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FILM
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 DVD-Cover
USA 2008 © RHI Entertainment.
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„Journey
to the Center of the Earth“ (Reise zum Mittelpunkt der
Erde): Verfilmung TV USA 2008
Originaltitel:
„Journey to the Center of the Earth“, Länge: 90
Min; Regie: T.C. Scott; Drehbuch: Thomas Baum und William Gray;
Darsteller: Rick Schroder als Geologe Jonathan Brock (angelehnt
an Prof. Lidenbrock); Steven Grayhm als junger Journalist und
Neffe des Geologen, hier unter Abel Brock (also der Axel im
Buch) ; Elyse Levesque als Abels Verlobte Emily (Gräuben
oder Gretchen lässt grüßen); Victoria Pratt als
suchende Ehefrau Martha Dennison und dessen Mann Edward
Dennison, der von Peter Fonda dargestellt wird. Die Rolle des im
Buch wirkenden Führers Hans übernimmt Mike Dopud als
Russe Sergei Petkov. Richard Side ist Solomon Smith ... u.v.a.m
Das Jahr 2008
brachte insgesamt drei Verfilmungen zum Thema „Reise zum
Mittelpunkt der Erde“ in den USA auf den Markt. Der
nachfolgende Film, der am 27. Januar 2008 im Fernsehen
uraufgeführt wurde (daher wird er auch mehrfach mit dem
Produktionsjahr 2007 vorgestellt) unter der Regie von T.C. Scott
machte den Anfang. Dann folgte die größte Anmaßung
unter der Angabe, eine Verfilmung eines Verne-Werkes zu sein:
Die Fernsehproduktion
„Journey
to the Center of the Earth“,
die auch unter „Journey to Middle Earth“ in den
Staaten lief. Ein Machwerk unter der Regie von David Jones und
Scott Wheeler. Am 11. Juli 2008 wurde dann der Kinofilm
„Journey
to the Center of the Earth“ unter
der Regie von Eric Brevig erstaufgeführt, der auch als
3D-Version den Kinofreunden angeboten wurde.
Der
im Erfolgsschatten seines toten Vaters stehende Geologe Jonathan
Brock erhält ein interessantes Angebot: Die reiche
Geschäftsfrau Martha Dennison möchte ihn gewinnen, den
seit einigen Jahren verschollenen Ehemann wieder zu finden.
Dieser war auf den Spuren eines Saknussem seit langem in Kanada
verschwunden. Angeblich suchte er den Weg zum Mittelpunkt der
Erde (Szenenbild oben links: Mrs Dennison versucht Brock zu
überzeugen). Der anfänglich zögernde Brock wird
durch die Vorlage der Original-Wegbeschreibung dann doch
umgestimmt. Hat er doch bei einer Zusage noch den Nebeneffekt,
seine wissenschaftliche Reputation aufzuwerten. Sein Neffe Abel,
der kurz vor der Verheiratung mit Emily steht, ist ebenfalls
Feuer und Flamme: Der Druck eines zünftigen
Exeditionstagebuches würde auch seiner Popularität
helfen. Emily ist entsetzt! Kurz darauf macht sich das
Dreiergespann Onkel, Neffe und Strohwitwe Dennison per Schiff
auf den Weg nach Kanada. Gleich nach der Ankunft am Ausgangsort
des weiteren Landweges passiert das erste Missgeschick: Neffen
Abel wird die Geldbörse mit dem Expeditionsgeld gestohlen.
Jonathan Brock der sich sofort an die Verfolgung macht, gerät
in einen Hinterhalt. Ohne das rechtzeitige Eingreifen des Russen
Sergei wäre er getötet worden. Sergei lebt
zurückgezogen im Wald, gibt es doch seit dem Verkauf
Alaskas durch die Russen an die Amerikaner eigentlich keine
offizielle Aufenthaltsberechtigung für ihn. Als Jonathan
sich bedankt, hat er die Idee Sergei als Führer zu gewinnen
(der in der mir vorliegenden US-DVD-Version übrigens ein
gräuliches Russisch spricht). Unterstützt wird dies
durch den Fakt, dass Sergei seinen Bruder vermisst, der vor
einigen Jahren mit einem Gewissen Dennison zu einer Expedition
aufgebrochen ist.
Jetzt
sind die Teilnehmer komplett – die Tour geht zu viert
weiter (siehe Szenenbild rechts oben. Von links nach rechts:
Neffe Abel, sein Onkel Jonathan, Sergei und die taffe Martha
Dennison). Als nach einem beschwerlichem Ritt kommt man endlich
zum Ausgangspunkt eines ortbaren Eingangs in die Unterwelt.
Sozusagen mit dem letzten Sonnenstrahl kann ein Höhleneingang
bestimmt werden. Als Zweifel über den richtigen Weg
aufkommen, findet Sergei die letzten Reste seines verstorbenen
Bruders. Betroffen geht es weiter. Übrigens: Nachdem die
Höhle betreten wurde, sah ich eine alte Bekannte wieder:
Die Teilnehmer nutzten (die im Film aber nicht weiter
besprochenen) Ruhmkorff-Lampe (siehe Szenenbild links,
vertiefend dazu meinen Beitrag
„Die
Ruhmkorff-Lampe bei Jule Verne“),
die in den Schlussszenen sogar unter Wasser leuchtete.
Nach einigen
senkrechten Schloten die durch Abseilen überwunden werden
müssen, kommt es wie nicht anders zu erwarten, nach einen
weiteren Gang durch einen Stollen zur Entdeckung des
unterirdischen Meeres. In dieser Verfilmung allerdings ein
überschaubarer (kanadischer) Binnensee. Als man sich per
Floß auf den weiteren Weg begibt, merken die Teilnehmer
aber, dass die Welt hier unten doch etwas anders ist. Sie werden
von Flugsauriern angegriffen und müssen sich den
Verfolgungen eines im Tiefwasser lebenden Riesensauriers
aussetzen. Glücklich dem Schrecken entronnen können
die Vier am anderen Ufer landen. An dieser Stelle kam die
unvermeidbare Prise Erotik, als die einzigste Dame der Runde,
natürlich im gerade noch lebensbedrohlichen Wasser, Baden
wollte. Schwamm drüber...
Dann
entdeckt Abel Eingeborene. Den Spuren der Leute folgend, werden
sie kurz darauf mit sanfter Gewalt in ein Lager verbracht. Für
jeden Zuschauer zu erahnen: Hier herrschte gottgleich der
vermisste Edward Dennison. Dieser hatte sich, die schon vor
langer Zeit von der Oberfläche eingedrungenen Eingeborenen,
zu seine Untertanen gemacht. Einen Trost hatte er nach der
Trennung von seiner Frau auch schon gefunden (siehe Bild
rechts). Die restliche Geschichte ist schnell erzählt: Bei
einer Streiterei mit einem Nachbarstamm wird ein junger Mann
verletzt. Edward erschießt den Hilflosen ohne zu zögern,
nur um seine Macht zu demonstrieren. Aber schon vorher hat sich
dessen Ehefrau gefragt, warum sie eigentlich den beschwerlichen
Weg nach hier unten gegangen ist. Sie will nur noch weg. Doch
jetzt kommt erst mal das Kontra des anderen Stammes. Die
Vierer-Expedition sucht den Weg nach oben, kurzerhand schließt
sich Edward an. Während der Verfolgung zum einzig zur
Verfügung stehenden Weg durch eine kleine Höhle,
stirbt etwas pathetisch dargestellt, der zum Halunken
degenerierte Edward unter seiner eigenen Dynamitpatrone. Aber
der Weg der Anderen ist frei. In der von einer Seite
zugesprengten Höhle kommt es zum Wassereinbruch und die
Vierergruppe wird durch die Wassermassen nach oben getragen.
Über die technische Machbarkeit will ich mich nicht weiter
auslassen, zumal man von unten in einen an der Oberfläche
Kanadas liegenden See gespühlt wurde. Nun ja ....
Happy-End:
Während die Teilnehmer der Gruppe beschließen, die
Reise geheim zu halten, was den jungen Journalisten Abel sehr
betrübt, passiert das, was die Zuschauer schon lange
erwartet hatten: Martha und Jonathan liegen sich in den Armen
...
Nachbemerkung:
Endlich mal wieder eine Verfilmung, die sich in der Grundfabel
am Werk Jules Vernes anlehnt. Anerkennenswert ist auch das
Ambiente des Films, strahlen doch die Szenen in ihrer Gestaltung
das Flair des 19. Jahrhunderts aus. Aber die Umsetzung ist auch
nicht so neu: Die suchende Ehefrau und dem vermissten Ehegatten
unter Erde hatten wir schon in der 1999er Verfilmung des
US-TV-Zweiteilers
„Die
Reise zum Mittelpunkt der Erde“.
Der Drehbuchschreiber Thomas Baum hat sich einfach bei seinem
eigenen Vorgängerwerk Orientierung geholt. Denn auch in
diesem Film hatte er schon seine „lockere“ Hand
angelegt. Aus meiner Sicht war es ärgerlich, das dem oben
vorgestellten Film etwa in der Mitte „die Luft ausging“.
Die dann folgenden Eingeborenenszenen wirkten sehr blass, die
Figuren waren schematisch und die Lösung des Film in
Indianer-Jones-Weise ließ die anfängliche
Eigenständigkeit des Werkes dahinschwinden. Die schwach
ausgeprägte Rolle Peter Fondas schien nur eine
werbewirksame Idee gewesen zu sein. Fast hätte der Film das
Zeug gehabt, in die Reihe meiner Lieblingsverfilmungen
aufgenommen zu werden .... eigentlich schade ... aber auf jeden
Fall ein Schritt in die richtige Richtung.
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