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Collection Fehrmann Jules Vernes „Voyages extraordinaires*"Jules Verne - Short Stories (* Dieser Band ist nicht offizieller Bestandteil der VE) |
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/2/ ebenda; Beginn des zweiten Teils; Bildzitat von Seite 321 /3/ Verne: „Le Chancellor“, Hetzel & Cie Paris 1875; Les Voyages Extraordinaires; mit 223 Seiten, im Anhang „Martin Paz“; CF /1304/; Bildzitat von Seite 193 - die Illustration von Riou wurde von mir grafisch überarbeitet
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Die Urfassung wurde von Jules
Verne im Juli 1852 unter dem Titel: „L'Amérique du
Sud. Moeurs péruviennes. Martin Paz, nouvelle historique“
in „Musée des familles, Bd. 9 – siehe linkes
Buch /1/ - veröffentlicht. Später als Anhang der VE 13
Im südamerikanischen Peru spaltet sich zu Zeiten der Geschichte die Gesellschaft in drei große Hauptgruppen: Den Erben der spanischen Kolonisatoren, den daraus hervorgegangen Mischlingen, den Mestizen und den Eingeborenen, in der Geschichte stets Indianer (nicht Indios) genannt. Aus diesen gesellschaftlichen Gruppen kommen die Hauptakteure der Geschichte: Der Marquis Don Vergal, dem sein Vermögen langsam durch die Finger rinnt, der aufstrebende neureiche Mestizen Andreas Certa und der Indianer Martin Paz. Ergänzend lernen wir noch den Geldleiher, Kaufmann und Spielbankbesitzer, den unsympathisch dargestellten Juden Samuel und dessen reizende Tochter Sarah kennen. Vorhang auf! Ort des Geschehens: Lima – Die Verwicklungen beginnen: Durch einen geheimen Vertrag über 100.000 Piaster hat sich Andreas Certa das Wohlwollen Sarahs Vaters gekauft, sie wurde im dafür versprochen. Diese hat aber ganz andere Interessen: Sie hat sich in Martin Paz verliebt. Die Bemühungen Martins blieben Andreas nicht verborgen und es gibt eine Messerstecherei vor dem Hause des Juden. Der verletzte Mestize wird in Samuels Haus gebracht und der Indianer muss fliehen. Eingekreist stürzt er sich von einer Brücke in einen reißenden Fluss, so dass alle von seinem Tode ausgehen. Paz kann sich aber retten und er kommt beim edel handelnden Marquis Vergal unter. In seinem Schutz kann Paz ihn nach Chorillos, einem Badeort an der Küste bringen (Bild unten links: Martin Paz und Vergal /3/). Der Marquis Don Vergal versucht durch diesen Abstand zu Lima seinen Schützling zu retten, gleichzeitig will er ihn aber auch von der Liaison mit der Jüdin abhalten, was aus seiner Sicht unschicklich ist (!). Was nur der Leser erfährt: Sarah hatte sich zwischenzeitlich den Gedanken der katholischen Kirche genähert und heimlich besucht sie den Gottesdienst. Zeitgleich macht jetzt Certa mit Samuel ebenfalls einen Ausflug zum gleichen Ort. In der dortigen Spielbank verliert Certa einiges an Geld, was aber Samuel nicht beunruhigt, denn auch wenn sein Schwiegersohn in spe verliert, das Geld bleibt in der Familie: Samuel gehört auch die Spielbank. Als sie sich nach der missglückten Partie heimlich beraten wollen, ziehen sie sich mit einem kleinen Boot auf das offene Meer zurück. Da beim Verlassen des Hauses zufälligerweise Paz dazu kam, folgt er ihnen heimlich. Ihnen nachschwimmend erfährt eine haarsträubende Geschichte: Sarah ist gar nicht die Tochter Samuels. Sie ist die Tochter eines reichen spanisch stämmigen Adligen, dessen Frau und die damals zweijährige Tochter bei einer Seereise von einem Unwetter überrascht wurden. Als das Schiff, von der Mannschaft verlassen, strandet, kann der mitreisende Samuel das Kleinkind vor dem Ertrinken retten, deren Mutter starb in den Fluten. Wenn Certa also Sarah heiratet, kann er mit dem Nachweis der adligen Abstammung, denn die will Samuel ihn für Geld abtreten, in die von ihm angestrebten höheren Kreise „eintreten“.
NACHTRAG:
Eine historische Kurzgeschichte, die durch ihr Arrangement
und den stilistischen Einfällen sehr theatralisch daher
kommt. Die Figuren und Charaktere wurden klischeehaft
überzeichnet. Da gibt es blasierte spanische Abkömmlinge
der Eroberer, edel handelnde Aristokraten, fanatische Mestizen,
den bekehrenden katholischen Geistlichen und den durchtriebenen
und gaunerigen Juden. Die Figur des Juden Samuel trägt in
der Beschreibung antisemitische Züge. So werden wiederholt
alle Register des Negativen zur Beschreibung seiner
Geschäftspraktiken herangezogen und auch der „Handel“
mit dem von ihm geretteten Kind ist moralisch verwerflich.
Zumal, da ja die Herkunft bekannt war, das Kind also wissentlich
dem eigentlichen Vater entzogen wurde. Damit bediente Verne die
in der damaligen Zeit häufig anzufindenen Vorurteile. Das
dies kein einmaliger „Ausrutscher“ war, zeigt eine
ähnliche Darstellung eines Juden, die wir später im
Roman
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Hinweis: Beschrieben werden nur in meiner Sammlung befindliche Bücher und Verfilmungen. Dargestellte Bücher sind Beispiele daraus. |
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© fehrmann 01/05, update 8. Oktober 2008