie basiert wieder auf die Bärmeier &
Nikel Lizenzen, die schon 1968 bis 1971 Basis der Fischer-Taschenbücher
waren. Diese Edition ist mit den gleichen Einschränkungen zu sehen, die
ich schon oben gegeben habe. In der Regel kann man davon ausgehen, dass
der Inhalt um ca. 30 % zusammengekürzt wurde und viele
Verne-untypische, modische Redewendungen eingefügt wurden. Es ist
schade, dass gerade diese verstümmelten Versionen solch eine
Verbreitung gefunden haben. Auch diese Ausgaben sind wieder sehr
auffällig in der Farbgebung gestaltet. Eine Listung der Bücher habe ich
auf meiner Seite:
Der Edition erging es dann so ähnlich wie den weiter oben vorgestellten Pawlak -Taschenbüchern. Im fast gleichem Gewand kamen sie nur ein paar Jahre später wieder auf den Buchmarkt. Die offensichtlich nicht tot zu kriegenden Textvorlagen erlebten nochmals 1994 eine Renaissance. Der Weltbildverlag Augsburg legte die Taschenbücher wieder auf, ebenfalls wieder auf Basis der Bärmeier und Nikel-Lizenzen. Rein optisch handelt es sich um die gleichen Ausgaben wie die der vorgenannte Fischer-Edition, nur mit kleinen Abweichungen in der Erscheinung: Das Fischer-Logo ist vom Titel verschwunden und auf dem Buchrücken ist im unterem Teil Weltbild Verlag eingedruckt. Auf der Rückseite ist wie bei Fischer der körperlose Jules Verne am Ballon hängend dargestellt. Die Bände haben keine Zählnummern. Beide Varianten der Taschenbücher werden heutzutage auf dem Bücher-Gebrauchtmarkt verschleudert. Meine Empfehlung: Trotz des Billigangebotes sollte man auf bessere Übersetzungen zurückgreifen um ungetrübten Lesespaß zu haben. |
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Bemerkung: Die Version des Bd. 11849 scheint noch nicht ganz dem Original zu entsprechen, da sie auf einer Übersetzung und „Einrichtung“ der 6/1970er Ausgabe durch Wolf Wondraschek entspricht. Beipielbuch links: Zwanzigtausend Meilen unter den Meeren (CF/0603/): ISBN 3-596-13376-9, 1997, 3. Auflage 2000; Rechts: Ausgabe März 2003; ISBN 3-596-15714-5) |
Buchformat: TB, Oktav (12,5 x 19 cm) Und jetzt kommt die Rehabilitation des Fischer Taschenbuch Verlages. Mit den neuen Ausgaben im Rahmen der BIBLIOTHEK DER KLASSISCHEN ABENTEUERROMANE machte Fischer einen großen Schritt nach vorn: Mit ungekürzten Übersetzungen und mit sämtlichen (!) Illustrationen der französischen Hetzel-Ausgaben erhalten die Verne-Freunde Bücher, die dem Original weitestgehend entsprechen. Aus meiner Sicht das Beste, was ein Taschenbuch bieten kann. Zirka ab dem Jahr 2000 handelt es sich nach Angaben des Verlages um ungekürzte Neuübersetzungen. Die Titel dieser überarbeiteten
Taschenbuch-Edition habe ich auf meiner Seite: |
| Beispielbuch links: Die Reise zum Mittelpunkt der Erde; Patmos Verlag GmbH & Co KG Artemis & Winkler Verlag Düsseldorf und Zürich; 2005; 424 Seiten; ISBN 3-538-06972-7; (CF /0311/) - im Bild rechts: Der Schuber mit den 5 Romanen mit insgesamt 2276 Seiten, herausgegeben 2008, unter ISBN 3-538-06361-3 | ![]() WWL Winkler Weltliteratur: Die Klassiker von Jules Verne
(Neuübersetzungen)Buchformat: TB, Oktav (12 x 19,5 cm) In der PATMOS Verlagsgruppe, zu der Artemis und Winkler gehören, erschienen in der Blauen Reihe der Winkler Weltliteratur (WWL) fünf Ausgaben von Jules Verne, die im Gesamtangebot als Die Klassiker von Jules Verne bezeichnet wurden. Es handelt sich durchweg um sehr sorgfältige Neuübersetzungen die von Volker Dehs, Sabine Hübner und Claudia Kalscheuer angefertigt wurden. Die Bücher erschienen im Zeitraum von 2003 bis 2008. Die im gängigen Leseformat Oktav gehaltenen Bücher sind mit sämtlichen Illustrationen der französischen Originale ausgestattet. Ein weiteres Ausstattungsmerkmal neben den guten Übersetzungen sind die in jeden Buch beigefügten Nachworte, Zeittafeln und Ergänzungsmaterialien, wie z.B. begleitende Zeitdokumente und Fremdtexte.Die kleine Reihe umfasst: die fünf Romane: Reise zum Mittelpunkt der Erde, In 80 Tagen um die Welt, Von der Erde zum Mond, Reise um den Mond und 20000 Meilen unter dem Meer. Nachtrag: So sehr ich mich über die wriklich gute Qualität der Bücher gefreut habe, so richtig glücklich war ich mit der Titelauswahl des Projektes nicht. Wenn schon aufwändige Neuübersetzungen angefertigt werden, warum dann zum vielleicht zwanzigsten Male (in den letzen Dekaden) eine weitere Auflage der schon allseits bekannten "Klassiker"? Es gibt so viele zu unrecht fast vergessene Romane von Verne, die bestimmt begeisterter von den Lesern aufgenommen worden wären. Schade .... |
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Beispielbuch: Von der Erde zum Mond, Band Nr. 1 – 2005; Er konnte als Werbeexemplar zum Versandpreis erworben werden. Dies ist der Grund, warum dieser Band am häufigsten auf dem Gebrauchtmarkt vorhanden ist. (CF/0407/) |
Buchformat: groß-Oktav (17 x 24,5 cm)
2005, im Jahr des 100. Todestages von Jules Verne, begann die Verlagsgruppe Weltbild Augsburg eine speziell für Sammler geschaffene Verne-Edition aufzulegen. Die Ausführung oblag dem Melzer Verlag Neu Isenburg. Durch Druck und buchbinderische Verarbeitung in Slowenien konnten der Leserschaft hochwertig verarbeitete Bücher zum moderaten Preis angeboten werden. Die Gestaltung der Ausgaben ist bewusst altertümlich gehalten, ohne aber die berühmten Vorbilder nachzuahmen. Man versuchte solide Übersetzungen zu verwenden, nutzte aber meist schon vorhandene preiswerte rechtefreie Übersetzungen, die nicht immer so optimal waren. Der Kompromiss ist aber für den Leser noch akzeptabel. Zur Illustration wurden die Stiche alter Hetzel-Ausgaben genutzt. Diese wurden nachträglich koloriert, um die Darstellung attraktiver zu machen. Leider ging dabei manchmal der antike Charme der Vorlagen durch eine etwas zu grelle Farbgebung verloren. Durch hochwertiges Papier und einer scharfen Wiedergabe der Stiche heben sich die Illustrationen aber merklich von vielen anderen Publikationen mit Nachnutzung der Holzstiche positiv ab. Die Reihenfolge der Ausgaben ist nicht mit der chronologisch geschaffenen Reihung oder anderen bekannten Editionen vergleichbar. Die Zusammenfassung von mehrteiligen Bänden zu einem Buch, bzw. die Aufteilung auf mehrteilige Bücher, erscheint willkürlich. Eine Listung der Bücher habe ich
auf meiner Seite: |
| Beispielbücher rechts stehend: Der Leuchturm am Ende der Welt, Abenteuer des Kapitän Hatteras - Band 1 und Eine Idee des Dr. Ox | ![]() Die Reihe Jules Verne vom Salzwasser VerlagBuchformat: Oktav (14,8 x 21 cm) Als im Jahre 2011 vom Salzwasser Verlag
Paderborn angekündigt wurde, dass eine Neuauflage der Verne-Romane
herausgegeben werden sollte, war die Erwartungshaltung der Verne-Leser sehr
hoch. Leider wurden sie auf ganzer Breite enttäuscht. Völlig konzeptionslos in
der Gestaltung – fehlende Bandzählnummern, fehlendes Editionslayout, teilweise
schlechte Qualität der Titelbilder – und nicht überragend in der Textqualität,
wurden die Bücher völlig überteuert an den Markt gebracht. Als Grundlage der
Texte dienten leicht modifizierte Hartleben-Vorlagen und teilweise wurden
Weichert-Texte nachgenutzt – neue Übersetzungen sucht man vergebens. Diese
hätten ggf. noch als Argument für die Preisgestaltung herhalten können. Aber
rechtefreie Texte ohne Illustrationen in kartonierten Paperback-Ausgaben die an
BoD erinnern zwischen 25 bis 70 Euro anzubieten, dies erschütterte die Lesegemeinde.
Dazu kommt noch, dass die Kurzgeschichten Vernes, die im Original als Anhang einiger
Romane verlegt wurden, jetzt separat in einer Buchstärke von 40 oder 80 Seiten
auch völlig überteuert erhältlich sind. Noch
ein Wort zur äußeren Gestaltung
der Bände: Wie in meiner Bildmontage links zu sehen ist, sind die
Titelillustrationen
eine bunt zusammengewürfelte Mischung aus Frontispizen alter
französischer
Ausgaben, Titel französischer Hetzel-Ausgaben oder die Nutzung von
willkürlich
ausgesuchten Innen-Illustrationen Hetzels. Gerade die Nachnutzung der
Ispize
mit französischen Titeleindrucken hat offenbar viele
Internet-Buchverkäufer
inspiriert, die Bücher auch noch mit dem Zusatz: „in Französisch“ zu
versehen, was zusätzlich bestimmt einige französische Leser
geärgert haben wird. Obwohl Ende 2011 bereits 54 Titel, dabei auch mehrbändig gesplittete Romane erhältlich waren, empfehle ich diese Edition nicht. Erst wenn die Fantasiepreise der Romane erheblich (!) reduziert werden, sollte man über den Erwerb der Ausgaben nachdenken. |
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Copyright © Andreas Fehrmann – 12/01, letzte Aktualisierung am 27. Novmeber 2011