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Collection Fehrmann Jules Vernes „Voyages extraordinaires*"(* Dieser Band ist nicht offizieller Bestandteil der VE) Postum veröffentlicht |
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Buch oben: Diogenes Verlag AG 1978, Diogenes Taschenbuch, Auflage 1984, ISBN 3 257 21237 2. (CF /9001/)
Quellen & Bildmaterial: /1/ Information aus dem 1993 veröffentlichten Sammelband "San Carlos" bei Cherche - Midi (Titel: "Voyages d'ètudes") /2/ Foto im Text: Zeitgenössische französische Postkarte: Soudan, Tombouctou (heute in Mali). Weiterhin werden im Buch folgende Regionen und Orte beschrieben oder genutzt: Conakry (heute in Guinea), Cotonou (heute in Benin), die gesamte Region Fouta Djallon und der Westsudan (heute alles Mali) /3/ Frontispiz und Bild von Blackland von Roux, entnommen der Bücherbundausgabe gleichen Titels (CF /9002/) |
„Das erstaunliche Abenteuer der Expedition Barsac“ (1919), auch: „ Die erstaunlichen Abenteuer der Expedition Barsac“ oder „Das erstaunliche Abenteuer der Mission Barsac“ Basis dieses Buches waren
Notizen und ein 50seitiges Manuskript von Jules Verne. Dieses
umfasste fünf Kapitel, wobei das 5. Kapitel lediglich zirka
eineinhalb Seiten lang war und mittendrin endete /1/. Michel
Verne war Alleinerbe des Nachlasses. Die gefundenen Unterlagen
wurden von ihm stark überarbeitet und „fertiggestellt“.
Die „Originalausgabe“ erschien 1919 unter dem Titel
„L'étonnante aventure de la Mission Barsac“
bei Hachette in Paris. 1914 hatte Hetzel den Verlag an Hachette
verkauft.
Jetzt wechseln wir den Ort der Handlung: Im Auftrag der französischen Regierung soll die „Mission Barsac“ erkunden, ob die Eingeborenen im Sudan schon genügend zivilisiert sind, um das Stimmrecht zu erhalten. Diese von rassistischen Vorurteilen geprägte Ausgangssituation wird im Laufe des Romans aber nicht widerlegt. Als die außerparlamentarische Mission als Expedition in Konakry, der damaligen Hauptstadt von Französisch-Guinea unter Leitung der französischen Abgeordneten Barsac und Baudrières zusammengestellt wurde, meldeten sich noch zwei Interessenten zur Teilnahme. Das waren Jane Mornas und ihr Begleiter, der kauzige de Saint-Bérain. Hinter ersterer verbarg sich Jane Buxton, eine Tochter des Lord Buxton, die ihren Bruder rehabilitieren will.
Die Teilnehmer der Expedition geraten von Anfang an in afrikatypische Abenteuer, nicht zuletzt aus Ritterlichkeit gegenüber der reizenden, mutigen Mademoiselle Mornas. Die von den Schwarzen Malik und Tongane versorgten Expeditionsteilnehmer merken bald, das ein geheimnisvoll agierenden Gegner die Wege und Entscheidungen beeinflusst. Durch den Journalisten Amédée Florence wurde das Erlebte ständig notiert und er beobachtete sein Umfeld mit Sorge. Aber auch dessen Vorsicht kann nicht verhindern, dass die Gruppe von Ihren Schutztruppen getrennt wurde und schließlich wurde der Kern der Expeditionsteilnehmer mit geheimnisvollen Flugobjekten entführt. So kamen sie mitten in der Wüste in eine völlig unbekannte Stadt: Blackland, ein technisches Wunderwerk, geschaffen von einem skrupellosen, dem Alkohol verfallenen Verbrecher, genannt Harry Killer (siehe Stadtansicht ganz unten rechts im Text /3/). Dieser nahm die Missionsteilnehmer als Geiseln zur Sicherstellung seiner kriminellen Machenschaften. Er hatte sich mit Terror einen ganzen Landstrich unterworfen, den er um Blackland herum, zu einem blühenden Nutzland in Mitten der Wüste mit hoch technisierten Verfahren umgestaltete. Hinter den fortschrittlichen Lösungen stand aber das Genie des französischen Ingenieurs Camaret. Dieser baute und entwickelte ständig neue Maschinen, Technologien und Waffen, ohne zu hinterfragen, was mit seinen Lösungen geschah. Als die Gefangenen im Inneren Blacklands dem direkten Zugriff Killers entkamen, fanden sie Unterschlupf bei Camaret. Als diesem die Augen geöffnet wurden, wurde er rasend und er sprengte nach und nach ganz Blackland in die Luft. Genie und Wahnsinn lagen hier besonders dicht beieinander. Um es kurz zu machen: Harry Killer war der verstoßene Stiefsohn Lord Buxtons - William Ferney und aus Rache hatte er sich des einen Sohns Lewis-Robert bemächtigt um ihn so in Verdacht zu bringen die Bank ausgeraubt zu haben. Höhnischer Weise hatte er dies übrigens selbst organisiert. Lewis-Roberts Bruder George brachte er in Afrika um, um unter dessen Namen seine Schandtaten auszuführen. Durch Jane konnte der Tote Bruder, aber auch der Verschleppte, rehabilitiert werden. Dies konnte Jane dem sterbenden Lord noch mitteilen. Anmerkungen: Auch in diesem Roman wurden wieder eine Reihe von Verne-(familien-)-typischen Klischees bei den Charakteren genutzt. Da gibt es die treuen schwarzen Diener Malik und Tongane, die in ähnlicher Typisierung schon in der „Geheimnisvollen Insel“ oder in „Nord gegen Süd“ vorzufinden waren. Gleiches geschient in der Überzeichnung des skurilen Onkels de Saint-Bérain, der in ähnlicher Form als zerstreuter Paganel schon in „Die Kinder des Kapitän Grant“ oder als trotteliger Tanz- und Anstandslehrer T. Artelett in „Die Schule der Robinsons“ vorgestellt wird. Die heroische und fast ikonenhaft dargestellte junge Mrs. Buxton / Mornas gab es schon als Mrs. Branican im gleich lautenden Roman und der agile Journalist Amédée Florence kommt uns auch allseits bekannt vor.
Anmerkung: Trotz der sehr starken Überarbeitung und Ergänzung durch Michel bin ich als Leser der Meinung, dass es doch ein echter „Verne“ (im Sinne der Familientradition) geworden ist. Stil und Zeitgeist wurden getroffen. Aber es ist eben nicht das Original ... |
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Hinweis: Beschrieben werden nur in meiner Sammlung befindliche Bücher und Verfilmungen. Dargestellte Bücher sind Beispiele daraus. |
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© fehrmann 07/00, update 31. Dezember 2007