Besuch in Nantes:
Les Machines de l'île

















Quellen:

/1/ Bilder von Christine und Andreas Fehrmann 2013









Einstimmung

Nantes, die Link Geburtsstadt Jules Vernes, liegt malerisch am Ufer der Loire, unweit des Atlantiks. Die großen Zeiten der Hafenstadt Nantes und des lokalen Schiffbaus sind längst vergangen. Die pulsierende Großstadt hat ihr Profil geändert. Was bleibt, sind die Erinnerungen an die maritime Vergangenheit, die an vielen Stellen im Ort aktiv  wach gehalten werden. In Vorbereitung des Jahres 2005, dem 100. Todestag von Jules Verne, wurde man sich auch wieder mehr bewusst, welchen großen Sohn die Stadt hervorgebracht hatte.

Ile de Nantes Zeitgleich gab es es umfangreiche Ideen, die Attraktivität der Stadt für Einheimische und Besucher zu erhöhen und neue Räume für Freizeitaktivitäten zu schaffen. Eine Vielzahl von Projekten, die Neuausrichtungen oder Erweiterung von Museen, ein verstärktes Marketing und der bewusstere Umgang mit Artefakten der Geschichte, besonders der maritimen, brachten Schwung in die Sache. Ein Ergebnis dieser Zeit war die komplette Neuausrichtung des ehemaligen Industriegeländes der Loire-Insel Île de Nantes (siehe Bild rechts, Blick auf die Insel vom Quai de la Fosse /1/). Dort, gegenüber dem Quai de la Fosse, waren früher vor allem die Werften angesiedelt (Chantier naval und Ateliers de Chantiers de Nantes). Hintergründe und historische Bezüge stelle ich auf meiner Seite Link Nantes maritim - die Vaterstadt Jules Vernes als Tor zur Welt vertiefend dar. Genau an dieser Stelle entstand ab 2007 im ehemaligen Werftgelände die wirklich beeindruckende Erlebniswelt der Les Machines de l’île. Dieses Ausstellunggsprojekt, heute auch oft schon als Freizeitpark bezeichnet, vereint künstlerische Aktivitäten und kreative Ingenieurskunst mit der Gedankenwelt Jules Vernes, Leonardo da Vincis und den Stilelementen des Steampunks. Für Besucher der Stadt: Zu finden ist  die Einrichtung genau auf halben Wege zwischen dem Jules Verne Museum und dem Geburtshaus von Jules Verne ...



Das Projekt und seine Attraktionen                                                       

Der StahlelefantDie Ursprünge des Ausstellungsprojektes wurden bereits in den 90er Jahren durch einen Zusammenschluss und der Arbeit von Künstlern, Handwerkern und Konstrukteuren der Gruppe La Machine gelegt. Unter der Leitung von François Delarozière und Pierre Orefice siedelten sie sich dann auf der Insel in den Räumlichkeiten der ehemaligen Werft Dubigeon an. Neben den bereits geschaffenen Exponaten und Attraktionen, kann man die Akteure auch bei ihrer Arbeit beobachten. Und was dort geschaffen wurde und immer noch geschaffen wird, begeistert Jung und Alt. Der Besucher wird in eine Fantasiewelt entführt, die er so - vor allem in der Kompaktheit und der Größe der Ausstellungsstücke - noch nicht gesehen.

Warum stelle ich das Projekt hier unter der Rubrik Steampunk vor? Weil es wie kein anderes Beispiel die faszinierende Welt der oben schon genannten Ideenwelt von Autoren und Erfindern ist, umgesetzt mit künstlerischem Können, verspielter nostalgischer Technik und Stilelementen des Steampunks. Die Kreativität und der Umfang der Objekte der Künstlergruppe begeistert. Sie gestalteten eine Ausstellung die, man gestatte mir die Wortwahl, fast ein "Wallfahrtsort" für Steampunker ist.

der beeindruckende ElefantZweifelsfrei das markanteste Objekt der Ausstellung ist der von Verne inspirierte Link Stahlelefant, der als Le Grand éléphant benannt mit einer Größe von zwölf Metern Höhe und einem Gewicht von vierzig Tonnen wirklich beeindruckt. In der jetzigen Ausbaustufe kann sich das Gefährt mit über fünfzig Personen an Bord über das Ausstellungsgelände bewegen.

Ein ebenso imposantes Objekt ist die mechanische Spinne La Princesse, die es immerhin bei einer Länge von dreizehn Metern auf ein Gewicht von  siebenunddreißig Tonnen bringt.

Aber es gibt auch weniger gewichtige, aber genauso begeisternde Dinge zu finden. Dazu zählt vor allem das Carrousel des Mondes Marins, welches uns in ein fantastische Unterwasserwelt a la Steampunk entführt. Es hat eine Höhe von über fünfundzwanzig Metern und es beherbergt eine skurrile mechanische Tierwelt in seinem Inneren. Beobachter werden meist mehr Erwachsene als Kinder auf dem Karussell finden. Keiner kann sich dem Zauber der lebendigen Mechanik entziehen. Siehe dazu die nachfolgenden Bilder (alle /1/).

Das Meereskarussel Das Seepferd

Spaß für jedes Alter Überblick

Aber die "Fauna" der Fantasiewelten hat außerhalb des Karussels noch mehr parat:

Die grosse Raupe Ein Reiher

Vielleicht kann man an dieser Bildauswahl erkennen, wie umfangreich die Schöpfungen der Künstlergruppe sind. An dieser Stelle kann ich nur "appetitanregend" ein paar Impressionen wiedergeben. Siehe vertiefend dazu die offiziellen Seiten des Projektes Link Les Machines de l’île


Ausblick

Das Ausstellungsgelände ist an seine Grenzen angelangt und seit einiger Zeit ist eine Erweiterung in Vorbereitung.  Dazu wird zur Zeit an einem Gelände außerhalb der Insel, am Nordufer der Loire fleißig gebaut. Es handelt sich um eine Ausstellungsfläche, die ungefähr achthuntert Meter westlich von Les Machines de l’îles entfernt ist. Um mit Jules Verne zu orientieren: Vorbei am Jules Verne Museum in Richtung Chantenay, wo das ehemalige Link Ferienhaus der Vernes lag. Das Gebiet ist ein ehemaliger Steinbruch und es heisst La Carrière Chantenayau. Dort entsteht direkt am Ufer der Loire ein Park, der den Namen Arbre aux Hérons, der Reiherbaum, erhält. Ausrüstungsteile und Elemente der Gestaltung werden schon seit einigen Jahren gebaut und getestet, 2022 soll das gesamte Projekt übergeben werden. Im Zentrum des Ensembles wird eine riesige mechanische Baumkontruktion stehen, die mit mechanisch animierten Tieren bevölkert wird. Seien wir neugierig ...

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Copyright © Andreas Fehrmann – 9/2019, letzte Aktualisierung  21. Sept. 2019