Collection Fehrmann

Jules Vernes „Voyages extraordinaires"

- Band VE 10 -





© 1984 Pawlak Taschenbuchverlag, Berlin, Herrsching. ISBN: 3-8224-1017-9 - Nachdruck v. Verlag A. Hartleben, Inh. Dr. W. Rob, Wien I. Ungekürzte, nur orthographisch angepasste Ausgabe. Pawlaks Collection Jules Verne Band 17 (CF /1001/)



/1/ Jules Verne: Le Pays des fourrures J. Hetzel et Cie, Rue Jacob Paris; 1873/74 – (CF /1003/) Frontispiz und Titel; Hinweis: Da ich das alte Buch beim scannen nicht überdehen wollte, sind die Seiten in der Wiedergabe etwas verschoben.

/2/ ebenda, Illustration von Jules-Descartes Férat; Bildzitat von Seite 96


Das Land der Pelze (1873)

TiteleiDie Originalausgabe erschien 1873 unter dem Titel Le Pays des fourrures bei Pierre-Jules Hetzel in Paris als zweibändige Ausgabe. Und zwar Band I am 19. Juni 1873 und Band II am 3. November 1873. Bild rechts die Titelei einer Ausgabe von 1873/74 /1/

Dieser Roman schildert die Aktivitäten einer ganz besonderen Gruppe von „Entdeckern“: Die harten Jäger und Pelzhändler der berühmt - berüchtigten Hudson Bay Fur Company. Die Company will auf einen Außenposten hoch im Norden eine neue Niederlassung gründen. Die zur Zeit der Besiedlung des Nordens von Kanada übliche Tierschlächterei wird nicht bagatellisiert, denn nüchtern berichtet Verne über das Treiben dieser Leute in seinem Roman.

In Vorbereitung der Expansionsaktivitäten treffen sich alle Akteure auf einem Empfang im Fort „Reliance“. Dort lernen wir Paulina Bernett kennen, die in Begleitung ihrer schottischen Dienerin Madge ist. Paulina ist für die damalige Zeit eine ungewöhnliche Persönlichkeit, will sie doch als Reisende in den hohen Norden vordringen. Umrahmt wird die gesamte Handlung unter der Vorahnung des Besitzwechsels der eisigen Regionen von Russland an Amerika.

Alle Beteiligten, dazu zählt Paulina, eine gerettete Astronomin, später noch ein Indianermädchen und die Akteure der Company, sammeln sich zu einer riesigen Expedition und es gibt es eine Art „Treck“ in Richtung Norden. Als man nach dem beschwerlichen Weg im Polarkreis ankommt, natürlich nicht, ohne die typischen Jagdepisoden und abenteuerlichen „Abwechslungen“, wird ein Lager errichtet um den Winter zu überstehen (Bild unten: Das provisorische Lager wird errichtet /2/)

Originalillustrationdieser wird aber schrecklicher als erwartet. Eine nicht geahnte Kälte breitet sich aus und schon beginnen die Probleme: Die Holzvorräte gehen dem Ende entgegen, wilde Tiere attackieren das Lager und in der Nähe bricht ein Vulkan aus. Aber es wird noch unheimlicher: Der Kompass narrt die Siedler und Messungen lassen ein „wandern“ des Lagers vermuten. Was war passiert? Man hatte völlig überraschend das Lager auf einer riesigen Packeisfläche aufgeschlagen. Durch den Vulkanausbruch hatte sich die Scholle vom Verbund gelöst – man driftete ab. Menschen und Tiere waren vom Festland abgeschnitten, die Situation eskalierte. Rettungsversuche werden fieberhaft unternommen ...

Nachbemerkung: Mit den eisigen Regionen der Erde hat sich J. Verne mehrmals auseinander gesetzt. So erleben wir in seinem Reisezyklus der VE unter anderem in Nr. 2 im Jahre 1866 die  Reisen und Abenteuer des Kapitän Hatteras zum Nordpol und in Nr. 6 im Jahre 1869/70 bei  20.000 Meilen unter den Meeren einen Ausflug zum Südpol. Vorangegangen war bereits 1855 die Erzählung  Eine Überwinterung im Eis. 1897 nimmt er das Thema in Nr. 44 erneut in der  Eisspinx wieder auf. Als er vor 1873 den Roman Das Land der Pelze schrieb, bereite er offensichtlich schon seine große Robinsonade Die geheimnisvolle Insel vor. Der vorliegende Roman enthält zwar schöne Beschreibungen der Natur des hohen Nordens, aber irgendwie ist das Werk nicht sehr intensiv geschrieben. Aber die schon oben geschilderte Offenheit der Probleme durch die hemmungslose Gewalt an Tieren, entschädigten mich dafür wieder ... um so schlimmer, dass diese Thematik leider immer noch aktuell ist.

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Hinweis: Beschrieben werden nur in meiner Sammlung befindliche Bücher und Verfilmungen. Dargestellte Bücher sind Beispiele daraus.

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© fehrmann 12/00, letzte Aktualisierung 28. Dezember 2015