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 Die
eigentlichen Informationen zum Buch und dessen Verfilmungen sind
meinen Seiten: „ Voyages
Extraordinaires: Band 12 – Die Geheimnisvolle Insel“
zu entnehmen. Wie
wir uns die LINCOLN - Insel vorstellen können, habe ich
versucht auf meiner Seite: „ Versuch
einer Rekonstruktion“
darzustellen.
Quellen
und Hinweise:
/1/
Illustration oben: Aus einer amerikanischen Ausgabe von 1918,
Illustrator: N.C. Wyeth (Wer mehr Bilder davon sehen möchte:
Hier meine Seite
“The
Mysterious Island – Illustrationen von N.C. Wyeth”
/2/ Die Aufstellung
(jeweils in Blau) ist der Ausgabe Bücherbund, 1989 in der
Übersetzung von Waldtraut Henschel-Villaret entnommen, S.
226 und 227 – CF /1206/), teilweise ergänzt durch
andere Übersetzungen
/3/
Letosnikova/Hercik: „Waffen, Schützen, Büchsenmacher“
, ALBATROS Praha 1982
/4/ Foto ©
Fehrmann 2003; Abbildung meines eignen Instruments
(Spiegelsextant)
/5/ Rulemann: „Die
Wunder der Physik“ Verlagsdruckerei Merkur Berlin, 1900
/6/
Autorenkollektiv: „Kleines Realienbuch“, Polack,
Verlag Theodor Hofmann, Leipzig und Berlin, 1904
/7/ Samter: „Das
Reich der Erfindungen“, Verlag Gondrom, 1901
/8/ Kahnmeyer:
„Realienbuch“, Verlag unbekannt, 1920
/9/ Zur
Geschichte der Textiltechnik: „Von der Faser zum Gewand“,
Kosmosverlag Stuttgart, 1920
Alle
Quellen aus Collection Fehrmann
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Auf
dieser Seite gibt es weitere Details zur Rekonstruktion der
Lebensverhältnisse auf der Insel. So wollen wir gemeinsam
den Inhalt des rätselhaften Strandgutes näher
untersuchen, welches auf überraschender Weise angeschwemmt
wurde. In der Folge brachte es für alle eine Verbesserung
der Situation auf dem Eiland.
Bei
der ersten Probefahrt der mit einfachsten Mitteln gebauten
Piroge fuhren die Kolonisten in Richtung Südspitze des
Eilandes. Vorbei an der Mündung des Gnadenbaches fuhr man
an den Tadornensumpf vorbei, in Richtung Kap Klaue. Unterhalb
des Tadornensumpfes gab es eine kleine Einbuchtung. Dort trieben
Fässer, die seitlich als unterstützender Auftrieb für
eine große seewasserfeste Kiste an dieser angebracht
waren. Sofort begann man dieses Strandgut zu bergen (siehe Bild
links /1/). Um keinen Schaden anzurichten, beschlossen unsere
Freunde, die Fundsachen zum Granithaus zu verbringen. Als das
Strandgut unter vielen Mühen bis zum Strand unterhalb des
Granithauses zurückgeschleppt wurde, gab es beim Öffnen
eine große Überraschung! In der Kiste, unter einer
zugelöteten Zinkummantelung waren wahre Schätze
verborgen. Denn die Vielzahl der praktischen Dinge die dort
enthalten waren, waren für alle ein Schatz. Da Gideon
Spillett den Inhalt fein säuberlich in sein Notizbuch
eintrug, haben wir eine genaue Aufstellung und wir wollen uns
einige Teile der Ausrüstung etwas näher ansehen.
Die
Listung der Gegenstände habe ich aus einer meiner über
sechzig vorliegenden Buchvarianten der „Geheimnisvollen
Insel“ zitiert und nachfolgend in BLAU
dargestellt /2/. Damit wir uns eine Vorstellung von den
Ausrüstungsteilen machen können, habe ich mich bemüht
Bildbeispiele zu finden, die unsere Vorstellungen davon
konkreter werden lassen. Immerhin sind ja rund 140 Jahre seit
der Handlung des Buches vergangen. Machen wir also einen kleinen
praktischen Ausflug in die Vergangenheit.
WERKZEUGE:
3
Messer mit mehreren Klingen – 2 Holzfälleräxte –
2 Zimmermannsbeile – 2 Hohlbeile - 3 Hobel – 1
Queraxt – 6 Bankmesser – 2 Feilen – 3 Hämmer
– 3 Bohrer – 2 Hohlbohrer – (in anderen
Ausgaben ist noch ergänzt: 10 Säcke mit Nägeln
und Schrauben – 3 Sägen verschiedener Größe
– 2 Büchsen mit Nadeln)
WAFFEN:
2
Steinschloßgewehre – 2 Perkussionsgewehre – 2
Karabiner mit Zentralzündung (Zentralfeuerkarabiner) –
5 Seitengewehre – 4 Enterhaken – 2 Fässer mit
je 25 Pfund Pulver – 12 Schachteln mit Zündpatronen
(Zündhütchen)
Steinschloßgewehre:
Links zeige ich euch als Beispiele Pennsylvanische
Gewehre, die in dieser Form bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts
gebaut wurden. Oben ein Gewehr mit Steinschloß und unten
eins mit Perkussionsschloß. Die Waffen hatten einen langen
kannelierten Lauf, der das benutzte Schwarzpulver gut verbrannte
und genügend Gas entwickelte. Um die Proportionen der Waffe
zu erkennen, ist im unteren Teil des Bildes noch eine
Gesamtskizze zu sehen (Bildquelle /3/). Was ist das typische
dieser Waffen?
Rechts
sehen wir das Schloß einer Steinschloßwaffe. Der
Ladevorgang erfolgt zuerst durch Füllen des Pulvers in den
Lauf (Vorderlader), dann folgt die Kugel. Der Zündvorgang
läuft ab wie bereits im Mittelalter: Ein Feuerstein der
über eine rauhe Fläche reibt, bildet einen Funken und
dieser zündet die Pulverladung.
Perkussionsgewehre:
Bei einer Perkussionswaffe (deren Schloss beispielhaft
links dargestellt ist), werden zum Zünden des Pulvers so
genannte Zündhütchen aufgesetzt. Diese Aufsatzstelle
nennt man Piston. Das Aufsetzen erfolgt nach dem oben
beschriebenen Ladevorgang. Nachdem ich mich ein bisschen in
Waffenkunde belesen habe, nehme ich an, das der Übersetzer
des Vernewerkes die eben geschilderten Zündhütchen
meinte, wenn er in der Listung von Zündpatronen spricht.
Das Kaliber der Waffen war zur damaligen Zeit meist Kal. 52 oder
54 (Fabrikat SHARPS) oder Kal. 45 (ungefähr 11,5 mm).
Karabiner
mit Zentralzündung: Nun zu den Karabinern: Wenn ich
mein 1888er „Brockhaus Conversations-Lexikon“
befrage, dann „ist ein Karabiner das Feuergewehr der
Kavallerie. Es ist kürzer und leichter als das der
Infanterie, früher auch von kleinerem Kaliber“.
Der Karabiner (im englischen carbine) galt als typische Waffe im
amerikanischen Bürgerkrieg. Rechts ist beispielhaft der
SMITH CARBINE 50 cal percussion breechloader dargestellt.
Zeitlich fast gleich mit unserer Romangeschichte hielt eine
anderer Karabiner seinen Einzug in den kämpfenden Truppen:
der „Henry Repeating-Rifle“, der auch als Winchester
bekannt wurde. Da aber bei der Ausrüstung unserer
Kolonisten keine Patronen dabei waren, und auch die Aussage
„Zentralzündung“ gemacht wurde, muss es sich um
eine ähnliche wie die oben abgebildete Waffe gehandelt
haben. Die Seitengewehre sind
entweder separat als Stichwaffe geplant gewesen, oder sie waren
als Ergänzung der Gewehre mit eingepackt worden.
Enterhaken
gehörten zur klassischen Bewaffnung der Piraten und
der Marinesoldaten, waren sie doch eigentlich gedacht, die
Bordswände zu enternder Schiffe zu besteigen (alternativ zu
kleinen Wurfankern) bzw. als Nahkampfwaffe zu dienen.
Gleichzeitig nutze man sie aber auch zum Bugsieren der Beiboote
oder zum Herausfischen von Gegenständen aus dem Wasser.
Dieses immer mehr zum Werkzeug werdende Ausrüstungsteil ist
auch heute noch in der Yachtsegelei gebräuchlich. Aufgrund
der Nutzung ist bereits seit langem die Bezeichnung Bootshaken
gebräuchlich. Auf diesem Bild ist unten die klassische
Ausführung und oben eine moderne Form abgebildet.
INSTRUMENTE:
1
Sextant – 1 Wasserwaage – 1 Fernrohr – 1
großer Kompass – 1 Taschenkompass – 1
Thermometer nach Fahrenheit – 1 Aneroid-Barometer –
1 vollständiger Fotoapparat: Opbjektiv, Platten,
Chemikalien usw.
 Sextant:
Folgerichtig wurde das wichtigste Instrument als erstes
gelistet. Mit einem Sextanten misst der Navigator den Winkel
zwischen Horizont und Sonne, wenn diese ihren höchsten
Stand erreicht hat. Der Spiegel (links an den Bildern zu sehen;
Bild /4/) muss so lange gedreht werden, bis Sonne und Horizont
auf einer Linie liegen. Dann kann man den Einfallswinkel der
Sonne auf der unten sichtbaren Skala ablesen und man errechnet
daraus dann den Breitengrad. Und warum heißt der Sextant
nun Sextant? - Weil die gebogene Skaleneinteilung eine
Winkelkrümmung von 60° umfasst! Der Sextant wurde 1731
erfunden – eine Revolution in der Nautik wie ehemals der
Kompass. Die dargestellten Instrumente wiederspiegeln die hohe
mechanische Kunst des 19. Jahrhunderts. Links ein
Spiegelsextant, der als ähnliches Gerät rechts im
Transportkoffer abgebildet ist. Beide Bilder zeigen Geräte
mit dem Stand der Technik der Zeit von 1840 bis 1870. Die Geräte
waren ca. 23 bis 25 cm im Durchmesser groß. Sextanten die
zur nautischen Ausrüstung der Schiffsoffiziere gehörten,
stellten schon zur damaligen Zeit einen hohen materiellen Wert
dar. Weitere Details zu den Instrumenten und die Ermittlung der
korrekten Position der Lincolninsel findet man auf meiner
Seite:
„Der
Sextant – Nautik bei Jules Verne“
Fernrohr:
Der Zweck eines Fernrohres ist Jedem klar. Von diesen
weit verbreiteten Geräten, die damals meist als Telescope
bezeichnet wurden, gab es viele Ausführungen. Sehr
verbreitet waren Ganzmetallarbeiten. Ich habe hier ein Beispiel
eines Sammlers aus dem Jahre 1830 (eine Arbeit mit
Messingeinschüben und einem Mahagonischaft).
 Großer
Kompass und Taschenkompass: Zu den Kompen fehlen leider
die konstruktiv beschreibenden Angaben. So hatte ich bei der
Sichtung meiner umfangreichen Bücher zum Thema die Qual der
Wahl. Also Magnetkompen - die Geschichte des Magnetkompasses
geht bis auf das 14. Jahrhundert zurück. Links zeige ich
ein Beispiel einer Feinmechanikerarbeit um 1850. Gut zu erkennen
ist die Visiereinrichtung, die abklappbar ist. Der Dreifuss ist
entfernbar. So wie im Bild dargestellt, wurde der Kompass zu
Peilungen verwendet (Landeinsatz). In ähnlicher Form waren
aber auch Kompen für Beiboote und kleinere Segelschiffe
gebräuchlich. Dort war der Kompass nicht fest auf den
Booten eingebaut. Dafür hatte man eine besonders geschützte
Stelle in Nähe des Steuermanns baulich vorgesehen. Bei
Landgang wurde der Kompass dann mitgenommen. Aus diesem Grunde
halte ich das von mir ausgesuchte Modell für nicht
unwahrscheinlich. Abweichungen im Erdmagnetfeld und die
Ablenkung bei den zunehmend eingesetzten Bauteilen aus Eisen auf
den Schiffen führten gegen Ende des 19. Jahrhunderts dann
zur Entwicklung des Kreiselkompasses. Aber das ist bereits
unserer Geschichte voraus. Rechts sehen wie einen kleinen
Taschenkompass (Bildquelle /5/) aus der Zeit um 1880, in
einfachster Ausführung. Ich denke so ähnlich werden
wir uns die beiden Geräte vorstellen können.
 Thermometer:
Links ein altes Wandthermometer mit Reaumur (nach einem
französischem Physiker benannt) und Celsius Anzeige
(Bildquelle /6/).
Aneroid-Barometer:
Rechts ist ein Aneroidbarometer zu sehen (Bildquelle
/7/). Diese Barometer werden auch Dosenbarometer genannt, weil
das eigentliche Innenleben eine Metalldose ist, aus der
weitestgehend die Luft evakuiert wurde. Durch eine inne liegende
Feder wird dafür gesorgt, das die Metallhülle nicht
völlig zusammengepresst wird. Ändert sich jetzt der
Luftdruck, so wird die Feder gebogen und über eine
Übersetzung, meist in Form eines Arms wird, wie rechts gut
zu sehen ist, der Druck mittels eines Zeigers auf einer speziell
eingerichteten Skala angezeigt. Solche präzise arbeitenden
Instrumente dienen der Messung des absoluten athmosphärischen
Luftdrucks. Sie wurden und werden in der Seefahrt, in der
Meteorologie und in der Forschung eingesetzt.
Fotoapparat:
Mit dieser kurzen und knappen Angabe hab ich meine
größten Probleme gehabt. So hab ich die rechts
abgebildete alte Plattenkamera mit Schiebebalg ausgewählt
(Bildquelle /8/). Leider ist unserem Roman nicht zu entnehmen,
welche Art von Kamera zum Einsatz kam. Ich vermute fast, dass
ein Schiebebalg nicht unbedingt das Optimale für Reisen
ist. Denn die Kameras der damaligen Zeit waren nur für den
stationären Einsatz geschaffen. Weiterführend habe ich
dazu eine interessante Entwicklung zur „Reisekamera“
auf meiner Seite
„Claudius
Bombarnac“ aufgezeigt.
Denn erst 1893 gelang es dem Amerikaner George Eastman die
Kompaktkamera (Kodak-Box) zu entwickeln. Aber wir müssen
wieder in der Zeit zurückspringen. In anderen Büchern
fand ich Modelle von 1860, die aus zwei Holzkästen
bestanden, die sich zur Scharfeinstellung in einander schieben
ließen. Vielleicht ließ sich Verne auch von den 1835
bis 1839 entwickelten Apparaten zur Herstellung von
Daguerrotypien (nach einem Pariser Optiker benannt) inspirieren.
Die dort verwendeten Platten konnten vom Fotografen mit
chemischen Kenntnissen mit Hilfe einfachster Hilfsmittel selbst
hergestellt werden.
KLEIDUNGSSTÜCKE:
2
Dutzend Hemden von merkwürdigen Gewebe, wollähnlich,
vermutlich aus einem Pflanzenstoff gefertigt – 3 Dutzend
Strümpfe vom gleichen Gewebe
Gerade
in der Bekleidungsfrage standen die Kolonisten vor ernsten
Problemen. Man kann sich leicht vorstellen, welchem Verschleiß
die Sachen hatten, waren doch alle in ihrem Kampf um die
tägliche Sicherung der Versorgung ständig im Wald oder
am Strand unterwegs. Gleichzeitig mussten aber auch alle
handwerklichen Aktivitäten in der selben Bekleidung
durchgeführt werden. Später ergänzte man auch ein
Teil der Ausrüstung durch Nutzung von Fellen, Leder und
dann nach Bau der Walkmühle, durch die Herstellung von
Filzprodukten. (Bildbeispiel /9/)
HAUSGERÄTE:
1
eiserner Flaschenkessel – 6 reichlich große Pfannen
aus Kupfer (Kasserollen aus verzinnten Kupfer) – 3
Schüsseln aus Eisenblech – 10 Bestecke aus Aluminium
– 2 Kochkessel – 1 kleiner tragbarer Herd (Ofen) –
6 Tischmesser
BÜCHER:
1
Bibel mit Altem und Neuen Testament – 1 Atlas – 1
Wörterbuch der verschiedenen polynesischen Mundarten (in 6
Bänden) – 1 Wörterbuch der Naturwissenschaften
(ausführliche Naturgeschichte) – 3 Ries weißes
Papier – 2 Bücher mit unbeschriebenen Seiten
(Schreibhefte mit weißen Blättern)
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