A
Apokryphen,
apokryphische Schriften, Apocrypha = (griech.: Verborgene)
Bei Juden und Christen religiöse Schriften, die man aus irgend einem
Grund den „kanonischen“ Büchern gleichsetzen wollte. /2/ Bemerkung:
Heute versteht man darunter teilweise später aufgekommene und nicht
direkt dem Urheber zugeordnete Schriften oder Schriften die dem Urheber
zugeordnet werden sollen. Beim Thema Jules Verne also Bücher die von
seinem Sohn Michel sind, die man aber gern, meist aus kommerziellen
Gründen, dem Meister Jules Verne zusprechen möchte. Beispiele dazu
siehe jeweils unter Werksnummer oder Hinweis auf meiner Seite Buchliste
der Voyages Extraordinaires.
Auflage
= Alle Exemplare einer
Ausgabe, die zu einem Zeitpunkt hergestellt wurden. /1/ Hinweis:
Zählung meist nach Tausenden, auch Druckquote genannt
Ausgabe
= Bezeichnet Formen der
Originalausgabe als Paperback-, Taschenbuch-, Werk-, Luxus-,
bebilderte, übersetzte usw. Ausgabe. /8/
|
B
Bogen
= beim Auflagendruck ein 8, 16, 32, 48 usw. Buchseiten
umfassender Papierbogen. /4/. Besonderheit in der Geschichte der Jules
Verne Bücher: Ab 1874 gab es im Verlag Hartleben (siehe: Deutschsprachige
Buchreihen Teil 1 im Pkt. 2) die Reihe „Bekannte
und
unbekannte Welten“ auch vorab in losen Druckbögen.
Broschur
= Siehe Einbandarten
Buchblock
= Das sind die miteinander verbundenen Seiten eines
Buches, die je nach Herstellung miteinander verklebt sind (siehe Paperback)
oder mittels Faden geheftet sind. Nach der Herstellung wird der Block
zwischen den Buchdeckeln und dem Buchrücken eingebracht. Gebrochener
Buchblock: Ein Schaden am Buch, der nur aufwändig behebbar
ist (Bild rechts am Beispiel Paperback, von außen sichtbar). Der
eigentliche Block ist gebrochen, oft durch Überspreizung. Kann nur
durch den Buchbinder behoben werden, keine Selbstreparatur möglich.
Buchformat
= Maßeinheit nach der
die Größe eines Buches angegeben wird. Da es eigentlich an Maß für
Formate ist, habe ich zur besseren Verständlichkeit die Höhe des
Buchrückens in Zentimetern dahinter angegeben. Die gängigsten Größen
sind: Sedez (Abkürzung 16°
entspricht ca. 10 bis15 cm Höhe), Klein-Oktav
(Abkürzung kl. 8° entspricht ca. 15 bis 18,5 cm), Oktav
(Abkürzung 8° entspricht ca. 18,5 bis 22,5 cm), Groß-Oktav
(Abkürzung gr. 8° entspricht ca. 22,5 bis 25 cm), Lexikon-Oktav,
Lexikonformat genannt (Abkürzung Lex. 8°
entspricht ca. 25 bis 30 cm), Quart (Abkürzung 4°
entspricht ca. 30 bis 35 cm), Groß-Quart (Abkürzung
gr. 4° entspricht ca. 35 bis 40 cm), Folio
(Abkürzung 2° entspricht ca. 40 bis 45 cm) und Groß-Folio
(Abkürzung gr. 2° entspricht über 45 cm). Unter 10
cm und über 45 cm Höhe werden die Bücher in Zentimetern angegeben.
Bücher größer 55 cm werden Imperialfolio benannt,
Bücher unter 15 cm: Duodez (Duodecimo, Abkürzung 12°).
Frühere Angaben (heute nur noch bei alten Drucken) leiteten sich aus
der Blattzahl und den Druckbögen her. Diese Formatangaben sind mit dem
Zeichen ° versehen, da kommen auch die Abkürzungen her. So bedeutet 8°
/ Oktav = 8 Blätter bilden einen Druckbogen. Heute ist die übliche
Formatangabe wie oben beschrieben aus der Höhe des Buchdeckels
abgeleitet. (Grundlagen aus /4/, aus umfangreichen Quellen ergänzt).
Diese Angaben finden wir oft bei der Beschreibung alter Jules Verne
Ausgaben der Hetzeleditionen und der bei A. Hartleben.
Bund
= Allgemein: Zusammenfügen der einzelnen Seiten oder Bögen (je nach
Herstellungsverfahren) zu einem Buchblock (siehe Buchblock).
Bei einem Angebot mit der Beschreibung „Im
Bund gelockert“ bedeutet dies, dass die Bindung
des Buches mangelhaft ist, die Festigkeit ist nicht mehr gegeben. Dies
ist bei häufig gelesenen Büchern oder durch Überstreckungen beim
Aufschlagen des Buches entstanden. Kann bei Paperback (siehe Paperback)
zur Zerstörung des Buches führen. Siehe Beispiel rechts, Bund wie innen
zu sehen: gelockert, kurz vor Bruch.
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C
Collage
= (franz.) Klebebild, d.h. Ein Bild, das aus verschiedenen, meist
ungleichen Elementen zusammengeklebt ist. Surrealistische Effekte
werden dabei bevorzugt. Findet auch für die Buchillustration Anwendung.
/7/ Ergänzung: Beispiele siehe: Kein
Durcheinander oder Der Schuß am Kilimandscharo
(Beispiele vom Verlag
Neues Leben Berlin und Fischer Taschenbuchverlag Frankfurt am Main).
Copyright
= Recht zur
Veröffentlichung und Vervielfältigung. Inhaber des Copyrights kann der
Autor selbst oder durch Verlagsvertrag der Verleger sein. Das Copyright
schützt das Werk als Ganzes, jedoch nicht Konzept, Idee oder Thema,
wenn diese in anderer Weise ausdrückbar sind. /8/. Hinweis: Siehe dazu
auch Urheber.
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D
Doppelausgaben
= (auch
Zwillingsdrucke genannt) heißen Ausgaben von Büchern, die gleichzeitig
an zwei verschiedenen Orten gedruckt wurden, meist in zwei
verschiedenen Ländern wegen Zoll- und Devisenschwierigkeiten oder zur
Sicherung gegen Nachdruck. /7/.
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|
E
Einbandarten
=
Es werden unterschieden: Broschur:
Die Lagen sind
geheftet. Der Papierumschlag ist auf dem Rücken angeklebt. In dieser
Form wurden früher häufiger Bücher unaufgeschnitten an die Kunden
ausgeliefert. Nach dem Erwerb ließ man sie sich beim Buchbinder passend
einbinden. Kartonierung:
Die Lagen sind
geheftet. Ein Umschlagkarton ist je ein Millimeter größer als der
Buchblock. Der Umschlagkarton wird am Rücken angeklebt. Leinen:
Meistens als
sogenannter Deckenband. Der Buchblock ist maschinell vorgefertigt. Die
Einbanddecke ist mit Leinen, Gewebe, Leder oder Papier überzogen. Der
Buchblock ist in die fertige Decke eingehängt. /5/
Einbandarten laut
Abkürzungsverzeichnis im VLB (Verzeichnis lieferbarer Bücher): Br
= Broschiert, Ebr = Englisch broschiert, Gb
= Gebunden, Gebl = Geblockt (hinten geleimt, ohne
Einbanddeckel), Gh = Geheftet, Hf
= Halbfranz, Hkst = Halbkunststoff, Hl
= Halbleinen, Hld = Halbleder, Kst
= Kunststoff, Kt = Kartoniert, Ld
= Leder, Lin = Linson, Ln =
Leinen, Pb = Paperback, Pl =
Plastik, Pp = Pappband, Sch, iSch
= Schuber, im Schuber, U, iU = Umschlag, im
Umschlag (gefunden in /8/, Auszug, nicht komplett, daher die
nachfolgende Ergänzung aus unterschiedlichen Quellen) Obrosch.
/ OBr. = OriginalBroschur, OKart. / OKt.
= OriginalKarton, OPpbd. = OriginalPappband, OLwd.
= OriginalLeinwand, OHLwd. =OriginalHalbLeinwand
(Leinenrücken, Deckel oder Karton), OLdr. =
OriginalLeder, OHLdr. = OriginalHalbLeder, OKLdr.
= OriginalKunstLeder, Priv.Lwd. =
Private Nachbindung in Leinwand (=Einband ausgetauscht), Priv.HLwd.
= Private Nachbindung in Halbleinwand, m.OU. = mit
Originalschutzumschlag
Exlibris = In
Form eines Etikettes im Buch eingeklebter Besitzervermerk, meist auf
dem vorderen Innendeckel. Kann auch als Sonderstempel vorhanden sein
oder ist bereits, nur offen für einen Besitzernamen, im Vorsatz
aufgedruckt. Da die Exlibris oft grafisch sehr aufwändig gestaltet
wurden/werden, gelten sie auch als Sammlerobjekt. Gut gestaltete
Exlibris eines Vorbesitzers gelten nicht als Wertminderung eines
Buches. Bildbeispiel rechts.
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F
Faksimile
=
(latein.: mache es ähnlich) Die genaue Nachahmung eines Schriftstückes
(alter Manuskripte, der Handschriften berühmter Persönlichkeiten etc.).
/2/ Bemerkung: Heute oft gebräuchlich als Bezeichnung eines Auszuges,
Details oder Kopie handschriftlicher Passagen aus einer alten Quelle,
meist fototechnisch erzeugt. Die den alten Hartleben-Prachtausgaben
nachempfundenen Editionen des Deutschen Bücherbundes und anderer sind
keine Faksimile. Siehe dazu Die
Hartleben-Prachtausgaben: Die Originale
und die Buchclubeditionen im Vergleich
Fingerfleckig
= im wirklichen
Sinne sichtbare Fingerabdrücke oder starke Beschmutzungen auf den
Seiten des Buches. Mangel der nicht mit stockfleckig verwechselt werden
darf. Siehe Stockflecken.
Folio
= Siehe Buchformat
Frontispiz,
Frontispizium = Vordergiebel, Vorderseite eines Gebäudes oder
Titelblatt bzw. Titelkupfer eines Buches /3/ Hinweis: Gerade bei den
alten Verne Ausgaben sind diese sehr aufwendig gestaltet. Beispiele
dazu siehe jeweils unter dem Link des französischen Originals auf
meiner Seite Buchliste
der Voyages Extraordinaires. Im Bildbeispiel die
linke Seite.
Fußschnitt=
siehe Schnitt
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G
Gebunden
= nenn man jedes Buch
mit einem festen Einband, gleich welcher Art: Pappe, Halb- oder
Ganzleinen, Leder usw. In der Regel hat ein gebundenes Buch eine solide
Heftung. /7/
Gelenk
= Verbindung der Buchdeckel am Buchrücken. Durch teilweise mehrfach
übergeklebte Papierlagen, Pappe oder Leinenlagen geschaffen. Gerade bei
antiquarischen Büchern sehr gefährdete Stellen. Beschädigte Gelenke
sind erkennbar durch Anplatzungen, Riss- oder Fehlstellen. Oft
provoziert durch Buchentnahme aus dem Regal durch oberes Ziehen am
Buchrücken. Vorsicht bei solchen Angeboten mit Gelenkschaden, sie
bedeuten: Buchrücken kann sich lösen oder der Buchblock kann sich
separieren (siehe Buchblock). Siehe auch ergänzend
unter Innenfalz /
Innengelenk. Bildbeispiel: Linkes Gelenk außen gebrochen.
Groß-Folio
= Siehe Buchformat
Groß-Oktav
= Siehe Buchformat
Groß-Quart
= Siehe Buchformat
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H
Hachette
S. A. = Als Verlag und im Vertrieb von Büchern und
Zeitschriften tätiges Unternehmen in Paris, gegründet 1826. Mehrere
Verlage gehören zu dem Konzern, u.a. Grasset und Fayard. Der Verlag
pflegt Klassikerausgaben, Kinder und Jugendbücher sowie allgemeine
Literatur ... /7/. Ergänzung: 1914 kaufte Hachette den Verlag von
Pierre-Jules Hetzel auf. Siehe dazu ergänzend: Der
Hausverleger Jules Vernes: Pierre-Jules Hetzel.
Hetzel
= Verleger und Autor, siehe dazu: Der
Hausverleger Jules Vernes: Pierre-Jules Hetzel.
Holzstich =
Holzschnitt
= Beim Holzschnitt werden, wie es der Name schon sagt, Linien und
Formen in eine Holzplatte geschnitten. Beginnend mit einer Zeichnung
auf der Platte, schneidet der Künstler entlang der Linien und die
Flächen werden so herausgearbeitet, dass die zu druckenden Linien als
Stege stehen bleiben. Materialgrundlage der Holzschnitte sind
Langholzplatten, also in Faserrichtung geschnittenes Holz. Wenn man
aber kleine Hirnholzscheiben zusammenleimt, also Holz welches quer zur
Faser geschnitten wurde, dann entstehen daraus die so genannten
Hirnholzplatten. Aus diesen lassen sich mit Stahlsticheln feine und
feinste Linien herausarbeiten. Schön erklärt und mit Beispielen
erläutert auf meiner Seite: Der
Charme des Holzstichs Hinweis: Besonders prachtvoll
sind
die Verne-Auflagen der „in-18“-Editionen und die noch größer-formatigen
„in-8°“-Editionen Hetzels ausgestattet. Diese wurde dann international
oft nach genutzt. Bild rechts: Ein Xylograph bei der Arbeit.
Hrsg.
= Herausgeber. Oft bei Sachbüchern oder Sammelwerken mit
unterschiedlichen Autoren. Der Hrsg. Hat die inhaltliche
Gesamtverantwortung für das vorliegende Buch.
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I
Impressum
= Angaben zum Titel,
zu den Eigentümern, Herausgeber etc. einer Zeitung oder Zeitschrift.
/1/ Hinweis: Wurde umgangssprachlich auch für Bücher genutzt, wenn die
Hersteller und Druckangaben gemeint waren. Ist dadurch auch für Bücher
gebräuchlich geworden.
Individuelle
Bindung = Siehe Privatbindung
Innenfalz
/ Innengelenk = Das sind die Verbindungsstellen
der Buchdeckel zum Buchblock. Wenn der Innenfalz geplatzt ist, dann ist
das Vorsatzpapier an der Innenkante eingerissen oder geplatzt. In der
Folge entsteht dann eine Lockerung der Bindung (siehe Bindung)
ISN,
ISBN, ISSN = siehe Standardnummer
ISBN
= Aufbau der ISBN-Nummer:
3-xxxx-yyyy-z = 1. Ziffer: Kennzeichen für nationale, geografische oder
sprachliche Gruppe (Beispiel: 3 = Deutschland; 2. Zifferngruppe (x) =
Verlagsnummer; 3. Zifferngruppe (y) = Titelnummer; 4. Ziffer (z) =
Prüfziffer
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J
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K
Kapital
= Obere oder
untere Enden des Buchrückens, wenn das Buch aufrecht im Buchregal
steht. Gerade das obere Kapital ist durch häufige (und falsche)
Benutzung sehr gefährdet. Ergebnis: Einrisse in den Gelenkbereichen
(siehe Gelenk) oder Ausbrechungen aus dem
Buchrücken (Beschreibung in Angeboten: „Teile des Kapitals fehlen“,
siehe dazu Bildbeispiel rechts). Siehe dazu auch Rücken
Kartonierung =
Siehe Einbandarten
Klappentext
=
Inhaltsbeschreibung eines Buches, eventuell erweitert um Angabe über
den Autor, abgedruckt auf den Innenklappen eines Schutzumschlages. /8/
Kleinoktav =
Siehe Buchformat
Kolophon
= Eine Angabe am Ende
eines Werkes mit Informationen über eine oder mehrere der folgenden
Aussagen: Titel, Autor(en), ... Verlags- oder Druckerangaben .... /1/.
Siehe auch Impressum (gleiches Ziel).
Kopfschnitt
= siehe Schnitt
Kopffarbschnitt
= siehe Schnitt
Kupferstich
= Siehe Stahlstich
|
L

Leinen =
Siehe Einbandarten.
Eigentlich Gewebe aus Flachsgarn, als Überzugsstoff für Bucheinbände
früher gebräuchlich, wird heutzutage durch Mattgewebe (siehe auch dort)
ersetzt.
Lexikon-Oktav
= Siehe Buchformat
Lieferungshefte
= Preiswerte Alternative zum Kauf eines kompletten Buches. Entweder als
Abonnement oder als Kauf von einzelnen Teilen des Buches ratenweise
gedacht. Ähnlich einem „Vorabdruck“ erschienen zuerst lose Druckbögen
(bereits zum Heften in Buchform vorbereitet) die als preiswerte
Alternative von den Käufern angenommen wurde. Diese Verfahrensweise
nannte sich „Lieferungshefte“. Die Käufer ließen dann die „Portionen“
meist individuell „vom Buchbinder um die Ecke“ binden. Die Hartleben
Edition BEKANNTE UND UNBEKANNTE WELTEN... gab es ebenfalls in in zwei
verschiedenen Formen: Als Lieferungshefte oder komplett als Buch. Wer
diesen Fakt so nicht kennt, kann, wenn er eine gebundene Ausgabe der
Lieferungshefte in den Händen hält vermuten, dass es sich um eine
Neubindung zum Zwecke der Restauration handelt. Bücher dieser Art sind
zu erkennen an alten individuellen Bindungen (siehe Privatbindung)
und meist zusätzlichen Vorsatzbildern, die die Buchreihe erkennbar
machen. Bei Hartleben sollen die Lieferungshefte ab 1874 in 6 Serien
mit insgesamt 397 Heften noch vor den gebundenen Ausgaben
herausgebracht worden sein. Siehe dazu vertiefend Deutschsprachige
Editionen der Werke Jules Vernes – Teil 1. Diese
Form der Einzellieferungen
gab es auch in Frankreich. Schon seit Beginn des 19. Jahrhunderts hatte
sich die Tradition herausgebildet, jahrgangs-orientierte Publikationen
in Einzelportionen zu verkaufen. Die französische Entsprechung dieser
auch in Deutschland bekannte Verfahrensweise waren die „Livraisons“,
die Einzellieferungen. Ähnlich dem Lieferzyklus heute bekannter
Monatszeitschriften, teilte man damals den geplanten Gesamtumfang in
handhabbare Liefereinheiten auf. Siehe dazu vertiefend Pierre-Jules Hetzel: MAGASIN
D'ÉDUCATION ET
DE RÉCRÉATION -
Bildbeispiel rechts, ein französisches Lieferungsheft des Magasins von
1868
Livraison
= Siehe Lieferungshefte
|
M
Magasin
d'Éducation et de Récréation = Die zweiwöchentlich
erscheinende Zeitschrift wurde 1864 von Pierre-Jules
Hetzel und Jean Macé gegründet und von
1866 an von Jules Verne mit geleitet. In ihr erschienen bis 1906 viele
der Voyages
extraordinaires im Vorabdruck. Details und eine
detaillierte Vorstellung der Publikation ist meiner Seite Magasin
d'Éducation et de Récréation
zu entnehmen.
Mattgewebe
= Sammelbezeichnung
für die am meisten verwendeten textilen Überzugsstoffe für
Bucheinbände. Nur einseitig appretiert und rauh ... /7/.
|
N
NaV.
= Name auf Vorsatz (Vorbesitzervermerk, siehe Beispiel
rechts), stellt einen Buchmangel dar. Siehe Vorsatz
Neudruck,
Nachdruck = Siehe Reprint
|
O
Obrosch.
/ Obr., OKart. / Okt., Oppbd., Olwd., OHLwd., Oldr., OHLdr., OKLdr. ,
m.OU. = Siehe Einbandarten
Ohne
Ort / o.O. = Siehe Sine
loco
o.Vlg. =
ohne Verlagsangabe,
Hersteller unbekannt
|
P

Paperback
= (engl.) Aus den USA
stammende Bezeichnung für kartonierte Bücher. /7/ Ergänzung: Einfachste
und billigste Art der Buchherstellung, keine Bindung, Seiten sind mit
dem Buchrücken verleimt.
Portionen
= Siehe Lieferungshefte
Prachtausgaben
= Die Verne-Ausgaben von Conrad Adolf Hartleben unter dem Zyklusnamen
“Bekannte und unbekannte Welten. Abenteuerliche Reisen“, die von 1874
bis 1911 mit 98 Büchern in 63 Bänden in der Ausführung in braunrotem
Leinen mit üppiger Goldbedruckung im Format: groß-Oktav (17 x 24,5 cm)
erschienen, wurden vom Verlag als Prachtausgaben bezeichnet. Siehe dazu
Die
Hartleben-Prachtausgaben: Die Originale und die Buchclubeditionen im
Vergleich Dies bezieht sich nur auf diesen
Buchdeckel – nicht auf die üppige Illustration des Gesamtbuches. Alle
Hartleben-Ausgaben ohne den vorgenannten Einband sind KEINE
Prachtausgaben. Diese Einbanddeckel bot Hartleben auch zum
nachträglichen privaten Binden für Einzellieferungen an (siehe Bild
rechts). Für den Laien ist dies beim Erwerb eines Buches schwer
erkenntlich. Hauptmerkmal: Der blaue Farbschnitt fehlt (siehe dazu Schnitt),
denn Farbschnitte werden selten bei Nachbindungen durchgeführt. Dazu
kommt, dass der Vorsatz (siehe Vorsatz) im original
braun ist, helle Vorsätze zeigen individuelle Bindungen an.
Privatbindung
= auch als private
Nachbindung bezeichnet (siehe auch individuelle
Bindung; siehe auch Einbandarten) =
Restauration eines defekten Buches, Bindung von Einzellieferungen (also
einzelne Hefte oder Bögen, siehe Lieferungshefte),
nachträgliche mechanische Aufwertung einer Broschur (siehe Einbandarten)
oder nachträgliches binden in einem hochwertigen Einband (siehe oben Prachtausgaben).
Es gibt Privatbindungen die schon kurz nach Erscheinen des Buches
gebunden wurden, diese haben durchaus auch ihren Charme für Sammler.
Privatbindungen stellen grundsätzlich eine Wertminderung des Buches
dar, auch wenn sie heutzutage sehr kostenintensiv sind. Oft geht eine
Privatbindung mit einer Beschneidung der Buchgröße einher, da die
einzelnen Bögen, Bunde oder Einzelseiten in einen Block nochmals
nachträglich beschnitten wurden.
|
Q
Quart
= Siehe Buchformat
|
R
Reprint
= 1. Ein auf Grund des Original-Schriftbildes und häufig mit Hilfe von
fotografischen Methoden angefertigter Neudruck eines Werkes. Der
Nachdruck kann das Original genau wiedergeben (...) oder kann kleinere
genau definierte Unterschiede enthalten (...). 2. Eine neue Ausgabe mit
zur Hauptsache unverändertem Text. /1/ Siehe auch Faksimile.
Die den alten Hartleben-Prachtausgaben nachempfundenen Editionen des
Deutschen Bücherbundes und anderer sind keine Reprints. Siehe dazu Die
Hartleben-Prachtausgaben: Die Originale und die Buchclubeditionen im
Vergleich
Rsch.
= Rückenschild, siehe Rücken
Rücken
= Sichtseite eines Buches, wenn es im Regal steht. Beinhaltet meist den
Autorennamen und den Buchtitel. Ältere, restaurierte oder nachgebundene
Bücher können auch ein (geklebtes) Rückenschild
(Bildbeispiel rechts, rechtes Buch) besitzen. Häufig vorhandene Mangel:
Der Rücken kann durch längere Lichteinwirkung verblasst sein, durch
Abnutzung zerkratzt, verschmutzt oder beschabt sein. Ebenfalls durch
Gebrauchsspuren kann die Schrift schlecht lesbar sein oder bei
geprägten Schriften kann die Farbeinlage teilweise oder ganz fehlen.
Eine der größten Wertminderungen stellt ein Fehlen des ganze Rückens
oder wenn Teile des Kapitals ausgebrochen sind. Siehe Kapital.
Wenn die Befestigung des Buchrückens mangelbehaftet
ist, dann spricht man von Schäden am Gelenk. Siehe Gelenk.
Rundumfarbschnitt
=siehe Schnitt
Rundumgoldschnitt
= siehe Schnitt
|
S

Schnitt =
Allgemein
Beschneidung des Buchblocks oben, unten und an der bindungsabgewandten
Seite, also den sichtbaren Seiten des Buchblocks. In der Regel ist ein
Block immer „normal“ beschnitten, so wie wir die meisten Bücher kennen.
Wenn ein Buch mit der Beschreibung „unbeschnitten“ angeboten wird
(Bildbeispiel rechts bei einer individuellen Bindung ohne Schnitt),
dann ist dies kein Mangel, sondern eine spezielle Herstellungsart (oft
bei Büchern zwischen 1920 bis 1935). Die Bögen/Seiten liegen mit
unregelmäßiger Schichtung übereinander. Die nachfolgenden Schnittarten
bedeuten, dass der Schnitt besonders exakt ausgeführt ist. Er ist fast
glatt anzufassen. Es gibt den Kopfschnitt = Die
obere Seitenkanten ist glatt abgeschnitten. Die noch aufwändigere
Variante ist der Kopffarbschnitt
= Wie Kopfschnitt, aber zusätzlich farbig belegt,
früher oft gern in Gold. Gleiches gilt für den weiter genannten
Rundumfarbschnitt (eben nur an mehreren Seiten). Beim Seitenschnitt
wird nur die sichtbare Seite des Buchblocks beschnitten, beim Fußschnitt
die untere Kante des Buchblocks. Die kostenintensivste Herstellungsart
ist der Rundumfarbschnitt = auch als "dreiseitiger
Farbschnitt" bekannt. Von höchster Qualität ist der Rundumgoldschnitt.
Vernebücher
mit Farbschnitten: Hartleben Prachtausgaben sind
in der Originalbindung mit einem blauen Rundumfarbschnitt versehen. Da
die Buchdeckel der Prachtausgaben auch separat verkauft wurden, sind
individuelle Nachbindungen (auch wenn sie von außen fast original
aussehen) daran zu erkennen, dass sie keinen Farbschnitt haben. Dieser
Farbschnitt wurde bei den Bücherbundausgaben auch nachgestaltet. Bei
den Hetzel-Ausgaben gab es einige Editionen sogar in Rundumgoldschnitt.
Dieser wurde in den modernen Reprints z.B. bei der Edition Atlas
ebenfalls vorgenommen (Bildbeispiel links).
Schiefgelesen = Buchmangel der
meist durch falsche Lagerung hervorgerufen wurde. Dadurch hat sich der
Buchblock verzogen. Zu erkennen, wenn man bei einem hingelegtem Buch
auf den Unter- oder Kopfschnitt schaut. Wenn diese Sicht auf die Bünde
kein Rechteck sondern ein Parallelogramm ist, dann spricht man von
"Schiefgelesen" oder "Schräggelesen", so wie im Bildbeipiel rechts zu
sehen ist. Dieser Mangel ist nicht mehr korrigierbar.
Sedez =
Siehe Buchformat
Seitenschnitt=
siehe Schnitt
sign. = signiert, d.h. wenn es
sich um eine Signierung des Autors handelt (auch mit pers. Widmung)
meist kein Mangel. Nicht zu Verwechseln mit Vorbesitzervermerk oder
pers. Widmung. Siehe Vorsatz. Bildbeispiel rechts.
Achtung Falle: In diesem Beispiel ist die Widmung des Autoren
eingedruckt! Also weder ein Mangel noch eine Wertsteigerung.
Sine
loco (s.l.) = Ohne Ort
(Erscheinungsort, Vertriebsort ist unbekannt). /1/ Bemerkung:
Gebräuchlich bei Buchangeboten in Antiquariaten. Auch angeben mit o.O.
Sine
nomine (s.n.) = Ohne Namen
(Verlag, Vertriebsstelle ist unbekannt). /1/ Bemerkung: Gebräuchlich
bei Buchangeboten in Antiquariaten.
Stahlstich
= Früheres Verfahren
zur Herstellung bildlicher Darstellungen im Druck. Dazu gehörten
(beginnend mit Holzschnitt) im 19. Jahrhundert vor allem der Kupfer-
und der Stahlstich sowie die Lithographie. Alle drei stellten an den
der die Platten herstellt, hohe künstlerische Anforderungen. Dies ist
zeitraubend und daher teuer. Illustrationen waren daher bis in die 70er
Jahre des 19. Jahrhunderts lange Zeit Ausnahmen und so selten, dass man
ihr Vorhandensein auf dem Titelblatt besonders hervorhob. Die Technik
des Stahlstichs stimmt mit derjenigen des Kupferstichs in der
Hauptsache überein und ist lediglich aus dem Bedürfnis hervorgegangen,
dem Übelstande der schnellen Abnützung der Kupferplatten abzuhelfen.
/6/
Standardnummer
= Die
internationale Standardnummer (ISN), (z.B. Internationale
Standardbuchnummer (ISBN), Internationale Standardnummer für
fortlaufende Sammelwerke (ISSN)) oder ein andere international
anerkannte Standardnummer, die das Werk eindeutig identifiziert. /1/
Hinweis: Erst seit den 70er und 80er Jahren gebräuchlich (in
Deutschland seit 1969).
Stockflecken
= Buchmangel, der unterschiedlich bewertet wird.
Entstanden infolge früher vorhandener Feuchtigkeitseinwirkung
(Luftfeuchte) bei besonders holzhaltigem Papier. Dabei zeigen die
Buchseiten kleine oder flächige braune Flecken. Oft als
Beeinträchtigung der Sichtgüte eingestuft, kann dieser Mangel aber auch
positiv als „Patina“ eines auch alt wirkenden Buches angesehen werden.
Für mich persönlich erhöht sich dadurch meist der Charme eines wirklich
alten Buches. Siehe dazu auch das Bildbeispiel rechts mit der
„Widmung“. Diese Seite ist mit Stockflecken.
|
T
Titelei
= Die Titelseite(n) der
Vorlage samt Rückseiten, Vortitelseiten und Umschlag. /1/
Titelbild
= Siehe Frontispiz
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U
Urheber
= Geistiger Schöpfer und Gestalter eines Werkes. Die rechtlichen
Grundlagen sind im UrhG geregelt. Die Urheber von Werken der Literatur,
Wissenschaft und Kunst genießen für ihre Werke Schutz nach Maßgabe
dieses Gesetzes. Details dazu unter dem externen Link Urheberrecht
des Instituts für
Urheber- und Medienrecht zu finden.
|
V
Verlagsneu
= ist jedes Buch, das
noch nicht in Privatbesitz war und noch keine Gebrauchsspuren hat.
Gegensatz: Antiquarisch. /7/
Vorsatz
= ist die
Doppelblatt-Hälfte vorn und hinten im Buch, die die Sichtstellen der
Innengelenke verdeckt und dadurch den Buchblock mit den Innendeckel des
Einbandes verklebt. Diese Blätter werden nicht mit nummeriert. Auf dem
vorderen Vorsatz sind oft Widmungen oder Vorbesitzervermerke enthalten.
Diese sind bei Weiterverkauf zu nennen, da sie einen Mangel darstellen.
Voyages
Extraordinaires =
(franz.) Außergewöhnliche Reisen, Zyklus der Bücher Jules Vernes.
Früher oft als „Reiseerzählungen“ verallgemeinert. (Engl.:
Extraordinary Journeys)
|
W
Waschzettel
= Kurzer Werbetext
für Bücher, zumeist den Aussendungen von Rezensionsexemplaren an die
Presse beigefügt oder auch als Klappentext verwendet. /8/ Siehe auch Klappentext
WaV. =
Widmung auf Vorsatz (vom
Vorbesitzer), wird als Mangel angesehen. Siehe Vorsatz
|
X
|
Y
|
Z
|
Quellenangaben:
/1/
Niedersächsische Staats- und
Universitätsbibliothek Göttingen: Beitrag zum German
Resources Project, Münnich-Glossar; Stand
20.7.99
/2/ Brockhaus'
kleines
Conversations-Lexikon; 4. Auflage Leipzig 1888; Brockhaus
Verlag Leipzig; Collection Fehrmann
/3/ Allgemeines
Fremdwörterbuch;
2. Auflage Langensalza 1876; Druck und Verlag von Herrmann Beyer
& Söhne; Collection Fehrmann
/4/ Das
neue Dudenlexikon; 2.
Auflage 1991; Dudenverlag Mannheim / Wien / Zürich; Herausgegeben und
bearbeitet von Meyers Lexikonredaktion
/5/
Baedecker Internet Team unter baedecker.de
/6/ Johann
Torka: Die Wunder der Technik,
eine illustrierte Geschichte der Erfindungen;Berlin 1900;
Deutsche Volksbibliothek AG; Collection Fehrmann
/7/ Helmut
Hiller: Wörterbuch des Buches;
4. Auflage Frankfurt am Main 1980; © Vittorio Klostermann, ISBN
3-465-01384-0
/8/ Wolfgang
Ehrhardt Heinold: Bücher und
Büchermacher; 4. Auflage, Hühtig Verlagsgemeinschaft
Heidelberg 1993; ISSN 0931-0959; ISBN 3-8226-1592-7
Erweiternder LINK extern: Buchkunde des VERBAND DEUTSCHER ANTIQUARE
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