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QUELLEN
Die
Bildzitate wurden folgenden Quellen meiner Collection
antiquarischer Sachbücher entnommen
/1/
Dr. Karl Braun: Der Erdball, URANUS-Verlag Berlin, 1905
/2/
M. Reymand: Das Weltall, Deutsche Volksbibliothek Berlin,
1900
/3/
A. Hummel: Das Leben der Erde, Verlag F. Fleischer
Leipzig, 1870
/4/
G. A. Richter: Die Wunder der Urwelt, Verlag W. Herlet,
Berlin, 1912
/5/
R. Bommeli: Die Geschichte der Erde, Verlag von J.H.W.
Dietz Nachf., Stuttgart, 1898
Zum
Menue: Die geheimnisvolle Insel - The Mysterious Island - L'lle
mystérieus
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 Über
den von Sturm gepeitschten Wogen des Stillen Ozeans treibt ein
Ballon mit vier Männern, einem Jungen und einem Hund. Es
besteht kaum noch Hoffnung auf Rettung. Aller Ballast, selbst
die Gondel, ist abgeworfen worden, um den nicht flugfähigen
Ballon wenigstens für einige Meilen noch über Wasser
zu halten. Die Passagiere klammern sich mit letzter Kraft an das
Netzwerk. Da rief ein kräftige
Männerstimme: >Land! Land!< .... Ob es eine Insel
oder festes Land war, vermochte keiner der Passagiere zu sagen,
denn sie wussten nicht einmal, nach welchem Teile der Welt der
Orkan sie gerissen hatte. Aber mochte nun dieses Land bewohnbar
sein oder nicht: Man musste es zu erreichen suchen – um
jeden Preis!
Beginnend
mit dieser Textpassage, wird eine der berühmtesten Inseln
der Weltliteratur vorgestellt - Die Geheimnisvolle Insel,
später von den Schiffbrüchigen des Romans Lincolninsel
getauft.
Wie
aber müssen wir uns die Insel vorstellen? Beschrieb doch
die Phantasie Jules Vernes eine Insel, die ein Schmelztiegel
aller möglichen Landschaftsformen, deren Vegetation und
eines phantastischen Spektrums der irdischen Fauna darstellte.
Kartenmaterial
Karte
links: So konnte man in den deutschen Erstausgaben die
Lincolninsel sehen. Es handelt sich um eine von mir
aufbereitete Bearbeitung der Umschlagillustration der
Hartleben's Verne Ausgabe Wien, 12/1875 bis 05/1877. In
den Proportionen scheinen die in einigen Übersetzungen
beschriebenen Verhältnisse nicht direkt passfähig zu
sein, wenn man alle Maßangaben der Bücher auf die
Karte überträgt. Haben sich die von mir bemerkten
Abweichungen durch eine mangelnde werkgetreue Übersetzung
eingeschlichen? Die Basiskarte wurde nämlich von Jules
Verne selbst gezeichnet. In der nächsten Karte,
siehe dazu die verkleinerte Darstellung rechts, sind die
gleichen Konturen zu erkennen, aber die Legende und die
Beschriftung der Örtlichkeiten ist in Druckbuchstaben
vorgenommen worden. Die vorherige linke Karte scheint
offensichtlich die Handskizze zu dem Stich der Edition Hetzel zu
sein. Die daraus entstandene offizielle Hetzelkarte habe ich gut
auswertbar auf meiner Ergänzungsseite dargestellt:
KARTE
der LINCOLNINSEL.
Doch
lassen wir die Helden des Buches etwas zur Insel sagen: Ich
glaube mich nicht zu täuschen, wenn ich den Umkreis der
Insel auf höchstens hundert Meilen schätze. ..... so
hatte die Insel annähernd die Größe von Malta im
Mittelmeer; dabei war sie aber bei weitem regelloser und viel
reicher an Vorgebirgen, Buchten, Busen oder Creeks. Ihre
seltsame Gestalt fiel auf dem ersten Blick auf .... und als man
die Umrisse gezeichnet hatte, meinte man, sie gleiche einem
phantastischem Tiergeschöpf, einer Art Riesenflossenfüßer,
der auf der Oberfläche des Stillen Ozeans eingeschlafen
sei.
In
der linken Darstellung, einer Art Vogelperspektive haben wir
wieder einen Interpretationsversuch, die Insel darzustellen. Ein
Blick aus der Luft soll die Gestalt der Insel verdeutlichen.
Auch hier gibt es wieder Probleme, denn die Illustratoren
scheinen nicht die Originalkarte gekannt zu haben bzw. sie haben
den Text nicht detailliert ausgewertet. Selbst wenn man die
Insel dreht, kann man die beschriebenen Details in der links
abgebildeten Zeichnung von Horst Bartsch und Hille Blumfeldt
(Verlag Neues Leben Berlin,1971 Die Geheimnisvolle Insel)
nicht wieder erkennen.
Doch
lassen wir Jules Verne selbst die Insel beschreiben, haben doch
die Schiffbrüchigen des Romans gleich in den ersten
Kapiteln die höchste Erhebung des Eilandes erklommen um die
Gegend in Augenschein zu nehmen. Eine Besonderheit der Insel,
denn als solche wurde sie sofort erkannt, ist das
Rettungseiland, welches nur durch einen Kanal von einer halben
Meile vom eigentlichen Festland getrennt ist. Schon dadurch
müssen in allen Karten die Proportionen enger gefasst
werden. Als nun der Berg erklommen ist, wird die Erscheinung so
wiedergegeben: Der östliche Teil des
Ufers, auf dem die Ballonbrüchigen gelandet waren, bildete
einen weiten Bogen und umschloss eine Bucht, die im Südosten
in ein spitzes Kap auslief, das Pencroff auf seiner ersten
Forschungstour nicht hatte sehen können, weil es durch eine
Landspitze verdeckt war. Im Nordosten sperrten zwei andere
Vorgebirge die Bucht, und dazwischen grub sich ein schmaler
Golf, der mit dem Rachen eines Riesenhais Ähnlichkeiten
hatte.
Wie
schon weiter oben angesprochen, habe ich mehrere deutsche
Versionen unterschiedlicher Verlage nach Textstellen untersucht,
die auf die Gegebenheiten der Landschaft und deren Abmessungen
Bezug nehmen. Aus den so unter dem Gesichtspunkt der Topographie
durchgelesenen Büchern habe ich ständig Skizzen und
Bemaßungsangaben niedergeschrieben. Bewusst ohne die oben
genannten Zeichnungen der Hartlebenausgabe oder der Edition
Hetzel als Vorlage zu nehmen, hatte ich dann in Folge aus meinen
Notizen die nebenstehende rechte Zeichnung entworfen. Nach
Vergleich mit der von Verne gezeichneten Karte ist es
offensichtlich, dass sich die Proportionen unterscheiden.
Wahrscheinlich korrespondieren die Meilenangaben meiner
deutschsprachigen Übersetzungen der von mir genutzten
Bücher nicht mit den „originalen“
Gegebenheiten. Nach Anfertigung meiner Skizze habe ich dann
nochmals kontrollgelesen, um die Entfernungsangaben zu
überprüfen. Den Grund der Abweichungen konnte ich
allerdings nicht ermitteln.
Jetzt
möchte ich zu einer Expedition zur Lincolninsel
einladen. Damit wir uns das Ganze besser vorstellen können,
will ich ein paar passende Bilder dazu liefern.
Ich
habe bewusst keine Originalillustrationen gewählt,
die ich leicht aus meinen Beständen der diversen
Verne-Editionen kopieren könnte, die auch im Netz oft
kopiert zu finden sind, sondern ich habe in meinem Bestand
antiquarischer Bücher geblättert, um Übereinstimmungen
zu finden. Damit wollte ich neue Sichtweisen auf die
literarische Vorlage anbieten. Versuchen wir also die Insel zu
erkunden.
Die
Erkundung der Insel
Starten
wir vom Rettungs-Eiland. Von dort lassen wir unseren
Blick Richtung Festland schweifen: Die
gegenüberliegende Küste öffnete sich zu einer
weiten Bucht, die im Süden in einer scharfen Spitze
auslief.... Der Insel war ein Sandstrand vorgelagert, der aus
einem mit schwärzlichen Felsstücken durchsetzten
Sandstreifen bestand.... dahinter türmte sich ein senkrecht
abfallender Granitwall....In nordwestlicher Richtung, ganz am
... Ende der Küste, leuchtete hoch über dem Plateau,
von den Sonnenstrahlen beschienen, in einer Entfernung von
wenigstens 7 Meilen ein weißer Gipfel: eine Schneekappe,
die irgendeinem hohen Berg bedeckte.“ (Bild links
/1/)
 Die
gesamte Küste war äußerst bizarr geformt. Die
unterschiedlichsten Landschaftsformationen lösten sich ab.
Auf diesen Bildern könnte der Weg zum Kap Klaue
dargestellt sein: Zwischen der Stelle, an
der sich die Kolonisten jetzt befanden, und dem Hintergrund der
gewaltigen Bucht bestand das Ufer aus einem breiten ... Strand,
sodann aus einem höchst unregelmäßigen, in
scharfen Spitzen ins Meer vorspringenden Felsrand und endlich
aus einer Reihe schwärzlicher Felsen, die sich zu einem
malerischen Gewirr als Abschluss des Kaps häuften.
(links Bildquelle /2/, rechts /1/) An dieser Stelle fanden die
Kolonisten bei einer Expedition in einer Bucht Kisten und
Fässer, zusammengebunden als Strandgut. Details dazu könnt
ihr auf meiner Seite:
Die
Lincolninsel – Das geheimnisvolle Strandgut
nachlesen.
 Jetzt
folgen wir den Kolonisten, denn so haben sie sich inzwischen
genannt, auf ihrem Ausflug auf dem Gnadenbach. Nachdem
sie mit ihrem neugebauten Boot vom Meer beginnend diesen
erkundeten, ließ das dichte Grün langsam nach. ...
die Fahrt ging weiter den Fluss hinauf. Es schien, als lichte
sich der Wald in der Richtung des Fernen Westens. Die Bäume
standen dort weniger dicht und hin und wieder sogar einzeln;
aber eben darum gediehen sie auch so prächtig. ... Die Tour
wurde wenigstens noch zwei Meilen fortgesetzt. Der Weg führte
durch ein Gebiet, das dicht mit hohen Eukalypten bestanden
war... Der Fluss hatte sich sein stark gewundenes Bett jetzt
zwischen hohen grünen Ufern ausgehöhlt und war nun des
öfteren von hohem Grase und scharfen Felsen durchsetzt, die
die Fahrt ziemlich erschwerten. (Bild
links /1/). Ein Stück weiter Flussaufwärts gab es
Probleme. Die Ufer wurden immer
höher, und der Fluss hatte sein Bett schon im Bereich der
Vorberge des Franklinberges ausgehöhlt; die Quelle konnte
nicht mehr fern sein, da alle Gewässer vom südlichen
Berghang den Fluss speisten ....
Es
dauerte nicht mehr lange, da sah man dicht hinter der letzten
Biegung, die der Fluss machte, einen Wasserfall durch die Bäume
schimmern. Hier stieß das Boot auf Grund, und bald war es
in der Nähe des rechten Ufers an einem Stamm festgebunden.
(Bild rechts /3/)
Ein
weiteres landschaftliches Kleinod war der Grantsee. Er
wird wie folgt beschrieben: Es war eine
Szenerie, des Sehens wert! Die Wasseroberfläche mit einem
Umfang von nahezu sieben Meilen und einer Oberfläche von
annähernd zweihundert Hektar war rings von
verschiedenartigen Bäumen eingeschlossen. (Bild
links /4/)
Wenn
man die Insel nach Westen entlang des Wasserfallbachs
durchquerte, gelangte man durch die Wälder des Fernen
Westens wieder an die Küste. Dort gab es auch eine
Überraschung: „Kurz darauf
traten die Kolonisten aus dem Wald heraus und sahen die
westliche Küste der Insel vor sich. Doch welch ein
Gegensatz zwischen dieser Küste und der östlichen, auf
die sie der Zufall geworfen hatte! Hier ragte keine Granitwand
empor, es gab keine Klippen und Riffe, ja nicht einmal einen
Strand. Der Wald selbst bildete das Ufer, und seine sich über
die Fluten neigenden Bäume wurden von den Wogen gepeitscht.
(Siehe dazu Bild unten links aus
/4/)
Das
Granithaus
Aber
die Kolonisten brauchten auch eine sichere Unterkunft. Diese
schufen sie sich mit dem Granithaus. Details dazu findet ihr auf
meiner Seite
Rekonstruktion
(II): Das Granithaus.
Einen Lageplan des Granithauses und einen Schnitt durch das
Plateau zur schönen Aussicht kann man meiner Seite
Der
prinzipielle Aufbau des Granithauses entnehmen.
Weiteres
Kartenmaterial und andere Details der Insel:
Das Granithaus
und dessen Umgebung habe ich in einer Detailkarte auf meiner
Seite
Karte
des Grantsees dargestellt. Dort ist eine
genaue Einordnung der Örtlichkeiten zu erkennen. Wollt ihr
noch die Vermessung des Plateaus zur schönen Aussicht
miterleben? Dann bitte meine Seite
Die Vermessung
der Plateauhöhe besuchen!
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